Netzwelt-Ticker Google Wallet, Facebook-Alternative, Spammer und Digg
Bezahlen mit NFC-Handy: Google plant drahtloses Geld
Foto: Google/ dpaGoogle hat seinem Handy-Bezahlsystem Wallet eine kräftige Aufwertung verpasst. Das digitale Portemonnaie unterstützt nun die gängige Kreditkarten wie Visa, MasterCard, American Express und Discover. Angeboten wird der Dienst allerdings nur in den USA und nur für bestimmte Android-Handys. Bei mehr als zwei Dutzend großen Händlern soll nun drahtlos bezahlt werden können.
Für den Fall, dass das als digitale Geldbörse genutzte Smartphone verschütt geht, gibt es für den Besitzer die Möglichkeit, die persönliche Wallet-App vom heimischen Rechner aus zu deaktivieren und damit unfreiwillige Transaktionen durch Dritte zu unterbinden. Die vertraulichen Kreditkartendaten werden nicht mehr auf dem Gerät abgelegt, sondern auf Google-Servern gespeichert.
Das beruhigt im Diebstahlsfall, trotzdem dürfte nicht jeder darüber froh sein, derartige Angaben ein Stück weit aus der Hand zu geben. "Ars Technica" sieht in der Wallet-Weiterentwicklung dennoch Erfolgspotential. Google könne sich nun darauf konzentrieren, möglichst vielen Einzelhändlern die Google-Bezahlfunktion näher zu bringen.
Die werbefreie Alternative zu Twitter und Facebook soll kommen
Statt Transparenz und Offenheit an den Tag zu legen, verpflichten sich Netzwerke wie Facebook und inzwischen auch Twitter zunehmend ihren Werbekunden - so wettert der Entwickler Dalton Caldwell. Als Gegenentwurf zu den werbefinanzierten Modellen der etablierten Social Networks sieht Caldwell sein eigenes Start-up App.net, das mit der Verbreitung von Inhalten in Echtzeit im Prinzip nichts anderes tun soll als Twitter in seinen Anfangstagen.
Um die Nutzer und ihre Daten nicht zu Werbezwecken zu nutzen, setzt Caldwell aufs klassische Bezahlmodell. Die werbefreie, entwicklerfreundliche Plattform ist nach Angaben ihres Schöpfers gegenüber "Venturebeat" schon ziemlich weit gediehen , die Website sei fast fertig, ebenso wie eine iPhone-App. Doch noch fehlt das Geld, um mit dem Projekt in den Regelbetrieb zu gehen.
Um das benötigte Kapital einzuwerben, richtete Caldwell einen Spendenaufruf an alle reklamegeplagten Netzbewohner. Wenn auf diese Weise bis zum 13. August wenigsten 500.000 Dollar zusammenkämen, sei das Überleben von App.net für das nächste Jahr gesichert, so der Facebook-Herausforderer.
Seo-Spammer und Social-Media-Marketer mögen das neue Digg nicht
Kaum ist der soziale News-Aggregator Digg in überarbeiteter Version zurück, geht das Genörgel los. Laut "The Verge" sind die Kritiker aber vor allem Selbstdarsteller und jene, die Reklame für ihre Kunden machen . In der Vergangenheit habe Digg zunehmend mit dem Einfluss von Spammern, Marketingleuten und Klickfarmen zu kämpfen gehabt. Kein Wunder, hatten sie doch über den Aggregator Zugang zu zig Millionen Lesern.
Kritische Werber fordern nun, Digg möge sie "umarmen", anstatt sie wegen der Verwendung von Scripts für automatisierte Aktionen zu sperren. Den verringerten Einfluss beklagt ein Social-Media-Berater namens Neal Rodriguez: "Weder Nutzer noch gesunder Menschenverstand bestimmen nun noch darüber, wie die Digg programmiert wird oder funktioniert ."
Zwar sei am Klagelied durchaus etwas dran, so "The Verge". Die Platzierung von Nachrichten und Storys hänge nun auch von ihrer Popularität auf Facebook oder Twitter ab, zudem würden drei Redakteure die Themenauswahl steuern. Doch sei das Gejammer der Werber und Spammer Musik in den Ohren jener, die die Rückkehr Diggs zu alter Herrlichkeit erhofften.
Auch das noch:
- Windows 8 ist fertig. Nach zwei Jahren Entwicklung ist Microsofts neues Flaggschiff fertig und wird in den nächsten Tagen an die Hardware-Hersteller ausgeliefert.
- Die Zwangsumstellung auf Facebooks Timeline kommt im Herbst. Auch wer von den Segnungen der Totalübersicht über sein Facebook-Leben nicht überzeugt ist, wird bis zum Ende des Jahres den Wechsel erleben. Innerhalb dieser Frist erhalten alle Umstellungsmuffel zunächst eine Aufforderung. Danach haben sie sieben Tage Zeit, alte Beiträge und Posts zu bearbeiten, dann wird das Profil automatisch umgestellt .
- Auch Minecraft-Entwickler Markus Persson mäkelt an Windows 8 herum. In der aktuellen Fassung sei das Betriebssystem "sehr, sehr schlecht für Indie-Games und die Branche im allgemeinen".
- Britisches Oberhaus kritisiert lahmen Breitbandausbau in Großbritannien. Die Lords drängen darauf, den Ausbau eines offenen Glasfaser-Breitbandnetzes zu forcieren.