Markenstreit: Timelines will Facebook Timeline verbieten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Markenstreit Timelines will Facebook Timeline verbieten

Der Webdienst Timelines sieht seine Markenrechte verletzt - und klagt gegen Facebook: Das soziale Netzwerk soll den Begriff "Timeline" nicht länger für seine neue Profil-Ansicht verwenden.
Facebook-Chef Zuckerberg stellt die Timeline vor (21. September): Name geklaut?
Facebook-Chef Zuckerberg stellt die Timeline vor (21. September): Name geklaut?

Facebook-Chef Zuckerberg stellt die Timeline vor (21. September): Name geklaut?

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Hat Facebook abgekupfert? Das US-Unternehmen Timelines bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, auf einer Website Fotos und Texte auf einer Zeitleiste anzuordnen - Facebook-Anbindung inklusive. Das vor drei Jahren gestartete Web-Angebot aus Chicago richtet sich beispielsweise an Lehrer, die mit ihren Schülern eine virtuelle Zeitreise historischer Ereignisse erarbeiten können.

Auch Facebook hat neuerdings Zeitleisten: Im September präsentierte das soziale Netzwerk eine grundüberholte Profil-Ansicht und neue Funktionen. Unter anderem können Nutzer ihr Leben nun in Bildern und Anekdoten erzählen. Der Name der chronologischen Darstellung: "Timeline". Und wer die Facebook-Seite des Unternehmens Timelines über die Adresse facebook.com/timelines aufrufen wollte, wurde auf die Facebook-Funktion umgeleitet.

Das Unternehmen zog vor Gericht  - die Adresse funktioniert daraufhin wie gehabt. Der Streit um die Verwendung des Begriffs "Timeline" geht allerdings weiter. Nun wirbt Timelines mit einem offenen Brief  um Unterstützung und kündigt an, erbittert um die ihr zugesprochenen Markenrechte zu kämpfen.

Auf der eigenen Website stellt das Unternehmen klar, dass man nicht gegen Facebooks neues Angebot schießen wolle - nur solle Facebook sich einen neuen Namen suchen. Verwiesen wird darauf, dass Facebook selber rigoros seine Markenrechte verteidige und schon juristisch gegen Angebote vorgegangen sei, die den Namen "Book" im Namen trugen.

Besonders beliebt ist die Facebook-Timeline offenbar noch nicht: 56 Prozent der Nutzer, die von Timeline wissen, gefällt die neue Funktion nicht. Das ergab eine Telefonumfrage von "USA Today" und dem Marktforschungsunternehmen Gallup mit 2000 Teilnehmern. Das berichtet das US-Blog "Mashable"  und verweist auf ganz ähnliche Ergebnisse einer eigene Umfrage, bei der 59 Prozent von 3200 Nutzern die Änderungen kritisch sahen. Vielleicht klappt es ja mit einem neuen Namen besser.

ore