Netzroller: Ein Hund wird zur Banane - DER SPIEGEL
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Netzroller Ein Hund wird zur Banane

Das Web vibriert in Erwartung der Produktwelle von der Consumer Electronics Show - wir vertreiben uns die Zwischenzeit mit Hunden, die sich als Bananen entpuppen, mit LCD-Tischen, mit Häusern, die in Wahrheit Tunnel sind, mit Spezialhandschuhen für MP3-Player und und und ...
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Das Dummy-Haus

Erfahrene Londoner Taxi-Chauffeure und Pizza-Boten zucken nur kurz und lächeln dann wissend, wenn man ihnen die Adresse 23/24 Leinster Gardens, Paddington, London W2 als Ziel nennt. Es war lange Zeit ein beliebter Scherz humoriger Londoner, Dienstleister zu dieser Adresse zu bestellen. Der Witz bei der Sache: was von vorne aussieht wie ein gewöhnliches englisches Mietshaus ist nur eine Fassade mit nichts dahinter. Mit einer hübschen Fotostrecke  dokumentiert Mike Slocombe, was das dicke Make-up verbirgt: einen Eisenbahntunnel. Und er liefert auch gleich die erhellende Erklärung. Offenbar wurden Tunnel seinerzeit, 1867, nach einer als "cut and cove" bezeichneten Methode gebaut. Statt zu bohren wurde dazu schlicht eine tiefe Grube ausgehoben, ein Tunnel hineingebaut und hernach alles wieder zugeschüttet. Häuser die den Weg der Untergrundbahn blockierten, wurden kurzerhand abgerissen. Das Gebäude 23/24 Leinster Gardens war eines davon. Offenbar um das Straßenbild nicht zu stören, wurde nach Abschluss der Bauarbeiten eine Dummy-Hausfront an dieselbe Stelle gesetzt und wie das Original bemalt.

In fremden Erinnerungen schwelgen

Hatte Rich Vogel Langeweile? Er entdeckte beim Download nicht näher genannter Dateien aus einem Peer-to-peer-Netzwerk, dass man dabei ja auch vortrefflich die Festplatte anderer Tauschbörsen-Nutzer durchforsten kann. Besonders angetan hatte es ihm ein Ordner mit offenbar privaten Fotos, den er auf dem Rechner eines unbekannten Gastgebers fand. Seither sammelt er digitale Fundstücke  aus den Tiefen unfreiwillig der Öffentlichkeit preisgegebener Heim-PCs. Besser also, man dichtet seinen Rechner ab,  bevor man sich in solchen Tausch-Netzwerken tummelt.

Ein Golden retrievr?

Dass man mit dem Online-Bilderdienst Flickr  jede Menge Spaß haben kann, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Da gibt man nach Lust und Laune beliebige Suchworte, die sogenannten "Tags" ein und bekommt immer aufs neue unerwartete, teils wirklich schöne, manchmal aber auch einfach peinliche, Fotos zu sehen, die von wildfremden Leute irgendwo auf dem Globus ins Netz gestellt wurden. Aber natürlich kann auch das irgendwann langweilig werden und außerdem ist man im Internet ja sowieso stets auf der Suche nach neuem. Deshalb sei heute retrievr  empfohlen. Dieser Online-Dienst ermöglicht es, die Flickr-Datenbank nicht nach geschriebenen Tags, sondern anhand von gezeichneten Vorlagen zu durchsuchen. Dazu befindet sich auf der retrievr-Seite ein rudimentäres Malprogramm, mit dem man eine grobe Skizze des gesuchten Objekts entwirft. Möchte man beispielsweise ein schönes Strandbild ansehen, genügt es, ein paar blaue Striche und einen gelben Kreis zu pinseln. Vor überhöhten Erwartungen sei aber gewarnt. Mein Versuch, einen Golden Retriever oder doch zumindest einen Hund hervorzuzaubern scheiterte kläglich und brachte Bananen, Gummibärchen und eine Schnecke zum Vorschein. Aber das mag auch an meinen begrenzten grafischen Fähigkeiten liegen.

Windows auf Palm

Microsoft und Palm hatten es ja schon angedroht, jetzt ist es Realität geworden. Der Hersteller Palm, der mit seinen PDAs über viele Jahre den Markt für Handheld-Computer unangefochten dominierte, hat das erste Palm-Smartphone ohne Palm-Betriebssystem auf den Markt gebracht. Stattdessen läuft auf dem Treo 700w  getauften Neuling Microsofts aktuelles PDA-Betriebssystem Windows Mobile 5.0. Das haben die Ingenieure des Handheld-Herstellers freilich nicht so übernommen, wie es aus Redmond geliefert wird, sondern um einige Funktionen erweitert, die es mehr Palm-like, soll heißen einfacher zu bedienen, machen sollen. Ob dieses Rezept aufgeht, wird sich zeigen. Altgediente Palm-Anwender werden sich auf diesen Wechsel wohl kaum einlassen. Macht aber nix, denn hierzulande gibt es den Treo 700w sowieso nicht zu kaufen. Derzeit ist er ausschließlich in den USA zu einem Preis von 399 US-Dollar erhältlich.

Der Winter kann kommen - mit iPod-Handschuhen

Ja, es gibt noch Produkt-Designer, die sich Gedanken über die wirklichen Probleme der Menschen machen. Ein paar davon sitzen offenbar bei der Firma 4sight Products Inc. und haben lange darüber sinniert, warum sich ihr iPod beim Ski fahren so lausig bedienen lässt. Die logische Antwort: die Hightech-Bedienelemente des Apple-Players reagieren auf die Oberflächenspannung der Haut und die wird von normalen Handschuhen wirkungsvoll isoliert. Die einfache Lösung sind die Tävo Gloves . Die Fingerspitzen dieser Handschuhe sind mit einer leitenden Silberlegierung überzogen, die jederzeit besten Kontakt zum Click Wheel eines iPod herstellen sollen, ganz gleich wie kalt oder nass es draußen ist. Na, da hoffen wir mal, dass es noch bitterkalt wird, bevor der Frühling kommt.

Der Flachspielschirm

Was ist das blöde an Videospielen? Man kann sie nicht mit Freunden am Tisch spielen. Was ist das blöde an Gesellschaftsspielen? Man kann sie nicht am PC spielen. Bei Philips gibt es zum Glück so viele Ingenieure, dass sie es sich sogar erlauben können, Dinge zu entwickeln, an die andere nicht einmal einen Gedanken verschwenden würden. Ein typisches solches Produkt ist der Entertaible , ein berührungsempfindlicher LCD-Bildschirm, der flach auf den Tisch gelegt wird. Sein Vorteil gegenüber herkömmlichen Brettspielen: Neben dem eigentlichen Spielfeld können zusätzliche Informationen, Spielstände oder etwa Regeln und Erklärungen angezeigt werden. Ob und wann das Gerät auf den Markt kommt ist noch nicht klar. Offenbar will man erst einmal die Reaktionen auf den Prototypen abwarten, der diese Woche auf der CES in Las Vegas gezeigt wird.

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