MP3-Discounter Russische Justiz stoppt Ermittlungen
Für die Musikbranche ist der russische Musikshop Allofmp3.com ein Alptraum. Für wenige Cent verkauft der Anbieter MP3s, während man bei Musicload, iTunes oder MSN Music mindestens 99 Cent für einen Song zahlen muss. Dazu kommt noch, dass die Titel bei allofmp3 ganz ohne Kopierschutz oder DRM auf die Festplatte kommen - und sich somit prinzipiell sofort im Internet weiter verteilen lassen.
Die Branche versucht schon länger, den russischen Downloaddienst stillzulegen. Jüngst nahm die russische Justiz sogar Ermittlungen auf. Offenbar ohne Ergebnis, wie russische Medien jetzt berichten. Laut einem Bericht auf der Nachrichtenseite "Mosnews" haben die Ermittler nämlich keinen Verstoß gegen russisches Recht feststellen können - eine herbe Schlappe für die Musikindustrie.
Beim Branchenverband Ifpi will man noch nichts von der Einstellung des Verfahrens gehört haben. "Wenn es stimmen sollte, dann wäre das sehr enttäuschend", sagte eine Ifpi-Sprecherin.
Die Betreiber von allofmp3 behaupten, sie hätten eine legale Lizenz der Russian Multimedia and Internet Society. Die Plattenfirmen erklärten wiederholt, dass der Dienst keine Erlaubnis zum Verkauf ihrer Musik besitze. "Das Angebot sowie die Nutzung sind in Deutschland ebenso wie in anderen Ländern nicht zulässig, denn es betrügt die Kreativen und die Verwerter um ihre Rechte", sagte Hartmut Spiesecke, Sprecher der deutschen Phonoverbände.
Der Branchenverband Ifpi will auf jeden Fall weiter für die Schließung des Dienstes kämpfen: "Wenn sich die Berichte (in russischen Medien) bestätigen sollten, dann werden wir die Sache weiter verfolgen."