Modewelt: Laufsteg im Netz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Modewelt Laufsteg im Netz

Modefans, die es schon immer gehasst haben, mit Stapeln von Kleidern vor besetzten Umkleidekabinen herumzustehen, können aufatmen: Im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts haben Forscher jetzt den Prototyp eines virtuellen Klamottenladens vorgestellt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Projekt "FashionMe" soll es modehungrigen Internet-Surfern künftig ermöglichen, über ein virtuelles Ich ­ einen so genannten Avatar ­ Kleidung im Internet auszuwählen, anzuziehen und beliebig zu kombinieren. Körpermaße und Aussehen der Kunden müssten einmalig mit Hilfe eines 3-D-Scanners von der Größe einer Fotokabine, der in ausgewählten Geschäften stehen würde, in eine Datenbank eingelesen werden. Fortan könnte der Nutzer sich selbst am Computer beim Shoppen zusehen. "Mode kann im Internet nicht so einfach verkauft werden wie CDs oder Bücher", erläutert Uwe Rotter vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart: "Mit "FashionMe" lassen sich die Kleider im Netz nun nicht mehr nur auswählen, sondern mit Hilfe des personalisierten, dreidimensionalen Avatars auch anprobieren." Rotter hofft auf das Interesse großer Mode-Versandhäuser, die schon heute mit mäßigem Erfolg Kleidung im Internet anbieten. Auf der Internet-Seite des portugiesischen Modehauses Maconde schlendern bereits erste, indes noch recht ungelenke Avatare über virtuelle Laufstege.