Netzwelt-Ticker Mac-Trojaner, Twitter-Ausfall, Google-Internet
Apple-Chef Tim Cook vor Apple-Logo: Datendiebe haben es auf Macs abgesehen
Foto: ? Robert Galbraith / ReutersSicherheitsexperten warnen vor einer neuen Schadsoftware, die Macs infizieren kann. "Ars Technica" fasst die Erkenntnisse mehrerer Unternehmen zusammen , wonach "Backdoor.OSX.Morcut" (auch "Morcut" oder "Crisis" genannt) es vor allem auf Kommunikationsdaten abgesehen hat. Einmal auf dem Rechner eingeschleust, kommt die Malware beispielsweise an E-Mails oder Chatprotokolle aus Diensten wie Skype heran. Im Grunde werde der Mac zu einer Spionagemaschine, da Morcut auch Kamera und Mikrofon kapern und auf diesem Weg auch Räume beobachten kann.
Ins System gelangt die Software offenbar getarnt als Adobe-Flash-Installation. Sie ist nur das jüngste Beispiel für die zunehmenden Fälle von auf Mac OS spezialisierte Malware. Immerhin ist Morcut dem Bericht zufolge derzeit noch nicht stark im Umlauf.
Zwei Rechenzentren lösen Twitter-Störungen aus
Twitter hat die weltweiten Störungen mit einem Ausfall in den Rechenzentren erklärt . Am Donnerstag war der Webdienst für Millionen von Nutzern für bis zu zwei Stunden nicht erreichbar. Zwei Systeme gleichzeitig seien ausgefallen, was zu den globalen Problemen führte, hieß es. Das Unternehmen gibt an, massiv in Rechenzentren zu investieren, um derartige Vorfälle künftig zu vermeiden. Am Freitag waren die Störungen nach Firmeninformationen dann wieder behoben , und alle Nutzer sollten wieder vollständigen Zugang zur Seite haben - pünktlich zum Auftakt der Olympischen Spiele, zu denen ein Rekordaufkommen von Sport-Tweets erwartet wird.
"Financial Times": Digital-Abos überholen Print
Die britische "Financial Times" wächst dank des Digitalgeschäfts: Im ersten Halbjahr 2012 haben die Online-Abos erstmals die Menge der Print-Abos überholt . Man habe 300.000 Digital-Abonnenten, teilt das Unternehmen mit, ein Wachstum von 31 Prozent gegenüber demselben Zeitraum im Jahr 2011. Die Financial Times Group hat im ersten Halbjahr 216 Millionen britische Pfund umgesetzt, die Hälfte davon aus dem Digitalgeschäft. Der Anteil der Anzeigenumsätze schrumpft bei dem Unternehmen, 61 Prozent des Umsatzes kommen aus Abo- und Einzelverkaufserlösen. (lis)
Google Fiber startet im Herbst
In der US-Stadt Kansas City startet im Herbst ein mit Spannung erwartetes Pilotprojekt: Google Fiber bringt ausgewählten Bürgern Internet mit einer sagenhaften Geschwindigkeit von einem Gigabyte pro Sekunde zu verhältnismäßig moderaten Preisen, gerade im Vergleich zur Konkurrenz. Das kündigte der Konzern jetzt offiziell an . Einen Zugang mit einer Geschwindigkeit von fünf Mbit pro Sekunde - laut "Ars Technica" vergleichbar mit vielen Breitband-Verbindungen in den USA - sollen die teilnehmenden Anwohner sogar sieben Jahre lang kostenlos bekommen - allerdings müssen sie eine Installationspauschale von 300 Dollar bezahlen.
Google kritisiert die Geschäftsgebaren der US-Internetprovider, die langsames Internet zu hohen Preisen anbieten. Die Vormachtsstellung auf dem Werbemarkt ermöglicht es Google, nach dem Soft- und Hardware-Segment nun auch noch Geld in die Eroberung des ISP-Geschäftsfelds zu pumpen. Mit Fiber dringt Google außerdem weiter auf den Fernsehmarkt vor; eines der angebotenen Pakete enthält nach Firmenangaben vollen TV-Zugang.
Auch das noch:
- Twitter will Gerüchten zufolge mit eigenen Reality-Formaten in den Fernsehmarkt einsteigen - warum das eine desaströse Idee ist, erklärt GigaOm .
- Gerade noch berichtete Bloomberg, das Faceboook-Handy käme 2013, jetzt hat Mark Zuckerberg persönlich dem firmeneigenen Smartphone eine Abfuhr erteilt . Sein Dementi habe allerdings gar nichts zu sagen, beharrt "AllThingsD" und erklärt warum .
- Google steht auf dem Kopf: Das Unternehmen hat seine Suchseite überarbeitet und die Sidebar nach unten verfrachtet .
- Prototypen enthüllen: So hätten iPhone und iPad fast ausgesehen .
- Ein Gericht hatte Apple dazu verdonnert, in einer Notiz offiziell anzuerkennen, dass Rivale Samsung nicht beim iPad kopiert habe. Der Konzern wehrt sich und setzte sich vorerst durch , die Pflicht zur Stellungnahme wurde ausgesetzt.
- Erst vergangene Woche hatte US-Präsident Barack Obama eine Lanze für mehr Sicherheit im digitalen Raum gebrochen, jetzt legt NSA-Chef Keith Alexander nach . Er beklagt etwa den Anstieg der Hackerangriffe und glaubt, die Infrastruktur seines Landes sei der Entwicklung nicht gewappnet.
- Sie sollen 185 Regierungs-Websites angegriffen haben: Chinesische Behörden haben einen mutmaßlichen Hacker-Ring ausgehoben .