Millionenklage Microsoft verklagt Gießener Anwaltskanzlei
Gießen - Der US-Softwarekonzern Microsoft will von einer Anwaltskanzlei in Gießen 2,5 Millionen Euro erstreiten. Wie das Gießener Landgericht am Dienstag bestätigte, soll es sich dabei um Gelder aus mutmaßlich illegalen Softwaregeschäften eines Kanzlei-Mandanten handeln.
Microsoft wirft einem Partner der Sozietät Geldwäsche vor. Der Anwalt habe eine millionenschwere Kaution für seinen wegen Betruges verhafteten Mandanten über sein Konto laufen lassen und damit dem Zugriff des Unternehmens entzogen. Die Vierte Zivilkammer des Landgerichts, die sich mit der Sache beschäftigt, vertagte sich am Montag nach einstündiger Verhandlung aus formalen Gründen. Die Staatsanwaltschaft Gießen hat den Juristen wegen Geldwäsche angeklagt.
Nach Angaben der Anklagebehörde hat das Landgericht die Eröffnung des Hauptverfahrens wegen Geldwäsche gegen den Anwalt allerdings zunächst abgelehnt. In dieser Sache laufe zurzeit eine Beschwerde gegen die Entscheidung der Siebten Großen Strafkammer vor dem Frankfurter Oberlandesgericht, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner. Die beklagte Kanzlei wollte die Angelegenheit am Dienstag nicht kommentieren.
Bei dem Mandanten des Rechtsanwalts handelt es sich um einen 36 Jahre alten Gesellschafter einer Licher Computerfirma. Laut Microsoft soll der aus Ägypten stammende Mann unter anderem verbilligte Schul- und Universitätslizenzen von Programmen des Unternehmens als teure Vollversionen verkauft und den Erlös kurz vor seiner Verhaftung in seine nordafrikanische Heimat transferiert haben. Von dort sei das Geld dann zurück auf das Konto seines Gießener Strafverteidigers geflossen, um als Kaution zu dienen.