Microsoft beendet Silverlight: Watchever und Sky unter Druck - DER SPIEGEL
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Video-Plug-in Silverlight Microsoft zwingt Watchever und Sky zum Wechsel

Die Tage des Video-Plug-ins Silverlight sind gezählt: Microsoft will die Software in seinem Browser blockieren, Onlinevideotheken wie die von Sky und Watchever steigen auf HTML5 um.
Onlinevideothek Watchever: Im Browser wird bald ein HTML5-Player eingesetzt
Onlinevideothek Watchever: Im Browser wird bald ein HTML5-Player eingesetzt

Onlinevideothek Watchever: Im Browser wird bald ein HTML5-Player eingesetzt

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Wer sich die Fantasy-Serie "Game of Thrones" bei Sky Go oder das Drogen-Drama "Breaking Bad" bei Watchever über den Browser anschauen will, hat keine Wahl: Die Nutzer müssen das Plug-in Silverlight installieren. Doch die Videosoftware ist ziemlich in die Jahre gekommen, anfällig für Sicherheitslücken und läuft längst nicht mehr mit jedem Browser.

Daher will Microsoft das Silverlight-Zeitalter nun beenden und setzt die Kunden mächtig unter Druck: Der Konzern hat angekündigt, das Video-Plugin im neuen Windows-10-Browser Edge zu blockieren. In einem Blogbeitrag heißt es , dass Microsoft bei der Video-Wiedergabe künftig voll auf HTML5 setzt und somit auch kein Flash mehr unterstützt.

Damit rückt Microsoft von der eigenen Software ab. "Die Unterstützung für ActiveX wird mit Microsoft Edge eingestellt, und das bedeutet, dass auch die Unterstützung für Silverlight wegfällt", heißt es in der Microsoft-Mitteilung.

Wechsel auf HTML5 empfohlen

Zwar wird das Programm noch weiter mit Updates versorgt, und auch Anwendungen außerhalb des Browsers werden unterstützt, doch bei Windows 10 wird das Plug-in nur noch mit dem Auslaufmodell Internet Explorer 11 funktionieren. Microsoft empfiehlt Unternehmen, die derzeit Silverlight für die Medienwiedergabe nutzen, auf HTML5 umzusteigen.

Ärgerlich ist das vor allem für Onlinevideotheken, die noch immer ihre Filme, Serien und Live-Sportereignisse mit dem Microsoft-Plug-in Silverlight im Browser abspielen.

Viele Onlinevideotheken haben den Umstieg bereits abgeschlossen. Der Video-on-Demand-Anbieter Maxdome etwa führte im März einen HTML5-Player ein, was bedeutet, dass die Kunden seither keine Plug-ins mehr installieren müssen , um Serien und Filme zu schauen. Die US-Onlinevideothek Netflix wechselte bereits vor zwei Jahren zu einer HTML5-Ansicht  und setzte Silverlight ab. Die Mitarbeiter arbeiteten für den Umstieg sogar mit Microsoft-Entwicklern zusammen.

Onlinevideotheken wollen nachjustieren

Doch in Deutschland setzen noch immer zwei Onlinevideotheken auf Silverlight: das Angebot von Sky Deutschland und Watchever. Auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte eine Watchever-Sprecherin, dass man bereits mit der Migration von Silverlight zu HTML5 begonnen habe. "Dieser Service wird unseren Kunden noch in diesem Sommer zur Verfügung stehen."

Auch bei Sky Deutschland haben sich die Entwickler auf den Abschied von Silverlight eingestellt. Ein Sprecher sagt SPIEGEL ONLINE: "Wir arbeiten bereits an einer HTML5-basierten Lösung, damit unsere Kunden weiterhin Sky Go, Sky Online und Snap über den Browser nutzen können." Man werde "in den kommenden Monaten so weit sein".

Microsoft hatte das Ende von Silverlight zunächst auf das Jahr 2021 datiert. Doch nun scheint das Video-Plug-in schneller zu sterben als gedacht. Dafür gibt es einige Gründe. Zum einen hat sich HTML5 als Multimedia-Code im Netz mittlerweile fast überall gegen Flash und ActiveX durchgesetzt.

Für HTML5 spricht, dass sich Videos ohne zusätzlich installierte Software auf allen Plattformen abspielen lassen, auch auf Smartphones und Tablets. Silverlight hingegen läuft nicht auf iPhones, iPads und Android-Geräten, weil Plug-ins in den mobilen Browsern nicht zugelassen sind.

Google hat sich im April für einen radikalen Schritt entschieden und Silverlight aus dem Chrome-Browser verbannt . Als Grund gibt der Suchmaschinenriese an, dass so die Performance verbessert werde. Zudem ist das Silverlight-Plug-in in der Vergangenheit immer wieder aufgrund von Sicherheitslücken in die Schlagzeilen geraten .

jbr