Android-Apps mit Schadsoftware Kriminelle wollten "Minecraft"-Fans austricksen
Screenshot aus "Minecraft": Das Weltenbauspiel dient Kriminellen als Köder
Foto: Minecraft/ YouTubeGeht es um Betrugsversuche mit Apps, sind "Minecraft"-Fans eine beliebte Zielgruppe: Experten des slowakischen Unternehmens Eset haben in Googles Play Store mehr als 30 Programme entdeckt, die die Geräte mit sogenannter Scareware infizieren. Dabei handelt es sich um Software, die dem Nutzer vorgaukelt, sein Handy habe ein Sicherheitsproblem.
Die Logos der Apps sollen dem offiziellen Signet von "Minecraft" zum Teil täuschend ähnlich gesehen haben, schreibt Lukas Stefanko in einem Beitrag im Eset-Blog . Laut den vom Play Store angezeigten Größenordnungen wurden einige der Programme über hunderttausend Mal heruntergeladen - innerhalb der vergangenen neun Monate. Das Interesse an Tipps, Tricks und Cheats zu "Minecraft" ist offenbar immens.
Umso größer dürfte die Enttäuschung der Nutzer gewesen sein, als sie ihre Apps öffneten: Statt die gewünschten Infos und Funktionen zu liefern, versuchten die meisten Programme, den Nutzer im typischen Scareware-Stil - wie beim BKA- oder Gema-Trojaner - zu erpressen. Ein "gefährlicher Virus" sei gefunden worden, meldeten Einblendungen.
Teure Abos ohne Nutzen
Dann versuchte die Software, den Besitzer des Smartphones zum Abschluss eines Premium-SMS-Abos für 4,80 Euro pro Woche zu drängen. Wie bei Scareware üblich, bringt das Abo praktisch aber gar nichts - abgesehen davon, dass es die Programmierer ein wenig reicher macht.
In Googles Play Store soll eigentlich ein automatisierter Prüfmechanismus namens Bouncer schädliche Apps erkennen und aussortieren, wenn sie eingereicht werden. Da dieser Algorithmus jedoch zu häufig ausgetrickst wurde, setzt Google neuerdings auch menschliche Tester ein .
Eset hat die Verantwortlichen des Google Play Store auf die "Minecraft"-Schadsoftware aufmerksam gemacht, schreibt Lukas Stefanko, die entdeckten Programme seien daraufhin wieder aus dem Store entfernt worden.
Ähnliche Probleme wie mit den "Minecraft"-Apps hatte es schon vergangenes Jahr gegeben: Damals waren im Play Store zahlreiche Programme verfügbar, die sich als "Flappy Bird"-Klone ausgaben, aber jede Menge Malware mit aufs Smartphone brachten.