Netzwelt-Ticker: 150.000 Classmate-PCs nach Libyen - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker 150.000 Classmate-PCs nach Libyen

Kommerz vor Gutmenschentum? Die Kommerz-Konkurrenz verpasst dem 100-Dollar-Laptop eine Schlappe, DSL hält nicht immer, was es verspricht und in Deutschland gibt es noch mehr legales Internet-Fernsehen. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Knall der Ohrfeige dürfte von Afrika bis nach Cambridge, Massachusetts, gedrungen sein, wo das Projekt "One Laptop Per Child" (OLPC) beheimatet ist. Denn die Initiative, die bezahlbare Klapprechner für die Dritte Welt herstellen wollte, hat seit einiger Zeit kommerzielle Konkurrenz. Chiphersteller Intel tat sich mit Microsoft zusammen und produziert den "Classmate PC", der in der Herstellung ungefähr so viel kostet wie das OLPC-Laptop.

Im vergangenen Monat wurde eine erste Charge von 150.000 Intel-Geräten nach Libyen ausgeliefert, nachdem eine entsprechende Übereinkunft im August getroffen worden war . Derzeit laufen Verhandlungen mit Nigeria, allerdings ist noch nicht klar, wie viele Rechner das afrikanische Land abnehmen will und welches Betriebssystem installiert werden soll.

Mit der gestern von Intel-Sprecherin Agnes Kwan verkündeten Transaktion setzt das Kommerzduo seinen Frontalangriff auf das OLPC-Projekt fort, nachdem bereits im Frühjahr 700.000 Classmate PCs nach Pakistan verkauft worden waren. Doch kann auch OLPC noch punkten. Im Rennen um Abnehmer liegt das Projekt in Südamerika vorn, in Uruguay wird am 12. November mit der Auslieferung von 100.000 OLPC-Rechnern begonnen . Bis Anfang 2009 sollen fast alle Schulkinder zwischen sechs und zwölf Jahren im Lande mit einem der Notebooks lernen können.

Schneckenpost statt Highspeed

Jeden Tag schlagen die Telkos dem potentiellen Konsumenten tolle Breitbandangebote um die Ohren, überbieten sich mit Datendurchsatzraten zum kleinen Preis. Aber selten halten die Versprechen mit den vielen Nullen den Tatsachen stand. Die meisten DSL-Anschlüsse sind deutlich langsamer als bei Abnahme des jeweiligen Paketes (DSL 2000, DSL 6000 oder DSL 16000) eigentlich vereinbart, schreibt die "Computerbild" .

Aus einem jetzt veröffentlichten Test des Magazins geht hervor, dass die tatsächlich erreichten Werte in manchen Städten fast zwei Drittel niedriger liegen. Bei den Ergebnissen stechen zwei Tendenzen ins Auge: ländliche Gebiete fallen hinter innerstädtischen Zonen zurück, was seine Ursache zumeist in veralteten oder zu langen Kabelstrecken zwischen dem eigenen Anschluss im Haus und dem nächsten DSL-Knoten hat. Und je höher die bestellte DSL-Rate ist, desto stärker auch die Abweichung zur tatsächlich erreichten Geschwindigkeit. Man könnte sogar von Mogelpackungen sprechen, wenn zum Beispiel im Falle der Telekom oder Arcors der Umstieg von DSL 6000 zu DSL 16000 im Ergebnis überhaupt keinen Unterschied macht.

Frau prellt Shopping-Kanal um 285.000 Euro

Dauerreklamesendungen mit atemlos quasselnden Gewinnshow-Moderatoren, die dem Kunden Messersets oder Auto-Polituren aufschwatzen wollen, sind längst fester Bestandteil der Fernsehlandschaft der meisten Länder. Und sie erfreuen sich des zweifelhaften Rufs, arglose Hausfrauen durch die Verleitung zum Spontankäufen um Haus und Hof zu bringen.

Dass es auch anders geht, demonstrierte die 33-jährige Quantina Moore-Perry aus dem US-Bundesstaat North Carolina. Die fleißige Besucherin der Shopping-Webseite von QVC nutzte einen Softwarefehler aus und ließ sich Waren für umgerechnet 285.000 Euro liefern, ohne einen Cent zu bezahlen .

Dazu musste die Frau ihre Bestellung jeweils nur wieder sofort rückgängig machen, geliefert wurde trotzdem - ohne Rechnung. Anschließend verkaufte sie die Waren weiter, bis einem misstrauischen Käufer die QVC-Originalverpackungen merkwürdig vorkamen. Nun steht die Frau vor Gericht.

Arcor startet Internetfernsehen

Auch Internetprovider Arcor steigt jetzt ins Geschäft mit dem Internetfernsehen (IPTV) ein. Seit gestern stehen in 51 deutschen Städten über 50 freie und weitere 60 Pay-TV-Kanäle zur Auswahl. Bei einigen besteht mittels der Timeshift-Funktion die Möglichkeit, Sendungen zeitversetzt anzuschauen . Darüber hinaus gibt es noch eine elektronische Fernsehzeitschrift, die der Telko zusammen mit TV Movie aufgesetzt hat.

Mit knapp zehn Euro für das Grundpaket ist der Kunde dabei, Zusatzangebote wie Sport- oder Auslandssender können optional dazugebucht werden. In einer Online-Videothek kann zwischen 500 Filmen gewählt werden. Vor den IPTV-Genuss hat Arcor allerdings noch die Freischaltung und den Kauf einer Set-Top-Box gesetzt, was inkl. Versand nochmals mit knapp 110 Euro zu Buche schlägt. Außerdem gibt es das "Arcor-Digital TV" nur zusammen mit einem der All-inclusive-Pakete, wobei die Bandbreite nicht unter DSL 6000 liegen sollte.

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