Messe-Ausblick: Cebit schrumpft weiter - DER SPIEGEL
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Messe-Ausblick Cebit schrumpft weiter

Kleiner kann ja auch feiner heißen, und so besteht Cebit-Chef Ernst Raue auf bester Stimmung: Deutschlands am 2. März beginnende Tech-Messe steht im Zeichen keimender Hoffnungen auf ein Ende der Krise. Zu erwarten sei für IT-Branche wie Messe "eine dynamische Phase".
Cebit-Fahne im rauen Wind: Noch ist die Krise nicht vorbei, noch schrumpft die Messe
Cebit-Fahne im rauen Wind: Noch ist die Krise nicht vorbei, noch schrumpft die Messe

Cebit-Fahne im rauen Wind: Noch ist die Krise nicht vorbei, noch schrumpft die Messe

Foto: ddp
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Hannover - Die weltgrößte IT-Messe Cebit hat nach dem kräftigen Einbruch 2009 auch in diesem Jahr Aussteller verloren. Vom 2. bis 6. März 2010 kommen noch 4157 Unternehmen aus 68 Ländern nach Hannover, wie die Veranstalter am Montag mitteilten. Das ist die niedrigste Teilnehmerzahl seit 20 Jahren. Im vergangenen Jahr war die Ausstellerzahl auf rund 4300 eingebrochen - 2008 waren es noch mehr als 5800 Unternehmen. Allerdings beteiligen sich der Messegesellschaft zufolge dieses Jahr knapp 300 Firmen zum ersten Mal an der Cebit, darunter auch der Internetkonzern Google und der weltgrößte Online-Händler Amazon.

Messe-Vorstand Ernst Raue ist zuversichtlich: "Die Cebit kommt genau zum richtigen Zeitpunkt." In einigen Bereichen der Branche helle sich die Stimmung allmählich wieder auf. "Die Unternehmen aus dem In- und Ausland gehen jetzt ITK-Projekte an, die sie 2008 und 2009 angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise auf Eis gelegt haben", sagte Raue. Das werde auch auf der Cebit spürbar werden. "Wir sind in einer dynamischen Phase."

Der Schwerpunkt der Messe heißt "Connected Worlds" - vernetzte Welten. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, mobiler und stationärer Anwendung, On- und Offline verschwänden immer mehr, sagte Raue. Partnerland der Cebit ist in diesem Jahr Spanien. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wird der spanische Ministerpräsident und derzeitige EU-Ratspräsident José Luis Rodríguez Zapatero die Cebit am Abend des 1. März eröffnen.

Die Computer- und Telekommunikationsbranche erwartet unterdessen erst im kommenden Jahr wieder größeres Wachstum. Die Weichen dafür müssten aber schon jetzt gestellt werden, sagte Harald Stöber vom Branchenverband Bitkom am Montag bei einer Pressekonferenz zur bevorstehenden Computermesse in Hannover. Angesichts stagnierender Entwicklung der weltweiten ITK-Märkte - außer China - brauchten die Unternehmen die Messe als Anstoß und Motor für einen künftigen Aufwärtstrend.

Bitkom wünscht sich klareres Profil

Für August-Wilhelm Scheer, Chef der Branchen-Lobby Bitkom, bleibt die noch immer größte Computermesse für die Branche auch weiterhin die wichtigste. Der Verband gehe davon aus, dass auf der Cebit "Aufträge von mehr als zehn Milliarden Euro geschrieben und vorbereitet werden". Beim Publikum populärere Konkurrenzmessen wie die CES in Las Vegas oder die Mobile World in Barcelona, wo heute das Gros der Neuigkeiten der Saison vorgestellt wird, "können allenfalls in Teilbereichen mit der Cebit konkurrieren", so Scheer.

Die Sicht des Branchen-Lobbyvertreters teilen viele: Die Cebit ist keine Publikumsmesse, sondern versteht sich in erster Linie als Fach- und Handelsevent. Anders als etwa die Frankfurter Buchmesse, wo der Spagat zwischen Publikum und Fachmesse elegant gelingt, tut sich die Cebit mit diesem Thema von jeher schwer. Scheer plädiert darum für klarere Verhältnisse: "Auf der Messe geht es nicht mehr nur um Show, Image und Vertrieb. In Hannover wird Politik gemacht, man stellt sich der Presse vor, bekommt innovative Ideen, erfährt die neuesten Trends, macht interessante Kontakte und findet neue Mitarbeiter. Für die Zukunft muss es gelingen, der Cebit wieder ein klares Profil zu geben. Wir müssen weg vom Bauchladen-Image."

Dazu solle beitragen, dass die Messe in Zukunft in vier klare Teile geteilt werde: "Cebit Pro" für geschäftliche Anwender, "Cebit Gov" für die öffentliche Hand, "Cebit Life" für die Internetwelt und Privatkonsumenten, "Cebit Lab" für Forschungseinrichtungen und Institute.

pat/dpa

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