Nachrichtenüberblick: Microsoft will bloggen - DER SPIEGEL
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Nachrichtenüberblick Microsoft will bloggen

Linux goes military: IBM baut Superrechner für das Pentagon +++ Belohnung: Mozilla zahlt für Fehlermeldungen +++ Studie: 283 Patentverletzungen in Linux? +++ Pleite: Entertainment-Industrie klagt Copysoftware-Entwickler in den Bankrott +++ Microsoft: Blogs in Japan
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Das Pentagon hat bei IBM den Bau eines Supercomputers in Auftrag gegeben. "Big Blue" hat den Zuschlag für den Rechner mit dem martialischen Projektnamen "Stryker" mit einem Linux-Cluster-Konzept gewonnen: Dabei sollen 1186 IBM-Rechner, in denen rund 2300 64-Bit-Prozessoren von AMD arbeiten, miteinander zu einem Rechner verschaltet werden.

IBM sagt, das ganze Päckchen werde das Pentagon "weniger als 100 Millionen Dollar" kosten, was in der Welt der Supercomputer ein echtes Schnäppchen wäre. Als Betriebssystem soll Linux dafür sorgen, dass es "Stryker" aus dem Stand in die Top 20 der 500 schnellsten Rechner der Welt macht. "Stryker" ist dafür vorgesehen, hoch aktuelle Wettervorhersagen für die US Navy zu erarbeiten.

Wanted: Fehlermeldungen

Völlig fehlerfreie Software gibt es nicht, doch allzu oft werden "Bugs" erst im laufenden Betrieb entdeckt. Gerade bei Browsersoftware wird das öfter peinlich, wenn Programmierfehler zu Sicherheitslücken führen.

Die Mozilla Foundation, Entwickler unter anderem des Firefox-Browsers, hofft auf die Mitarbeit der Open-Source-Entwickler und -Nutzer, um Fehlern in ihren Programmen auf die Spur zu kommen. Dazu hob es das "Mozilla Security Bugs Bounty Program" aus der Taufe, das Prämien von 500 Dollar für die Meldung eines "signifikanten Bugs" verspricht.

Was nun ein signifikanter und darum preiswürdiger Fehler ist, entscheidet eine Jury bei der Mozilla Foundation. Finanziert werden sollen die Preisgelder durch Spenden. Der erste Belohnungstopf wurde durch das Linux-Unternehmen Linspire und den Risiko-Kapitalgeber Mark Shuttleworth gefüllt.

Abhängige Studie: 283 Patentverletzungen in Linux?

Satte 283 mögliche Patentverletzungen, sagt das Unternehmen Open Source Risk Management Inc., habe es bei einer Analyse des Linux-Sourcecodes identifiziert. Rund ein Drittel der möglicherweise berührten Patente lägen bei Unternehmen, die an der Entwicklung von Linux beteiligt seien - und stellten darum keine "Gefährdung" für Linux-Nutzer dar.

Die anderen zwei Drittel lägen jedoch bei Personen oder Unternehmen, denen zuzutrauen sei, dass sie gegen Linux-Entwickler und -Verwerter klagen könnten. 27 der fraglichen Patente lägen etwa bei Microsoft, bekanntlich kein Freund der Linux-Gemeinde.

Welche Patente genau berührt sein sollen, will Open Source Risk Management nicht verraten. Wer ob so düsterer Meldungen Nervosität verspürt, könnte sich vertrauensvoll an die Studien-Autoren wenden, um künftige Risiken zumindest einzuschränken: Open Source Risk Management hat sich als Unternehmen auf Versicherungen gegen mögliche Patentklagen gegen Linux-Entwickler und -Verwerter spezialisiert. Mit dem "worst case" rechnet das Unternehmen selbst also wohl kaum, sonst könnte es sein Geschäftsmodell vergessen.

Kaputt geklagt: Copysoftware-Entwickler streicht die Segel

Bis vor wenigen Tagen nannte sich 321 Studios Inc. noch stolz "führender Hersteller von DVD-Kopiersoftware". Inzwischen klingt das anders, das Unternehmen hat seinen Betrieb eingestellt. Als Ursache nennt 321 Studios auf den Resten seiner Homepage ein Stakkato von einstweiligen Verfügungen, mit denen die Entertainment-Industrie den Softwareentwickler eingedeckt hatte.

Diese Verfügungen und Klagen brachten das Kerngeschäft von 321 Studios im Laufe des letzten Jahres weitgehend zum Erliegen und belasteten die finanziellen Ressourcen der Firma bis zu ihrem Bankrott. Den Resteverkauf wickelt nun ein unabhängiger Softwarehändler ab - natürlich nur Programme, "die noch verkauft werden dürfen".

Japan: Microsoft bloggt

Der Microsoft-Onlinedienst MSN hofft, binnen eines Jahres eine Million japanische Kunden für seinen Weblog-Service zu finden. Für Microsoft ist das der erste Versuch, aus Blogs ein Geschäft zu machen - und eine weitere Attacke auf den designierten Dauerkonkurrenten Google, der mit dem Angebot Blogger.com über den weltweit populärsten Weblog-Service verfügt.

Microsoft will sich technisch von der Konkurrenz abheben, indem es seinen Blog-Service nicht nur Web-basiert anbietet, sondern auch für Mobiltelefone. Das macht Japan zum idealen Testmarkt, denn nirgends sind schnelle, internetfähige "3G"-Handys verbreiteter als in Nippon: 90 Prozent aller Handys sollen dort inzwischen Internet-fähig sein.

In Sachen Weblogs ist Japan dagegen ein noch fast jungfräulicher Markt: Einige wenige Dienste versuchen seit Ende 2003 mit bisher wenig Erfolg, Weblogs in Japan populär zu machen.