Netflix: Neuer Vorstoß gegen VPN-Nutzer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Videostreaming Netflix USA will Europäer aussperren

Netflix will Kunden künftig daran hindern, dass sie sich Filme und Serien anschauen, die eigentlich nicht für ihr Land freigeschaltet sind. Wie ernst diese Ankündigung dieses Mal gemeint ist, wird sich zeigen.
Netflix-Eigenproduktion "Unbreakable Kimmy Schmidt": Die Serienauswahl ist von Land zu Land unterschiedlich
Netflix-Eigenproduktion "Unbreakable Kimmy Schmidt": Die Serienauswahl ist von Land zu Land unterschiedlich

Netflix-Eigenproduktion "Unbreakable Kimmy Schmidt": Die Serienauswahl ist von Land zu Land unterschiedlich

Foto: Netflix
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bald könnte es für Netflix-Abonnenten vorbei sein mit dem im wahrsten Sinne des Wortes grenzübergreifenden Seriengucken per VPN-Verbindung: Der Online-Videodienst will den Zugang zu Filmen und Serien aus Netflix-Katalogen fremder Länder in den kommenden Wochen einschränken, heißt es in einem Blogeintrag .

Der Netflix-Katalog unterscheidet sich von Land zu Land, zum Teil erheblich. Das liegt daran, dass Netflix die Rechte für Sendungen für verschiedene Regionen einzeln aushandeln muss. Einige Kunden umgehen die Beschränkung auf das eigene Land bisher zum Beispiel mit sogenannten VPN-Diensten und Proxy-Servern. Diese Hilfsmittel gaukeln Netflix vor, dass der Nutzer aus einem anderen Land kommt, in dem die Serie oder der Film verfügbar ist.

Im Ausland populär ist vor allem Netflix' US-Angebot. Kunden haben dort mehr Auswahl und können zum Beispiel fast alle Folgen der Serie "Mad Men" schauen, während bei Netflix Deutschland derzeit überhaupt keine Folgen verfügbar sind. Die Biker-Serie "Sons of Anarchy" ist in Deutschland mit nur fünf Staffeln verfügbar, in den USA gibt es alle sieben.

Netflix-Chef Reed Hastings beschwerte sich schon häufiger, wie verworren das internationale Rechte-Geflecht sei. Das sei auch einer der Gründe dafür, dass der Dienst verstärkt auf die Produktion eigener Filme und Serien setze. Die Inhalte könne Netflix überall gleichzeitig zeigen. "Wir streben an, eines Tages in allen Regionen eine identische Auswahl an Serien und Filmen anbieten zu können", schreibt Netflix auch in der aktuellen Ankündigung der technischen Sperren.

Zuletzt war vor etwa einem Jahr die Rede davon, dass Netflix härter gegen Geoblocking-Verstöße vorgehen will. In der Vergangenheit waren die Versuche allerdings eher halbherzig und manche Beobachter vermuteten , dass es Netflix eher darum gehe, die großen Filmstudios zu besänftigen. Die Studios wollen nach wie vor darüber bestimmen, wann sie bestimmte Filme und Serien in welchem Land anbieten.

Zeitlich interessant ist der aktuelle Netflix-Vorstoß, weil der Video-on-Demand-Anbieter vergangene Woche auf einen Schlag in 130 weiteren Ländern gestartet war. Jetzt ist der Dienst in insgesamt 190 Ländern verfügbar.

gru/dpa

Mehr lesen über