Nach Datenklau: Rewe will künftig Nutzerdaten verschlüsseln - DER SPIEGEL
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Nach Datenklau Rewe will künftig Nutzerdaten verschlüsseln

Die IT-Verantwortlichen von Rewe wollen besser aufpassen: Nachdem Unbekannte Zugriff auf etwa 45.000 E-Mailadressen und Passwörter eines Webangebots des Konzerns hatten, sollen nun Kundendaten nur noch verschlüsselt abgespeichert werden.
Sammelkarten aus dem Rewe-Angebot: Nutzerdaten konnten kopiert werden
Sammelkarten aus dem Rewe-Angebot: Nutzerdaten konnten kopiert werden

Sammelkarten aus dem Rewe-Angebot: Nutzerdaten konnten kopiert werden

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa
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Köln - Nach dem Datenklau bei Sammelbild-Tauschbörsen von Rewe hat sich der Handelskonzern bei seine Kunden entschuldigt und bessere Sicherheitsmaßnahmen versprochen. Künftig würden sämtliche Kundendaten, die auf Servern von Dienstleistern liegen, verschlüsselt, teilte das Unternehmen am Freitag in Köln mit. "Rewe entschuldigt sich bei allen Betroffenen für die Verunsicherung und die Unannehmlichkeiten, die ihnen durch diesen Hackerangriff entstanden sind", sagte Vorstandsmitglied Lionel Souque. Unterdessen fordern Datenschützer weitere Aufklärung von dem zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändler.

"Meine Mitarbeiter haben einen Kontrollbesuch gemacht. Dabei ist eine ganze Reihe von Fragen noch nicht zu meiner Zufriedenheit geklärt worden", sagte der NRW-Landesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Lepper, der "Bild"-Zeitung. Seine Sprecherin erläuterte, es sei zum Beispiel nicht ersichtlich, warum jemand, der an der Sammelbörse teilnimmt, seine Postadresse angeben solle. Auch die vertraglichen Regelungen zwischen Rewe und dem Dienstleister, der die Datenbank erstellt hat, seien der Datenschutzbehörde noch unklar. "Wir werden die Antworten auf unsere Fragen jetzt schriftlich anfordern", sagte die Sprecherin in Düsseldorf.

45.000 Nutzerdaten stehen offen im Netz

Computerhacker hatten laut Rewe bis zu 45.000 E-Mail-Adressen und Passwörter von Kunden gestohlen, die sich im Internet an Tauschbörsen für Tier- oder Fußballsammelbilder angemeldet hatten.

Zunächst wollte das Unternehmen den Zwischenfall herunterspielen - sensible Daten wie Kreditkartennummern oder Bankverbindungen seien in den gehackten Datenbanken nicht gespeichert worden, erklärte das Unternehmen anfangs. Dabei sind unverschlüsselt gespeicherte Passwörter in Verbindung mit E-Mail-Adressen oft sensibel - denn viele Internet-Nutzer nutzen dasselbe Passwort für verschiedene Dienste.

Es kam, wie es kommen musste: Unbekannte veröffentlichten die kopierten Daten im Internet. Die von Rewe geschaltete Hotline wusste davon Stunden später noch nichts, das Unternehmen reagierte erst mit Verspätung.

Nun bemühen sich die Verantwortlichen um ein gutes Bild: "Wir analysieren derzeit das Netzwerk und die Server jedes Dienstleisters, um so schnell als technisch möglich auch jede einzelne Datei mit Kundenbezug zu verschlüsseln, sofern dies nicht bereits geschehen ist", sagte Rewe-IT-Vorstand Frank Wiemer. Deshalb seien die Webseiten des Unternehmens momentan nicht oder nur eingeschränkt nutzbar.

Die Seiten von Rewe, der Discounttochter Penny und der Baumarktkette Toom waren seit Mittwoch offline und auch am Freitag noch "wegen Wartungsarbeiten" nicht erreichbar.

ore/dpa