Macintosh-Rechner: Spielen mit dem Apple - DER SPIEGEL
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Macintosh-Rechner Spielen mit dem Apple

In Werbeagenturen, Redaktionen und Verlagen sieht man ihn oft: den Macintosh-Rechner. Computerspiele und Mac waren dagegen für viele Anwender zwei Welten, die lange Zeit nicht zusammenpassten. Spiele werden aber auch für Apple immer wichtiger.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München/Hamburg - Die Rechner mit dem Apfel-Logo scheinen für die Spiele-Hersteller nicht genug Gewinn zu versprechen. Tatsächlich ist die Zahl der Spiele-Titel, die auf einem Mac läuft, vergleichsweise gering. Für die Auswahl an Zusatzgeräten wie Gamepads gilt gleiches.

Seit der Einführung des iMacs vor zwei Jahren hat Apple einen Aufschwung erlebt. Laut Frank Limbacher, Sprecher der Apple Computer GmbH in München, haben sie tatsächlich zwei Standbeine: Der kreative Bereich, wie beispielsweise die Medien, und der private Anwender. Für den letzteren sei auch der iMac gedacht, der bisher weltweit rund 3,7 Millionen Mal verkauft wurde. "Insofern werden Spiele immer wichtiger für Apple."

Qualität statt Quantität

Nur rund fünf Prozent aller Computerspiele ließen sich auf dem Mac spielen, so Teja Töpfer, Produktmanager der Internet-Spieleplattform www.gamechannel.de . Limbacher gibt zu, dass die Zahl der Mac-Spiele vergleichsweise niedrig sei, "allerdings ist auch weniger 'Schrott' dabei". Titel, die auch in den Spiele-Charts weit oben stünden, wie "Deus Ex" oder "Diablo II", erscheinen dagegen mittlerweile für beide Plattformen.

Allerdings muss der Benutzer für den "Mac-Spaß" tiefer in die Tasche greifen. "Tomb Raider III" zum Beispiel kostet bei Bestellung über die offizielle Website von Macintosh unter www.apple.de  139 Mark. Die PC-Version ist um 50 Mark günstiger. Während der PC-Besitzer sich einen Computer für 2000 Mark aus dem Supermarkt holen kann, muss der Mac-Fan schon das Doppelte investieren. Dafür seien, so Töpfer, die Macintosh-Rechner fehlertoleranter, sie stürzen somit beim Spielen seltener ab.

Griff zum Power Mac

Aufwendige "Ballerspiele" lassen sich zwar auch mit dem günstigen iMac bewältigen, sagt Stephan Ehrmann von der Computerzeitschrift "c't", besser sei jedoch, eine gewisse Reserve an Rechnerleistung zu haben. In weiser Voraussicht auf die nächste, technisch noch anspruchsvollere Spiele-Generation sollten Spiele-Fans unter den Apple-Nutzern lieber gleich zum Power Mac greifen.

Die iMac-Grafikkarte könne gar nicht oder nur unter unverhältnismäßigem Kostenaufwand gegen leistungsfähigere Modelle ausgetauscht werden. Auch beim kürzlich vorgestellten "Cube", dem neuesten Apple-Rechner, lasse sich nur der Arbeitsspeicher, nicht aber die Grafikkarte nachrüsten. Einen Karten-Austausch ist dagegen beim Power Mac möglich, da dieser wie ein PC die so genannte AGP- oder PCI-Schnittstellen besitze.

Die Suche nach geeigneter Spielsteuerung ist für den Mac-Besitzer sehr aufwendig. Dank des USB-Anschlusses können einige Joysticks und Gamepads zumindest theoretisch eingesetzt werden. Die Treiber, die die Kommunikation zwischen der Hardware und dem Betriebssystem ermöglichen, müssen aber mühselig im Internet zusammengesucht werden.

Welche Spiele lassen sich auch auf dem Mac spielen?

"Den Verlagen ist oft selbst nicht klar, dass ihr Produkt auch auf dem Mac läuft", so Limbacher. Hybride Programme, die sowohl auf dem PC als auch auf dem Macintosh laufen, seien oft nicht als solche gekennzeichnet. Eine Übersicht zu den Apple-Spielen bietet die offizielle Homepage des Computerherstellers unter www.apple.com/games .

Trotz all dieser Hürden prophezeit Stephan Ehrmann dem Mac eine bessere Spiele-Zukunft: "Künftig wird es noch mehr Spiele für den Mac geben. Zumal auch Steve Jobs, Vorsitzender von Apple, persönlich die Softwarehersteller aufgefordert hat, mehr Titel zu liefern.