Netzwelt-Ticker: 4,4 Milliarden Handyverträge weltweit - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker 4,4 Milliarden Handyverträge weltweit

Die Zahl der Mobiltelefone auf dem Planeten wächst weiter rasant, besonders in Entwicklungsländern. Außerdem: Apple putzt im App Store durch, Marines haben Web-2.0-Verbot, CNN lässt über Präsident Obama abstimmen. Das und mehr im Überblick.
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3,9 Milliarden Handy-Verträge gab es 2008, in diesem Jahr sollen es weltweit 4,4 Milliarden geben, teilte der Branchenverband Bitkom mit. Er beruft sich auf aktuelle Zahlen des European Information Technology Observatory (EITO). "Das stärkste Wachstum bei der Mobilfunknutzung kommt heute aus den Schwellen- und Entwicklungsländern", sagte Bitkom-Präsidiums-Mitglied und Vodafone- Deutschland-Chef Friedrich Joussen.

In Indien wächst die Zahl der Handy-Nutzer in diesem Jahr voraussichtlich um 32 Prozent auf 457 Millionen. In Brasilien legt die Zahl der Mobilfunknutzer um 14 Prozent auf 172 Millionen zu und in China um 12 Prozent auf 684 Millionen. In den Industrieländern fallen die Wachstumsraten deutlich geringer aus. In der Europäischen Union gibt es inzwischen bereits deutlich mehr Handy-Verträge als Einwohner. Deshalb konzentrieren sich die Unternehmen auf die Verbreitung von mobilem Internet via UMTS.

dpa

Hausputz bei Apples App Store

Da dachte Khalid Shaikh eine Weile, mit dieser Methode könne er ans große Geld kommen: mit dem schnellen Zusammenbasteln kleiner Progrämmchen für Apples App Store. Die bot er dort für jeweils 3,99 Dollar feil und nahm so mehrere tausend Dollar ein - täglich. Mit seinem vor allem in Pakistan ansässigen Team veröffentlichte er innerhalb eines Dreivierteljahrs mehr als 940 Anwendungen und gehört damit zweifellos zu den Fleißigsten. Aber nicht unbedingt zu den Besten, denn die Usergemeinde beurteilte seine Entwicklungen zumeist als nutzlos. Jetzt hatten die Verantwortlichen in Cupertino ein Einsehen und kassierten Shaikhs App-Store-Lizenz wieder ein , meldet "Mobilecrunch". Außerdem warfen sie sämtliche seiner Entwicklungen aus dem App Store. Ein erstaunlicher Schritt, bedenkt man, dass jede einzelne Anwendung zuvor den bei Apple üblichen, wochenlangen Prozess zur Kontrolle durchlaufen hat. Der Prozess übrigens, an dem Anwendungen wie Googles Telefoniersoftware Voice bekanntlich gescheitert sind. Da wirkt die Begründung, die Apple dem geschassten Entwickler mitteilte, auch nicht besonders glaubwürdig. Denn, so die App-Store-Leiter, Shaikh habe mit seinen Apps verschiedentlich gegen das Urheberrecht und das Recht am geistigen Eigentum anderer verstoßen. Und trotzdem wurden Hunderte seiner "Erfindungen" anstandslos ins Verkaufsprogramm aufgenommen? Da muss niemand ein Prophet sein, um mit einer baldigen Ermittlung durch die Regulierungsbehörde FCC zu rechnen.

Twitter-Verbot für US-Marines

Das Militär hat es nicht gern, wenn Soldaten sich allzu freizügig in Social Networks und sonstigen Web-2.0-Plattformen tummeln. Zu leicht könnten militärische Geheimnisse ausgeplaudert werden. So sieht das auch die Führung der US Marines. Die verkündete am Montag das Verbot, Angebote wie Facebook, MySpace oder Twitter  vom Marines-eigenen Netzwerk aus zu besuchen. Sämtliche öffentlichen Plattformen sind für einen Mindestzeitraum von einem Jahr tabu. Bislang werden Seiten wie Facebook von Soldaten gern genutzt, und zwar auch offiziell. Die Facebook-Seite des Marine Corps hat immerhin über 75.000 Fans, die Anwesenheit des Militärs diente nicht zuletzt auch dem Zweck, islamistischer Propaganda wirksam entgegentreten zu können. Bis September sollen nun erst einmal neue Richtlinien für den Umgang von Soldaten in Social Networks erstellt werden. Der stellvertretende Verteidigungsminister William Lynn erließ eine entsprechende Anordnung. "Diese Seiten haben sich zur Rekrutierung, Öffentlichkeitsarbeit und zur Hebung der Lebensqualität der Militärangehörigen als sehr nützlich erwiesen. Das gilt auch für den Informationsaustausch mit unseren Verbündeten und Familienangehörigen. Allerdings gibt es wie allen Internetanwendungen Risiken und Herausforderungen, die verstanden und minimiert werden müssen."

Obamas zweite 100 Tage: CNN und Facebook lassen abstimmen

Völlig ungefährlich ist dagegen eine Aktion, die Facebook gemeinsam mit CNN dieser Tage veranstaltet: die Bewertung der zweiten 100 Tage von Präsident Obamas Regierungsaktivitäten . Auf insgesamt zehn Fragen kann jeweils mit einer Schulnote geantwortet werden. Dabei wird der Umgang Obamas mit der Wirtschaftskrise ebenso abgefragt wie die Beurteilung seiner Außen- und Gesundheitspolitik. Auch Außenministerin Clinton kann benotet werden, ebenso wie der Kongress oder die republikanische Opposition. Die Notenkonferenz läuft noch bis zum morgigen Donnerstag, dann sollen die Ergebnisse in einer zweistündigen Fernsehsendung präsentiert werden. Außerdem können die Teilnehmer selbst erstellte Videoclips auf die CNN-Seite iReport hochladen, CNNs Angebot für nutzergenerierte Inhalte.

BlackBerry verkauft sich besser als das iPhone 3G S

Alle reden von der Krise, wer im Smartphonemarkt zu Hause ist, redet vom iPhone. Diese eherne Doppelwahrheit erfährt jetzt ihre Erschütterung. Denn die Zahlen des jüngsten Berichts der IT-Markforscher IDC heben eine andere Marke auf den Schild: Blackberry. Obwohl es ein riesiges und kostspieliges Medien-Tamtam um das neue iPhone 3G S gab, wurde Apples neuestes Kulthandy von Blackberrys Curve in den Verkaufszahlen abgehängt. Im zweiten Quartal konnte sich die Konkurrenz aus Kanada in den USA auf Platz eins der Smartphone-Verkäufe festsetzen. Allerdings meldet "Venturebeat" leise Zweifel an der IDC-Methode  an. Da weder Handyhersteller noch Mobilfunker nach Gerätemodellen gesonderte Verkaufsstatistiken herausgeben, behelfen sich die Marktforscher mit Befragungen unter Zulieferern und versuchen dann, auf die Zahl der hergestellten Geräte zu schließen.

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