Microsoft Zwei oder drei Teile?
Washington - Das Justizministerium hat seinen Antrag in dem Kartellprozess überarbeit. Es beharrt aber darauf, dass ein Teil des zerschlagenen Microsoft-Konzerns zukünftig für das Betriebssystem Windows verantwortlich ist. Das zweite Unternehmen soll die Office-Software vertreiben. Ansonsten enthalte das neue Papier der Washingtoner Behörde nur neue technische Details, meldete CNN.
Das Ministerium und die 19 Bundesstaaten folgten damit nicht der Anregung Jacksons, eine Zerschlagung des Softwaregiganten in drei Teile anzustreben. Jackson hatte einen Expertenvorschlag als "ausgezeichnet" gelobt, der vorsieht, in einem dritten Unternehmen könnten die Internetaktivitäten von Microsoft zusammengefasst werden. Der weltgrößte Softwareproduzent muss bis kommenden Dienstag seine Vorstellungen einreichen.
Die Microsoft-Anwälte haben den Richter scharf kritisiert, weil er nach einer mündlichen Anhörung beider Seiten am vergangenen Mittwoch sämtliche Anträge auf Ladung von Sachverständigen über die Folgen einer Zerschlagung abgelehnt hat. Er strebt ein schnelles Ende dieser Prozessphase an und könnte seine wahrscheinlich auf die Aufteilung von Microsoft hinaus laufende Entscheidung bereits in der kommenden Woche verkünden. Da das Unternehmen Berufung angekündigt hat, bliebt das Urteil aber zunächst folgenlos.