Leser-Surftipps: Dengdeeengdengdengdeng! - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Leser-Surftipps Dengdeeengdengdengdeng!

Sommerzeit, Urlaubszeit, Gelegenheit, die Seele baumeln zu lassen, seinen Hobbys zu frönen oder in die Ferne zu schweifen. Selbst die "Ich muss mal!"-Quengeleien der Kleinen sind heute kein Problem mehr: Wofür gibt's denn die Toilette für die Hosentasche?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn Menschen viel Zeit haben und dazu noch Begeisterung für ein Thema, dann entwickeln sie Kreativität. Das Web, größtes "Ich zeig dir mal was!"-Medium der Welt, ist voll von den Resultaten. Viele davon sind ideal dafür geeignet, sich damit an einem faulen Urlaubstag den Geist ein wenig anzuregen, andere wiederum dafür, an einem normalen, langweiligen Arbeitstag den faulen Geist auf Urlaub zu schicken.

In jede dieser Kategorien gehört "F1 dengdeeengdeeng ", ein Angebot von kaum zu schlagender Kompaktheit. Die Seite beschränkt sich auf ein Bild und eine hübsche Hintergrundfarbe (SPIEGEL-Rot), verzichtet ansonsten aber auf jeglichen Schnickschnack wie Links oder gar Inhalt. Ihre ganze Schönheit offenbart sie nach Aktivierung der Lautsprecher. Richtiges Hockenheim-Feeling kommt allerdings erst auf, wenn man die Seite in vier bis fünf Browser-Fenstern gleichzeitig öffnet und die Soundkarte des Rechners mit der heimischen Stereoanlage verbindet.

Erst dann begreift man: Ja, da hat sich ein ganz kreativer Fan Gedanken und Mühe gemacht! "Sinnlos, sinnlos, sinnlos. Aber irgendwie toll!", schreibt dazu SPIEGEL-ONLINE-Leser René L. Genau.

Profis am Werk

Aber nicht nur Heimbastler produzieren gute Web-Gags. Eine feine Sammlung von Videogags , teils aus Profi-, teils aus Laienquellen, hat der Radiosender Energy angesammelt. Ein Höhepunkt ist zweifellos der Sketch mit dem cholerischen Chef . Ein Tipp von Mathias H.

Oft ist im Web das besonders gut, was eigentlich besonders schlecht ist. Der Sender Vox beweist derzeit, dass man auch zur intelligentesten TV-Unterhaltung noch ein rundheraus bescheuertes Spiel ersinnen kann: "Six Feet Under " heißt das Machwerk, das seine Verwandschaft zu klassischen Web-Sportarten wie Pinguin-Weitwerfen nicht verhehlen kann.

In diesem Fall wirft man natürlich Särge, und zwar möglichst weit. Das schafft man, indem man mit möglichst hoher Geschwindigkeit vor die Friedhofsmauer semmelt und so knapp wie möglich vor dem Aufprall den Sarg abwirft.

Den Leichenwagen beschleunigt man mit möglichst hektischem Tippen auf die "Rechts"-Taste - was Ihre Büro-Nachbarschaft endgültig von Ihrem überbordenden Arbeitseifer überzeugen und zutiefst beeindrucken wird. Vorsicht: Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist die Sache schweißtreibend: Selbst Profitippsen schaffen in den ersten ein, zwei Stunden allenfalls 500 Meter, der Highscore liegt aber bei 725. Nicht verzagen: Übung macht auch hier den Meister.

Die Lösung: Das Klo für die Batzentasche

Auch gegen die wohl quälendste Nebenwirkung des Automobilbaus gibt es inzwischen ein Mittel im Web: Bekanntlich lösen Motorvibrationen im Verbund mit einem voll gepackten Kofferraum bei Kindern ja Quengeleien wie "Sind wir bald da?", "Wie lange noch?" und - der Gipfel der Qual - "Ich muss mal!" aus. Doch zumindest Letzteres hat nun seinen Schrecken verloren - "Traveljohn " sei Dank.

Ja, das ist sie, die lang ersehnte Toilette für unterwegs. Das kleine Grundmodell hält bis zu 800 Milliliter und passt locker in die Hosentasche. Bei Bedarf einfach auspacken, befüllen und - ja, bei nächster Gelegenheit entsorgen.

Auch für die Pause im notorisch unhygienischen Grün hat Traveljohn die richtige Lösung. Wer benutzt schon gerne Klohäuschen an der Autobahn? Da nimmt man einfach sein eigenes mit: Traveljohn hat dafür nicht nur schöne, klappbare Klositze im Angebot, sondern auch kompakt zu packende Klohaus-Zelte, die für die nötige Intimsphäre sorgen. Da sei die Prognose, dass sie als stolzer Nutzer ihres eigenen mobilen Klos bald schon zum bestaunten und beneideten Mittelpunkt jedes Autobahn-Rastplatzes werden! Ein Tipp von Thomas F.

Bleibe im Lande...

Übrigens, Biggi und Ralf lassen am 21. August einen kleinen Geocaching-Event steigen. Treffpunkt ist ab 12 Uhr bei N 49° 37.260', O 011 ° 03.290. Wie immer geht es darum, die Tupperdose zu finden.

Wem all das nichts sagt, der hat wohl auch noch kein GPS-Gerät in der Schublade. Wer aber eines hat, der hat vielleicht auch Spaß an der modernsten Form der Schnitzeljagd, die sich landauf, landab breit macht - und natürlich auch im Web: Wer wissen will, wo sich in den nächsten Wochen Tupperdosen-Sucher treffen, findet das über Geocaching.com  heraus - die weltweite Suchmaschine für GPS-Fans. Ein Tipp von Matthias B.

Frank Patalong