Netzwelt-Ticker Microsoft scheitert an "Do Not Track"
Microsofts "Do Not Track"-Vorstoß ist einen schnellen Tod gestorben, glaubt Wired.com. Eigentlich hätte im neuen Internet Explorer 10 ja die Datenschutz-freundliche "Do Not Track"-Funktion standardmäßig eingeschaltet sein sollen - ein Frontalangriff gegen die Online-Werbeindustrie , hieß es. Zu der Microsoft natürlich selbst gehört.
Doch in den gerade veröffentlichten, neuesten Spezifikationen des noch in Entwicklung befindlichen "Do not Track"-Standards ist plötzlich eine Nutzer-Wahl vorgeschrieben: Surfer sollen sich bewusst für "Do Not Track" (DNT) entscheiden, in einem sogenannten Opt-in-Verfahren. Standardmäßig müsse DNT ausgeschaltet sein.
Damit ist Microsofts Vorstoß in Sachen Datenschutz erst mal beendet. Sollte Microsoft an den alten Plänen festhalten, würde der IE 10 gegen den neuen Standard verstoßen und dürfte von Website-Betreibern hinsichtlich DNT-Einstellungen ignoriert werden. Kurz: Was als vorbildliche und dreiste Offensive, als "Alptraum der Werbenetzwerke" begann, endete doch recht erbärmlich als Totalpleite.
Und aus dem Display erwuchs ein Knopf
Diese Interface-Studie verzückt gerade Nerds aus aller Welt: Die kalifornische Firma Tactus will Display-Oberflächen entwickeln , die auf Befehl Buttons, Flächen, Noppen herausbilden kann. Aus einem flachen Tablet-Bildschirm erhebt sich eine Tastatur, ein glattes Smartphone verwandelt sich in eine Fernbedienung mit Tasten, die je nach Bedarf an- und abschwellen.
Google-Anwendungen bald nach EU-Datenschutzrichtlinie erhältlich
Google wird seine Business-Anwendungen künftig auch in Übereinstimmung mit der Datenschutz-Richtlinie der Europäischen Union anbieten. Das kündigte der Konzern am Donnerstag in einem Blog-Beitrag an.
Bislang standen die Google-Anwendungen für Kunden in Europa nur unter dem Schutz des "Safe Harbor "-Abkommens zwischen der EU und den USA. Sie ermöglicht es europäischen Unternehmen, personenbezogene Daten legal in die USA zu übermitteln. Künftig können Google-Kunden zusätzlich auch die strengere EU-Datenschutzrichtlinie zur vertraglichen Grundlage machen. Bislang setzen nach Angaben des Konzerns weltweit mehr als vier Millionen Unternehmen Google-Apps ein. In Europa gehören Unternehmen wie der Chemiekonzern Roche und das Schweizer Verlagshaus Ringier zu den Kunden von Google. (juh/dpa)
Was am Donnerstag sonst noch wichtig war:
- Ars Technica hat auf der International Conference on Cyber Conflict in der estnischen Hauptstadt Tallinn einen spannenden Vortrag über Irans Online-Anstrengungen gehört, zu denen Firmeninvestitionen genau so gehören, wie gekaufte Hacker und Blogger .
- Die Mozilla-Entwickler haben Version 13 des kostenlosen und quelloffenen E-Mail-Programms Thunderbird veröffentlicht , und Golem.de erklärt, warum Version 13 zum Nachdenken über E-Mail-Anhänge anregt .
- "Sie werden Windows 8 hassen," schreibt Slate.com in einem Vorabtest des neuen Microsoft-Betriebsystems, "denn sie sind noch nicht bereit für Windows 8". Auch wenn es vieles zu lieben gäbe - am Anfang sei Win 8 doch ein Hindernis. Doch schon bald würden die großen Design- und Konzept-Änderungen "das Leben von Millionen von Menschen" umkrempeln. Aha.
- Tatsache, Videospiel-Legende John Carmack versucht sich an Virtual-Reality-Helmen - die er für 500 Dollar das Stück verkaufen will. PCgamer.com weiß, was es damit auf sich hat.