Kryptographie USA lockern Exportbeschränkungen
Washington - Drastisch lockern will die USA ihre Exportbeschränkungen für Kryptographie. Wie die Regierung mitteilt , darf schon bald auch Verschlüsselungssoftware mit beliebig langen Schlüsseln von den USA aus weltweit vertrieben werden. Die Regelung soll voraussichtlich im Mai in Kraft treten.
Bislang brauchten Softwarefirmen, wenn sie Programme zur sicheren Verschlüsselung exportieren wollten, eine entsprechende Genehmigung. Ausnahmen waren nur für den Verkauf an Banken oder Firmen aus dem Gesundheitswesen erlaubt. Auf diese Weise war es US-Unternehmen praktisch unmöglich, ihre Verschlüsselungssoftware in Geschäften oder übers Internet zu verkaufen.
Das soll sich jetzt ändern. Mit der neuen Regelung dürfen derartige Programme, nachdem sie einmal von der Regierung begutachtet wurden, frei vertrieben werden. Lediglich Verkäufe an fremde Regierungen und in Länder wie Libyen und Irak müssen weiterhin genehmigt werden.
Seit Jahren haben Internet- und Technologie-Firmen im Chor mit Bürgerrechtsorganisationen eine derartige Gesetzesänderung gefordert. Ein erster, im November vorgelegter Regierungs-Entwurf ging ihnen aber nicht weit genug. Während die Gegner eines gelockerten Exports befürchten, Verschlüsselungsprogramme könnten in die Hände von Kriminellen fallen, führen Befürworter an, eine Lockerung sei zum Schutz der Kommunikation und des E-Commerce unabdingbar.
Der neue Entwurf ist bei den Software-Firmen auf große Zustimmung gestoßen. "Für ein erfolgreiches E-Business ist Sicherheit wirklich kritisch", sagte Novell-Vizepräsident Daniel Burton.
Bürgerrechtler, wie die Electronic Frontier Foundation warnten dagegen davor, die neuen bestimmungen könnten die freie Meinungsäußerung über das Internet einschränken. So sei zukünftig unter gewissen Umständen eine Regierungs-Lizenz nötig, um den Quellcode eines Programms im Internet zu veröffentlichen.