Mini-Spiele fürs Büro ... ach komm, nur noch einmal!
Es sieht grafisch öde aus, es ist ziemlich simpel und vom Prinzip her eigentlich auch langweilig. "Bridge Builder", eine Simulation zum Erstellen einer Brücke, scheint allerhöchstens für angehende Hoch-/Tiefbauingenieure interessant zu sein. Tatsächlich hocken aber täglich Tausende Angestellte vor ihrem Internet-PC und verbraten ihre Mittagspause. Kein Wunder - der Download ist nur 120 Kilobyte groß, und neue Brücken gibt es zuhauf im Internet.
Einfache Zutaten: Eine Brücke und ein Zug
Ziel des Spiels ist es - ganz simpel - eine Brücke zu bauen. Dazu zeigt das Spiel eine schematische Ansicht inklusive einiger Fixpunkte, die der Hobby-Architekt zum Tragen der Konstruktion nutzt. Jedes Teilstück kostet zudem Geld, weswegen das Budget zuweilen eine große Rolle spielt. Ist das Meisterwerk fertig, folgt die Strukturanalyse. Hier zeigt sich, ob die Brücke in sich stabil ist, auf Wunsch zeigt das Programm die Belastung der einzelnen Bauelemente.
Aber das ist noch nicht alles: Das Bauwerk gilt erst dann als gut, wenn ein Zug darüber fährt und von einer Seite zur anderen kommt. Ohne abzustürzen, natürlich - ob die Brücke hinter den Waggons zusammenbricht, spielt keine Rolle. Und so kommt der Spieler ganz allein auf bautechnische Standards wie Querverstrebungen, Bögen und Pfeiler. Natürlich nimmt der Schwierigkeitsgrad mit jeder neuen Brücke zu, außerdem stellt sich die Herausforderung für bereits bewältigte Probleme, auch etwas elegantere Lösungen zu finden. Brachiale Konstruktionen mögen zwar stabil sein, besonders hübsch sind sie jedenfalls nicht.
Die Programmierer freut der Erfolg ihres Freeware-Spiels mittlerweile so, dass sie an einem Nachfolger arbeiten: "Pontifex" soll dann auch grafisch etwas bieten und komplett dreidimensional sein - und nicht mehr kostenfrei.
Feuer frei: Xiao Xiao
Ein eigenes Untergenre bei Konsolenspielen sind Actiontitel, bei dem der Spieler mit einer Lichtpistole auf den Fernseher feuert. Dort laufen meist Unmengen von Gegnern herum, und damit die Steuerung nicht zu schwierig wird, werden die Hintergründe immer auf die gleiche Art und Weise abgespult. Solche Spiele bieten die Hersteller auch für den PC an, nur machen die nicht ganz so viel Spaß, da die Maus die Pistole ersetzen muss. Das gibt es nun auch umsonst, lediglich die Wartezeit für rund zwei Megabyte an Flash-Animationen muss der Benutzer auf sich nehmen. Und es ist nicht ganz so hübsch wie die Vorbilder - Strichmännchen in schwarz-weiß verleihen dem Programm aber einen ganz eigenen Charme.
Hirn aus, Dynamit raus: Fische versenken
Als Appetitanreger für das "Moorhuhn 3" bietet Phenomedia über Fremdseiten schon mal ein kleines Spiel zum Herunterladen an: "Fische versenken" ist noch simpler als die bekannte virtuelle Hühnerjagd. Wie geht denn das? Mit Dynamit-Fischen!
Schnell zeigt sich, dass sogar der Name des Spiels völlig verfehlt ist: Es geht gar nicht um Fische versenken, im Gegenteil. Das einzige, was der Spieler tun muss, ist die Leertaste zu drücken, um den Sprengstoff in ein Gewässer zu werfen. Je mehr Fische tot auftauchen, desto mehr Punkte warten. Auf Wunsch überträgt das Programm die Wertung zu einem Server, der eine Rangliste führt. Echt intelligent.
Martin Schnelle ist Redakteur bei Chip Online