Napster Der Beta-Test des Abo-Dienstes beginnt
San Francisco - Die Umwandlung der umstrittenen Musik-Tauschplattform Napster in einen gebührenpflichtigen Abodienst schreitet voran. Wie der Informationsdienst CNet berichtet, können sich Interessierte auf der Homepage des Unternehmens als Beta-Tester für das neue Napster-Modell registrieren. Details will Napster per E-Mail noch mitteilen.
Napster-Anteilseigner Bertelsmann möchte mit der Umwandlung der Tauschplattform in einen Abodienst die juristischen Querelen beenden. Das neue Geschäftsmodell sieht laut CNet vor, dass Napster-Mitglieder einen monatlichen Betrag zwischen umgerechnet 13 und 22 Mark zahlen und dafür Musiktitel aus dem Bertelsmann-Fundus beziehen können. Die kostenlose Tauschplattform werde kurze Zeit nach Einführung des Abo-Modells ihren Betrieb einstellen.
Napster ist seit mehr als einem Jahr einem juristischen Dauerbeschuss ausgesetzt. Die Musikindustrie erwirkte ein Gerichtsurteil, nach dem Napster den Tausch urheberrechtlich geschützter Titel zwischen seinen Mitgliedern unterbinden muss. Nach Auffassung der Branche kommt Napster den Auflagen nur unzureichend nach. Deshalb fordert der amerikanische Musikverlegerverband RIAA weiterhin eine Abschaltung des Dienstes.
Seit der Implementierung neuer Filter, die gegen die Verbreitung Copyright-geschützter Musiktitel eingesetzt werden, stirbt Napster leise vor sich hin. Eine zügige Umwandlung in einen kommerziellen Dienst wird weithin als letzte Chance für die Musikbörse gesehen, das eigene Überleben doch noch zu sichern. Der "Abo-Napster" hat nur dann eine realistische Chance, wenn es ihm gelingt, möglichst viele der bisherigen User für sich zu gewinnen. Die aber laufen dem P2P-Dienst in Scharen davon.