Krebs-Prozess Freispruch für IBM
Setzte IBM in der Fertigung von Computerteilen wissentlich krebserregende Stoffe ein? In einem ersten entsprechenden Verfahren gegen den IT-Riesen im kalifornischen Santa Clara befanden die Geschworenen gegen die zwei Kläger. Beide waren in den Neunzigern Angestellte von IBM und in der Laufwerk-Fertigung beschäftigt - und leiden an Krebs.
Den führten sie auf die Belastung mit Chemikalien wie Isopropyl-Alkohol, Arsen und Azeton zurück, die sowohl bei der Chipherstellung als auch bei der Laufwerk-Fertigung zum Einsatz kommen. Laut Klageschrift habe IBM die Arbeiter vor einem bekannten Gesundheitsrisiko nicht gewarnt. Das Geschworenengericht wollte jedoch einen direkten Zusammenhang zwischen dem von IBM zugestandenen Chemikalieneinsatz und der Krebserkrankung der beiden Arbeiter nicht erkennen.
"Hätte das Gericht das Verhalten von IBM als fahrlässig eingestuft, hätte das eine Vielzahl von Gerichtsverfahren gegen alle möglichen Technologie-Unternehmen nach sich gezogen, speziell gegen Hersteller von Laufwerken und Computerchips", kommentierte der IT-Analyst Chuck Jones das Urteil. "Nach diesem Urteil wird wahrscheinlich die gesamten Technologie-Industrie aufatmen."
Trotzdem stellt das Urteil nicht mehr als einen Etappensieg für den Konzern dar. Geplant und in Vorbereitung sind in den USA derzeit rund 200 Verfahren mit ähnlichen oder gleich lautenden Klagen. Der nächste Prozess beginnt nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg in der kommenden Woche im Bundesstaat New York.