ChatGPT und Co.: Jeder Fünfte nutzt KI für politische Informationen - DER SPIEGEL
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ChatGPT und Co. Jeder Fünfte informiert sich mit KI zu politischen Themen

KI-Chatbots sollen zunehmend auch aktuelle Fragen beantworten können, liefern aber nicht immer korrekte oder hilfreiche Antworten. Dennoch nutzen gerade junge Menschen die Technik für politische Themen.
Junge Frau mit Smartphone: Jeder Dritte unter 25 recherchiert auch mit KI zu politischen Themen
Junge Frau mit Smartphone: Jeder Dritte unter 25 recherchiert auch mit KI zu politischen Themen

Junge Frau mit Smartphone: Jeder Dritte unter 25 recherchiert auch mit KI zu politischen Themen

Foto: Qi Yang / Moment / Getty Images

Etwa jeder fünfte Deutsche zwischen 16 und 65 Jahren hat sich einer Umfrage zufolge schon einmal mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) zu politischen Themen informiert. In der Generation Z bis 25 Jahre ist es mehr als jeder Dritte, wie aus einer Erhebung der IU Internationalen Hochschule mit Sitz in Erfurt hervorgeht. Die private Hochschule hatte rund 1200 Menschen repräsentativ nach Alter und Geschlecht befragt.

»Die Zahlen zeigen, dass die Technik Akzeptanz findet. Aber das ist auf jeden Fall noch steigerungsfähig«, sagte die Kanzlerin der Hochschule, Alexandra Wuttig. Sie gehe davon aus, dass etwa kurz vor der Bundestagswahl deutlich mehr Menschen ihre Informationen mittels ChatGPT und anderen KI-Systemen einholen.

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KI-Chatbots wie ChatGPT hatten anfangs häufig noch eine Beschränkung, wenn sie zu aktuelleren politischen Ereignissen recherchieren sollten. Das lag vor allem daran, dass die Programme auf älteren Daten trainiert wurden. Inzwischen können die meisten Chatbots allerdings auch aktuelle Ergebnisse liefern und dazu Informationen aus Onlinesuchen zusammentragen.

Risiken und Zeitersparnis

Zugleich zeigte die Umfrage auch Skepsis. So stimmten etwa 73 Prozent der Befragten der Aussage zu, KI-Technologien könnten missbraucht werden, um Informationen zu manipulieren. Etwa zwei Drittel äußerten die Sorge, eine fehlerhafte KI-Programmierung könne dazu beitragen, Ungleichheiten zu verstärken oder Diskriminierung zu fördern. (Lesen Sie hier den SPIEGEL-Titel über die Risiken von lügender KI.)

»Ich verstehe die Sorgen, aber diese Werte halte ich für zu hoch«, sagte Wuttig. In Deutschland sei die Haltung gegenüber neuen Technologien auch im Vergleich zu anderen Ländern besonders kritisch. »Es wäre gut, wenn wir auch mehr die Möglichkeiten und die Zeitersparnis sehen«, sagte sie. Dann liefe Deutschland auch nicht Gefahr, anderen Ländern hinterherzulaufen.

Gleichermaßen sei es wichtig, Antworten von KI-Systemen stets zu hinterfragen, sagte Wuttig. Da sei eine ähnliche Skepsis wie etwa bei sozialen Medien angebracht. »Man kann einen Chatbot ja auch ganz einfach nach seinen Quellen fragen.« Allerdings liefern nicht alle KI-Programme Auskünfte darüber, aus welchen Quellen sie ihre Informationen beziehen. Womit die Modelle hinter künstlicher Intelligenz trainiert worden, machen die Unternehmen ohnehin nicht transparent.

hpp/dpa