Microsoft-Prozess: Urteil wird Montagnacht erwartet - DER SPIEGEL
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Microsoft-Prozess Urteil wird Montagnacht erwartet

US-Bezirksrichter Thomas Penfield Jackson wird in dem Wettbewerbsfall gegen Microsoft am Montag gegen 23.00 Uhr MESZ/17.00 Uhr Ortszeit ein Urteil verkünden.
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Eventuell könne das Urteil auch ein wenig früher ergehen, berichtet der Sender CNNfn unter Berufung auf einen Gerichtsassistenten. Am Wochenende hatten Microsoft und die US-Regierung ihre Bemühungen, zu einem Vergleich zu gelangen, aufgegeben. Inzwischen seien die Differenzen in dem seit zwei Jahren laufenden Verfahren unüberbrückbar, hatte Vermittler Richard Posner begründet.

Auch der amerikanische Softwarehersteller Microsoft rechnet nach eigenen Angaben noch heute mit einem Urteil in dem Kartellprozess, das die Bundesregierung in Washington und 19 Einzelstaaten gegen ihn eingeleitet haben. US-Bezirksrichter Thomas Penfield werde sein Urteil nach dem Schließen der Finanzmärkte verkünden, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Richter Michael Penfield Jackson bestätigte dies mittlerweile. Es wird allgemein erwartet, dass das Urteil gegen Microsoft ausfallen wird und für das Unternehmen weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen wird. Im Gespräch sind rigorose Auflagen bezüglich der Unternehmensführung und der Geschäftspraktiken, die Verpflichtung, den Sourcecode von Schlüsselprodukten wie Windows offenzulegen und - immer noch - auch eine Aufteilung des Softwareriesen auf mehrere kleine Unternehmen.

Microsoft-Kurse im Tiefflug: minus 11,82 Prozent in den ersten 30 Minuten

Erste Konsequenzen aus dem Platzen der Verhandlungen um eine außergerichtliche Einigung zeigten sich direkt nach Eröffnung der Börsen am Montagmorgen. Die Aktien des Softwareunternehmens gingen augenblicklich in den Sturzflug über: Der Microsoft-Aktienkurs sackte in der ersten halben Stunde des Handels an der Nasdaq-Börse um 12 5/8 Dollar oder 11,82 Prozent auf 93 5/8 Dollar. Nach einer Stunde lagen sie bei minus 14 Prozent.

Dagegen legten die Aktien der Computerfirmen und Softwarekonkurrenten wie Oracle, IBM, Hewlett-Packard, Apple Computer, Dell Computer, EMC und Sun Microsystems kräftig zu. Sie könnten von Auflagen gegen Microsoft profitieren.

Was wäre, wenn...

Im Falle einer Verurteilung von Microsoft hätte das nicht sofort Konsequenzen. Wahrscheinlich wird es Monate dauern, bis Richter Jackson das Strafmaß verkündet. Auch dann wäre der Prozess State vs. Microsoft nicht beendet: Alle Analysten gehen davon aus, dass Microsoft in die Berufung gehen wird.

Berufungsverfahren bis zum obersten Bundesgericht könnten nach Ansicht amerikanischer Rechtsexperten ein bis zwei Jahre dauern. "Wir glauben absolut daran, dass das Justizsystem letztlich zu unseren Gunsten entscheiden wird", erklärte Microsoft-Chef Bill Gates der "New York Times" am Montag.