Netzwelt-Ticker Apple gibt sich grüner
Greenpeace-Protest in Cupertino: Zwei Tage später gelobt Apple Besserung
Foto: DPA/ Greenpeace/ Beck DiefenbachApple sei in Wirklichkeit ein Schmutzfink, der seinen Energiebedarf aus Quellen wie Kohle- und Atomkraftwerken beziehe. Mit diesem Vorwurf zogen in dieser Woche Greenpeace-Aktivisten vor der Firmenzentrale in Cupertino auf. Bei ihrer Protestaktion wurden mit einem Beamer Slogans an die Gebäudewand geworfen. "Sei Teil des nächsten Jahrhunderts, nicht des letzten ", war dort unter anderem zu lesen. Zwei als iPhones verkleidete Demonstranten stellten sodann eine zweieinhalb Meter hohe runde Kapsel mit Apple-Logo auf dem Gelände auf.
Das ging einigen Apple-Mitarbeitern offensichtlich zu weit, sie riefen wegen unerlaubten Betretens des Grundstücks die Polizei. Die Beamten rückten an und nahmen die Aktivisten fest.
Zwei Tage später bekannte sich die Apple-Führung dann zu mehr Klimaschutz. In einer Erklärung wurden Pläne zur Stromversorgung eines neuen Rechenzentrums in North Carolina vorgestellt. Ihren Strombedarf sollen die Computer aus einer Solarzellenanlage mit einer Kapazität von 20 Megawatt und einem Brennstoffzellsystem mit weiteren fünf Megawatt Leistung erhalten. Damit könnten 60 Prozent des Gesamtbedarfs des Rechenzentrums gedeckt werden, der Rest werde von lokalen Kleinanbietern dazugekauft , die Wind-, Solar- und Biogasfarmen unterhielten.
Neben Apple hatte Greenpeace bereits im April weitere Großkonzerne aus dem IT-Sektor wegen der von ihnen bezogenen, "schmutzigen" Energie angeprangert. Auch Unternehmen wie Amazon oder Microsoft seien schlimme Umweltsünder, sie wurden aufgefordert, ihren Strombedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken.
DDoS-Attacke auf The Pirate Bay
Nach einem massiven DDoS-Angriff gingen beim Torrent-Verzeichnis The Pirate Bay für einen Tag die Lichter aus. Möglicherweise steht der Ausfall in Zusammenhang mit der Kritik an einer vorangegangenen Anonymous-Aktion. Weil der britische Provider Virgin Media auf richterliche Anweisung begonnen hatte, seinen Kunden den Zugang zu The Pirate Bay zu sperren, wurde das Unternehmen offenbar von Anonymous-Anhängern attackiert . Das seien die Methoden derer, "die uns hassen" , hatte The Pirate Bay daraufhin erklärt - und damit den Zorn des Schwarms auf sich gezogen.
Inzwischen ist das Angebot wieder zu erreichen.
17 Monate Haft für Mordaufruf via Twitter
Nachdem Dilma Rousseff im Oktober 2010 die brasilianischen Präsidentschaftswahlen gewonnen hatte, twitterte eine erboste Jurastudentin, jetzt solle man zur Vergeltung Nordbrasilianer totschlagen. Denn im armen Norden des Landes, der vom reicheren Süden oftmals verachtet wird, hatte die Politikerin die meisten Stimmen gewonnen.
Der Mordaufruf landete vor Gericht und die junge Frau kassierte wegen Diskriminierung von Menschen aus Nordostbrasilien eine Strafe von 17 Monaten Haft. Die muss sie allerdings nicht antreten. Die zuständige Bundesrichterin wandelte das Urteil in Sozialdienst und eine Geldstrafe in Höhe von 250 Dollar um. Auch dagegen kann die Frau Berufung einlegen .
Walisische Kleinstadt wird zur ersten "Wikipedia-Stadt"
Knapp 9000 Einwohner hat das walisische Nest, trotzdem könnte Monmouth zu Weltruhm gelangen. Denn es ist die erste "Wikipedia-Stadt" der Welt. Ab dem kommenden Samstag sollen Neugierige ihre Smartphones nutzen können, um an Gebäuden, Denkmälern und anderen Sehenswürdigkeiten angebrachte Barcodes zu scannen. Das führt dann zum Aufruf des jeweils passenden Wikipedia-Artikels. Hunderte derartiger Einträge in 25 Sprachen waren mitsamt den Fotos zuvor von Freiwilligen in der Online-Enzyklopädie zusammengetragen worden. Wikipedia-Chef Jimmy Wales ist begeistert: "Eine ganze Stadt auf Wikipedia zum Leben zu erwecken, ist etwas völlig Neues."
Mit dem Projekt solle auch das reiche historische Erbe der Stadt bekannt gemacht werden, so Wikimedia Großbritannien. Immerhin wurde 1387 an diesem Ort der spätere König Heinrich V. geboren.
Auch das noch:
- Iran will die Bezeichnung "Persischer Golf" auf Google Maps notfalls einklagen. Zuvor hatte Google wohl auf Beschwerde arabischer Anrainerstaaten die Benennung für das Meer zwischen Iran und der arabischen Halbinsel entfernt. Das sei Teil einer "Verschwörung" gegen Iran, schäumte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. Sollte Google den Namen nicht wieder einfügen, drohten dem Unternehmen erhebliche Schadensersatzzahlungen .
- Anonymous legt diverse indische Webseiten lahm: Nachdem ein Gericht die Sperrung diverser Web-Auftritte, darunter auch Torrent-Seiten, verfügt hatte, ließ die Antwort nicht lange auf sich warten: Anonyme Hacker attackierten die Web-Auftritte des Obersten Gerichtshofs und der beiden großen Parteien des Landes sowie mehrere Regierungsseiten.
- Japanischer Mobilfunker plant fliegende Handymasten: Erdbeben sind eine alltägliche Gefahr in Japan, deshalb will der Mobilfunk- und Internetanbieter Softbank die Sendeanlagen aufs Meer verlegen . Dort sollen sie an Ballons hängen, die wiederum an schwimmenden, im Meeresboden verankerten Pontons befestigt sind.