Microsoft vs. Macintosh: Der neue Streit der alten Rivalen - DER SPIEGEL
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Microsoft vs. Macintosh Der neue Streit der alten Rivalen

Für fünf Jahre schien zwischen den Konkurrenten Microsoft und Macintosh Waffenstillstand zu herrschen. Pünktlich zur Macintosh-Messe Macworld holt Microsoft nun zum Schlag gegen den Rivalen aus - ein offensichtlicher Racheakt.
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Vor fünf Jahren unterzeichneten die einstigen Erzfeinde Apple Macintosh und Microsoft während der Messe Macworld eine ungewöhnliche Vereinbarung: Microsoft sollte über fünf Jahre die Programme Office und Internet Explorer Mac-gerecht aufbereiten und weiterentwickeln. Microsofts Macintosh Business Unit (MacBU) wurde dafür ins Leben gerufen. Mit dem heutigen Start der Messe ist der Vertrag zwischen den Parteien abgelaufen, die zwischenzeitlichen freundschaftlichen Bande auch.

Man wolle zwar weiterhin zusammenarbeiten, allerdings ohne schriftliche Manifestierung, hieß es vor der Messe. Nun nutzt Microsoft die Gunst der Stunde und stiehlt der Macworld die Show. Am Dienstag kündigte Microsoft an, im September die Windows Media 9 Serie als Beta-Version zu veröffentlichen. Eine Version von Windows XP mit Schwerpunkt auf Unterhaltungsmedien soll folgen. Damit tritt der Gates-Konzern in direkte Konkurrenz zu Apple, dessen Marktstrategie in die gleiche Richtung geht.

Pünktlich zur Macworld startete Kevin Browne, Manager von MacBU, erstaunlicherweise in einen dreimonatigen Urlaub. In den vergangenen zwei Jahren hatte Microsoft auf der Messe neue Produkte für den Mac angekündigt, was in diesem Jahr demnach ausbleiben wird. Obwohl Browne versichert, dass weiterhin Mac-Produkte entwickelt werden, solange es Sinn macht, scheint die Distanz zwischen den beiden Firmen sich wieder zu vergrößern.

Microsoft kreidet Apple an, nicht genügend Werbung für das neue Betriebssystem Mac OS X und das Microsoft-basierte Office v. X betrieben zu haben. Deswegen seien seit der Einführung von Mac OS X im letzten Jahr auch die Verkaufszahlen von 8 Millionen auf 3,5 Millionen zurückgegangen. Stattdessen bereite Apple-Chef Steve Jobs die Veröffentlichung des neuen iMacs mit einem 17-Zoll großen Flüssig-Kristall-Bildschirm vor. Während Microsoft seinen Teil des Vertrages erfüllt sieht, indem es Apple unter anderem bei der Problembehebung von Mac OS X geholfen habe, soll Macintosh seinen Partner nicht ausreichend unterstützt haben.

"OS X läuft wunderbar", setzt Phil Schiller, Marketingchef von Apple, dem entgegen. "Wir tun alles, was wir können, um den Markt so schnell wie möglich umzustellen." 2,5 Millionen der 25 Millionen Mac-User seien bereits umgestellt, fünf Millionen sollen es Ende des Jahres sein. Der Grund für die schlechten Verkaufszahlen sei im viel zu hohen Preis von fast 500 US-Dollar für das Paket aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationssoftware und Personal Information Manager samt E-Mail-Client zu sehen. Das sieht Browne anders: "Apple hat 20 mal mehr Zeit in die Werbung vom iPod als in OS X gesteckt." Er wünsche sich, dass Apple die Vorteile von OS X besser hervorhebe, es würde sowohl Apple als auch MacBU gut tun.

Die Zusammenarbeit der Parteien dürfte auch durch Apples Werbespots nicht besser werden: Gezeigt werden ehemalige Windows PC-Nutzer, die zu Mac gewechselt haben.