Meldungsüberblick Bundesregierung offline
Wenn die Schattenseiten der schönen, neuen Digitalwelt auf beamtische Strukturen treffen, geht mitunter gar nichts mehr: Derzeit müssen Parlamentarier und Bundesregierung erleben, dass ihnen ihre E-Mails erst nach mehreren Tagen zugestellt werden. Der Grund: Die Regierungsserver ersaufen in einer wahren Spam-Flut.
Statt die aber einfach auszufiltern und zu löschen, sind die Systemadministratoren "aus rechtlichen Gründen" verpflichtet, die Mails auszusortieren und sie ihren eigentlichen Adressaten zukommen zu lassen. Erst die Abgeordneten und Regierungsmitarbeiter selbst dürfen den Werbemüll dann entsorgen.
Das Spam-Päckchen hat sich gewaschen: Über 500.000 Müll-Mails, schreibt der Informationsverbund Berlin Bonn IVBB, seien seit dem Wochenende aufgelaufen. Die Mailserver aller Bundesministerien und des Bundeskanzleramtes seien noch bis Freitag fast völlig lahm gelegt.
Warum und woher die Mistlawine anrollt, wissen die EDV-Leute des Bundes nicht. Zumindest das ist ja auch völlig normal.
Google: Besser suchen als mit Windows
Google entwickelt Suchtechnologie, und suchen muss man mitunter nicht nur in Netzen, sondern auch auf dem eigenen Rechner. Was läge da näher, als ein Suchprogramm für Windows zu entwickeln?
So etwas gehört zwar schon zu den Grundfunktionen der Windows-Betriebssysteme, doch Google ist sich sicher, das besser zu können: "Puffin" soll schon in Kürze zum kostenlosen Download bereit stehen.
Eigentlich ist das Ganze eine Retourkutsche: Microsoft kündigte im letzten Jahr an, immense Summen in die Entwicklung eigener Suchtechnologien investieren zu wollen. Die sollen ab "Longhorn", dem für 2006 avisierten Nachfolger der aktuellen Windows-Systeme, die Suche in Web und auf dem Rechner integrieren. Bis dahin will Google offenbar ein Programm etablieren, dass das bereits kann. Frei nach dem Motto: Klaust du mir die Butter vom Brot, stehle ich dein Messer.
Gerüchte: Strato bald verkauft?
Deutschlands größter, erfolgreichster und zugleich wohl unpopulärster Webhoster Strato steht angeblich zum Verkauf. Das berichtet de.internet.com mit Bezug auf Informationen aus dem Teles-Konzern, dem Strato zu 100 Prozent gehört. Strato ist nach Auskunft von Teles "hoch profitabel", "konkrete Kooperations- beziehungsweise Verkaufsanfragen" lägen bereits vor.
Wer da scharf ist auf die Millionen Strato-Adressen, ist nicht bekannt. de.internet.com scheint da aber etwas zu vermuten: Der Web-Nachrichtendienst fragte bei Michael Frenzel, dem Sprecher von 1&1, nach. Der konnte bestätigen, dass es "in der Vergangenheit immer wieder Gespräche" gegeben habe. Ob das auch aktuell so sei, könne von ihm jedoch nicht kommentiert werden. Das braucht er vielleicht auch gar nicht: Nur wenige Web-aktive Unternehmen in Deutschland wären groß genug, einen Klops von Strato-Größe zu schlucken.
Frank Patalong