Musikstreaming: US-Band Vulfpeck trickst Spotify aus - DER SPIEGEL
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Mit Stille Geld verdienen Wie eine amerikanische Band Spotify austrickst

Ruhe statt Lieder: Eine Funk-Band aus Los Angeles hat sich vorgenommen, mit minimalem Aufwand möglichst viel Geld über Spotify einzunehmen. Bislang scheint ihr Plan zur Tournee-Finanzierung aufzugehen, reich werden dürften Vulfpeck aber nicht.
Vulfpeck-Website: Eine Tour durch Spotify-Streams finanzieren
Vulfpeck-Website: Eine Tour durch Spotify-Streams finanzieren

Vulfpeck-Website: Eine Tour durch Spotify-Streams finanzieren

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Bleibt der Musik-Streaming-Dienst Spotify leise, gibt es dafür meistens technische Erklärungen: Verbindungsfehler etwa oder versteckte Lieder am Albenende, die wie bei CDs auch auf Spotify erst nach einigen Minuten Pause beginnen. Vielleicht ist es aber auch einfach still, weil dem Nutzer "Sleepify" der US-Band Vulfpeck  in die Playlist gerutscht ist.

Mitte März erschienen, macht dieses Album seit einigen Tagen global Schlagzeilen, vom "Guardian " bis zum "Rolling Stone ". Musikmagazine und Szeneblogs feiern Vulfpeck als die Band, die Spotify ausgetrickst hat, als diejenigen, die die Absurdität eines ganzen Geschäftsmodells entlarven.

Instrumente oder gar Gesang sucht man auf dem vierten Album der Band vergebens, in bester John-Cage-Tradition  besteht es schlicht aus Stille. Ein Konzeptalbum mit denkbar klarem Konzept. In einem YouTube-Video fordert Schlagzeuger Jack Stratton die Fans auf, die neue Platte einfach durchlaufen zu lassen, während sie schlafen, immer wieder.

Vier Dollar für eine Nacht

Pro gestreamten Stück bekomme die Band auf diesem Weg ungefähr einen halben Cent. Laufe das Album die ganze Nacht, bringe das Vulfpeck immerhin vier Dollar - Geld, das in eine Tournee mit kostenlosen Konzerten investiert werden soll, wenn genug zusammenkommt. "Mach deinen Schlaf produktiv", lautet einer der Slogans aus dem Werbeclip.

Die Länge ihrer neuen Stücke haben die Musiker genau kalkuliert: Alle zehn Titel sind zwischen 31 und 32 Sekunden lang, da Spotify angeblich erst ab 30 Sekunden Mindestlänge Geld ausschüttet.

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Bis Dienstagvormittag ist jedes "Sleepify"-Lied rund 250.000 Mal abgerufen worden. Treffen Vulfpecks Auszahlungsangaben zu - und Spotifys offizielle Zahlen legen dies nahe  -, hätte die Band also bereits rund 12.500 Dollar durch Stille verdient. Ausgezahlt werden soll dieses Geld mit rund zwei Monaten Abstand.

Bei Spotify scheint man sich angesichts dieser Summe noch keine Sorgen zu machen, dass andere Bands die Idee kopieren könnten: Dem Magazin "Quartz" sagte ein Sprecher, sein Unternehmen habe keine Pläne, etwas gegen stille Musik zu unternehmen . Vulfpecks Album nannte er "eine clevere Nummer".

mbö