Microsofts "Passport" Virtueller Geldbeutel mit Loch
Redmond - Mit "Passport" sollen sich Windows-Nutzer überall im Internet schnell und einfach identifizieren können - beim Shopping oder E-Banking zum Beispiel. Dafür müssen die Computernutzer zunächst eine Reihe persönlicher Daten an Microsoft schicken. Die Registrierugn für Passport ist freiwillig. Eigentlich. Allerdings ist es speziell bei Microsofts neuem Betriebssystem Windows XP kaum möglich, sich an der Passport-Anmeldung vorbeizumogeln. Bisher haben sich etwa 200 Millionen Personen für den Service angemeldet. Weitere zwei Millionen Usern haben sich zudem eine virtuelle Geldbörse, die so genannte E-Wallet besorgt. Damit können Passport-Träger kleinere Beträge im Internet bezahlen.
Der Unixprogrammier Marc Slemko aus Seattle hat jetzt eine Lücke in der Passport-Software gefunden. Bei einer Demonstration für das "Wall Street Journal" schickte Slemko Passport-Abonnenten ein Email mit präpariertem Link. Sobald der Empfänger auf die Verknüpfung in der Mail klickt, gelangt er auf Slemkos Server, der um Verifizierung der Identität per Passport bittet. "Einige Minuten später", so Slemko, "habe ich dann Zugriff auf die Wallet sowie die Kreditkarteninformationen."
Microsoft hat daraufhin erst mal seine schützende Hand auf die elektronischen Brieftaschen gelegt. Seit Mittwoch vergangener Woche kamen Passport-Nutzer zeitweise nicht mehr an ihr virtuelles Portemonnaie, da Microsoft jetzt zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Passport-System basteln muss.
Der Redmonder Konzern hat die Sicherheitslücken in Passport inzwischen bestätigt. Von dem Problem betroffen seien jene zwei Millionen Kunden, welche die Wallet-Funktion benutzten. Allerdings, so ein Microsoft-Sprecher, "glauben wir nicht, dass Kundendaten gefährdet wurden."