Leserbeitrag Der Weg ist das Ziel
"Meine kurze Geschichte zu SPIEGEL ONLINE stammt aus den Anfängen meiner und Ihrer Internet-Präsenz:
Nachdem ich mir im Sommer 1994 über die Freie Universität Berlin einen Internet-Zugang beschafft hatte, lag dieser erst einmal einige Monate brach, weil mich die Installation der diversen, auf ca. acht Disketten verteilten Terminal-, DFÜ- und sonstigen Programme, die man damals zur Einwahl ins Netz benötigte, sowie die korrekte Einbindung des Modems technisch schlicht überforderte.
Etwa Ende 1994 startete ich dann mit fachkundiger Hilfe einen neuen Versuch, diesmal erfolgreich. Das Modem piepte hässlich, wir starrten auf den Log-In-Screen, "Log In erfolgreich" und starteten den sog. Mosaic-Browser, den Vorgänger von Netscapes Navigator. Eine Startseite war nicht eingestellt, so dass wir auf die wenig informative Seite "Blank" blickten.
Kurz überlegt, wo man denn im weltweiten Netz "hinsurfen" (neues, hippes Wort!) könnte. Und dann die allererste Adresse, die uns einfiel, eingegeben: Den SPIEGEL.
Aber es kam nicht das Erhoffte aus dem Äther, sondern wir lernten zunächst einmal die Bedeutung von Top Level Domains. Auf ".de" waren wir wegen der damals schon (subjektiv) vorherrschenden ".com"-Domains erst gar nicht gekommen.
Die Eingabe von www.spiegel.com führte uns auf die Seite einer amerikanischen Textilfirma. Vielleicht war es auch ein Juwelier(*).
Langweilig!
Erst der nächste Versuch mit www.spiegel.de brachte dann das erwartete Rot auf den Schirm. Wir hatten es geschafft, wir waren "drin".
Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass wir, ermutigt durch unsere ersten Erfolge in Sachen "Data-Mining" als nächstes die Seiten www.playboy.com und www.playboy.de ansteuerten (letztere gab es noch nicht).
Wir waren damals noch sehr jung......"
Gruß Christian Lorenz
(*) Sowohl als auch, Herr Lorenz: "Spiegel" ist das US-amerikanische Äquivalent zu "Otto", "Quelle" und Co: bis heute www.spiegel.com