McDonald's-Werbewandel Chicken McSpam
New Orleans - "Die Zeiten, in denen wir Hunderte Millionen Dollar pro Jahr für TV-Werbung ausgegeben haben, sind vorbei", sagte Bill Lamar, US-Marketing-Boss von Mc Donald's auf einer Werbekonferenz in New Orleans. Künftig sollen die Konsumenten über das Internet erreicht werden - ein billiger und womöglich sehr effektiver Weg.
Das Fast-Food-Unternehmen verbuchte 2003 erstmals in seiner Geschichte einen Verlust und befindet sich seitdem auf Sparkurs. Die geplanten Investitionen sollen um rund 800 Millionen Dollar jährlich gekürzt werden. Da bleiben auch die Werbeausgaben nicht verschont. Teure TV-Spots sollen daher teilweise durch günstigere Online-Werbung ersetzt werden.
Erste Experimente mit E-Mail-Marketing wurden bereits gestartet. Per Mail wurde etwa für einen Chicken-Burger geworben - offenbar mit Erfolg. Der Absatz des Hähnchen-Sandwiches wurde jedenfalls gesteigert. In Zukunft solle vor allem die Interaktivität des Mediums Internet zu Werbezwecken genutzt werden, so der Konzern. Außerdem sei gezielte Promotion zur Mittagszeit geplant.
McDonald's hofft, mit digitaler Werbung das Markenbewusstsein zu steigern und neue Zielgruppen zu erreichen - das Potenzial ist jedenfalls groß. Nach Angaben von Nielsen/NetRatings sind derzeit 580 Millionen Menschen weltweit online, und jedes Jahr werden es vier Prozent mehr.
Ein reizvoller Werbemarkt für ein Unternehmen, das bereits täglich 46 Millionen Menschen in 100 Ländern mit Burgern versorgt. McDonald's folgt mit seiner neuen Marketing-Strategie einem allgemeinen Trend. Laut einer Nielsen-Studie hat sich das Werbevolumen im Internet 2002 um 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht. Die Werbeinvestitionen in klassischen Medien sind hingegen im gleichen Zeitraum um 4,4 Prozetn gesunken.
McDonald's erhofft sich von seiner digitalen Marketing-Kampagne ein neues, jugendliches Image. Die 1965 gegründete Kette hatte zuletzt unter Boykottaufrufen und dem Vandalismus von Gegnern des Irak-Kriegs zu leiden.
Auch eine Promotion-Kooperation mit dem Online-Spiel "The Sims" sowie neu installierte Internetstationen in einigen Restaurants sollen vor allem jugendliche Kunden ansprechen. Diese Zielgruppe ist online besonders gut zu erreichen - bereits 92 Prozent der amerikanischen Teenager surfen im Netz.