Microsoft und Amazon Schnellweg zum Warenkorb
Ne, was wird das schön: Ab Ende Oktober verkauft Microsoft eine auf den neuesten Stand gebrachte Version seiner Office-Suit. Die beherrscht mit den Standardprogrammen Word, Access und Excel ihre Marktnische ähnlich souverän wie Windows den Markt der Betriebssysteme.
An Office ist also kaum ein vorbeikommen, am neuesten Feature dagegen schon: Nur wer will, klickt.
Klickt? Genau das: Microsoft kommt dem Ideal des Hypertextes ein Stück näher und löst sich vom Browser. Bis tief hinein in die Office-Anwendungen gibt es nun Links - auch, wenn die immer zum gleichen Ort führen: zu Amazon.
Der Internet-Handelsriese ist (wahrscheinlich zahlender) Partner des Deals, der Microsoft-Nutzern die Möglichkeit eröffnen soll, in nie gekannter Bequemlichkeit selbst aus selbst geschriebenen Texten heraus direkt hin zum Einkauf zu hüpfen.
Erwähnt man etwa "Franzen" in einem Text, führt der Klick auf den Namen (so er verzeichnet ist) direkt hin zum Verzeichnis seiner lieferbaren Bücher. Eines gibts im Augenblick im Sonderangebot.
Im Sonderangebot gibt es auch den neuen Service, denn fest eingebaut ist der ins neue Office nicht: Erst wird man sich die passende Amazon-Datenschnittstelle zum Office-Paket aus dem Web saugen müssen, wenn man will.
Künftige Versionen könnten solche Schnittstellen von vorherein bereithalten, denn diese "Schnellstraße in den Einkaufswagen" gehört zu den Standard-Ideen von Marketing-Fachleuten. Ob vom Fernsehen direkt zur Verkaufshotline, vom Digi-Rundfunk direkt zum Shoplink, vom UMTS-Handy direkt ins Ohr und ab in den Laden, immer geht es darum, den Kunden da abzuholen, wo er gerade ist und dahin zu bringen, wo er eigentlich nicht hin wollte: zur Kasse. Ob und wieviel Amazon dafür bezahlt, Kunden aus dem Tippprogramm zugeführt zu bekommen, ist nicht bekannt: weder Microsoft noch Amazon geben dazu einen Kommentar.