Protest in Großbritannien London stoppt datensammelnde Abfalltonnen
Renew-Mülltonne in London: "Das Datensammeln sofort stoppen"
Foto: MONA BOSHNAQ/ AFPÄrger mit öffentlichen Abfalltonnen haben viele Großstädte: Mal sind die Tonnen überfüllt, mal kaum auffindbar, ein anderes Mal stehen sie nachts in Flammen. London hat dieser Tage jedoch ein recht exklusives Problem: Dort stehen einige Hightech-Tonnen der Firma Renew im Verdacht, zu viel über ihre Umgebung zu wissen. Bislang waren die Tonnen lediglich durch ihre LCD-Displays aufgefallen.
Doch insgesamt zwölf Tonnen sollen mehr können als Werbung anzeigen: Medienberichten zufolge griffen sie die Hardware-Kennungen von Smartphones und Geräten mit aktiviertem W-Lan ab. Theoretisch könnte Renew mit den sogenannten Mac-Adressen zum Beispiel herausfinden, wie häufig und lange sich ein bestimmtes Gerät in Tonnennähe befand. Datenschützern gefiel diese Vorstellung natürlich nicht, sie protestierten gegen die Datensammel-Tonnen.
Am Montag hat die City of London nun auf den Protest reagiert. "Wir haben die betreffende Firma bereits aufgefordert, dieses Datensammeln sofort zu stoppen", wird ein Sprecher zitiert . Unabhängig davon, was technisch möglich sei, müsse alles, was wie in diesem Fall auf der Straße passiere, sorgfältig und mit Befürwortung einer informierten Öffentlichkeit gemacht werden.
Renew-Chef findet die Aufregung übertrieben
Renew-Geschäftsführer Kaveh Memari hat der BBC bestätigt , dass die Tonnen seiner Firma derzeit keine Mac-Adressen mehr erfassen. Die Aufregung über das Pilotprojekt hält er jedoch für übertrieben: Die Technologie sei lediglich genutzt worden, um die Kundenfrequenz zu messen - auf ähnliche Art, wie eine Webseite den Traffic verfolge. Seine Firma besitze dadurch keine persönlichen Daten über die Smartphone-Besitzer.
Auf der Renew-Website gibt Memari den Medien eine Mitschuld . Sinngemäß schreibt er, im Interesse einer guten Schlagzeile und Story sei der Technologie-Test interessanter gemacht worden, als er eigentlich sei. Der Test der Firma war bereits im Juni gestartet, samt entsprechender Pressemitteilung .