MP3.com-Urteil: Richter vergaß eine Null - DER SPIEGEL
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MP3.com-Urteil Richter vergaß eine Null

Ende letzter Woche konnte MP3.com-Chef Michael Robertson einen "wichtigen Sieg" in einem viel beachteten Copyright-Prozess feiern. Das Gericht verurteilte MP3 zu nur 300.000 Dollar Schadenersatz. Jetzt wird klar: Der Richter hatte sich um eine Null vertan.
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New York - Statt den von den Geschworenen geforderten drei Millionen Dollar (rund 6,5 Millionen Mark) habe Jed Rakoff MP3.com nur zu 300.000 Dollar (etwa 650.000 Mark) Schadenersatz verurteilt, gestand ein Sprecher des New Yorker Bezirksrichters ein.

Geklagt hatte mit Tee Vee Toons Records (TVT) eines der größten unabhängigen US-Plattenlabels, weil MP3.com ohne Erlaubnis TVT-Songs im Internet verbreitete.

Der falsche Richterspruch wurde am vergangenen Freitag verkündet, als die Geschworenen bereits gegangen waren. Daraufhin hagelte es Proteste der Jury-Mitglieder, der Fehler von Jed Rakoff flog auf. MP3 hatte zu diesem Zeitpunkt das Urteil bereits als "wichtigen Sieg" gefeiert. In der Vergangenheit hatte der Internet-Anbieter bereits rund 54 Millionen Dollar für die nicht genehmigte Verbreitung von Liedern im Internet zahlen müssen.