Microsoft-Prozess Ring frei zur nächsten Runde
In mündlicher Verhandlung berät heute ein Gericht in Washington über die Zukunft des Softwareriesen Microsoft. Dabei geht es um die Auflagen, mit denen die gerichtlich festgestellten Verstöße des Unternehmens gegen die US-Monopolgesetze geahndet werden sollen.
Das US-Justizministerium und 17 Bundesstaaten haben die Zerschlagung in zwei unabhängige Firmen beantragt. Microsoft weist diese Forderung als völlig überzogen zurück.
Über die Richtung der heutigen, mündlichen Verhandlung kann im Vorfeld nur spekuliert werden. Es ist möglich, dass der zuständige Bundesrichter Thomas Penfield Jackson den Parteien erneut Gelegenheit geben wird, überarbeitete Lösungsvorschläge vorzulegen. Genauso wahrscheinlich wäre es, dass Jackson den streitenden Parteien seine derzeitige Beurteilung des Falles mitteilt und ihnen dann Gelegenheit gibt, ihre Kompromissvorschläge dieser Linie anzupassen.
Es ist unklar, wie viel Zeit Jackson beiden Seiten zur Darstellung ihrer Positionen vor seiner Urteilsfindung noch einräumen wird. Microsoft hat die Vertagung der Verhandlung um mehrere Monate beantragt und angekündigt, jedes Urteil anfechten zu wollen. Das Hearing beginnt gegen 16 Uhr deutscher Zeit, erste Ergebnisse sind damit nicht vor dem späten Abend zu erwarten. In vorhergehenden Verhandlungen gingen die Sprecher von Gericht und streitenden Parteien nicht vor dem Börsenschluss an der Wall Street an die Öffentlichkeit.