Microsoft Bing: Verschlüsselung von Suchanfragen - DER SPIEGEL
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Privatsphäre Microsoft verschlüsselt Bing-Suchanfragen

Um Anwender vor Lauschern zu schützen, will Microsoft Suchanfragen an seine Suchmaschine Bing in Zukunft verschlüsseln. Auf diese Weise sollen nicht nur Lauscher ausgesperrt werden. Auch Webseitenbetreiber bekommen weniger Daten.
Microsoft Bing: Verschlüsselung künftig als Standard eingestellt
Microsoft Bing: Verschlüsselung künftig als Standard eingestellt

Microsoft Bing: Verschlüsselung künftig als Standard eingestellt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Microsofts Suchmaschine Bing soll abhörsicher werden. Laut Bing-Blog sollen Suchanfragen ab dem Sommer verschlüsselt  übertragen werden. Als Option gibt es diese Möglichkeit bereits seit anderthalb Jahren, jetzt soll die Verschlüsselung zum Standard werden.

Eine Vorreiter ist Microsoft damit allerdings nicht. Google führte die Verschlüsselung von Suchanfragen  im Oktober 2011 ein, Yahoo folgte  2014. Die alternative Suchmaschine Duckduckgo  setzt bereits seit dem Sommer 2010 auf Verschlüsselung.

Bing-Nutzer werden die Einführung der Verschlüsselung daran erkennen, dass bei Aufruf der Suchmaschine nicht mehr http://www.bing.com in der Adresszeile des Browsers angezeigt wird. Stattdessen lautet die Adresse künftig https://www.bing.com. Der kleine Buchstabe "s" hinter dem http macht hier den Unterschied und zeigt die Verschlüsselung der Verbindung an.

In der Praxis, so "Cnet" , bedeutet dieser Schritt, dass Bing-Suchanfragen in Zukunft nicht mehr von Hackern belauscht werden können, die sich möglicherweise in eine schlecht gesicherte Verbindung einklinken würden.

Vor allem aber bekommen Werbetreibende und Webseitenbetreiber weniger Informationen. Ihnen wird nicht mehr mitgeteilt, wonach ein Anwender gesucht hat, bevor er von einem Bing-Suchergebnis auf ihre Seite verwiesen wurde. Lediglich die Information, dass sie von Bing aus weitergeleitet wurden, wird noch an die Betreiber übergeben.

Die Nachricht sollte in ihrer Bedeutung nicht unterschätzt werden, meint "The Verge" . Wer Bing nicht nutze oder gar ablehne, fände sie nicht erwähnenswert. Doch selbst wenn die Nutzerzahlen in Europa sehr gering seien, sehe die Lage in den USA anders aus. Dort habe die Microsoft-Suchmaschine inzwischen einen Marktanteil von über 20 Prozent erreicht . Das liege auch daran, dass Bing seit zwei Jahren die Standardsuchmaschine für Apples sprechenden iPhone-Assistenten Siri ist.

meu