Netzwelt-Ticker: Adobe entwickelt Flash-Cookie-Killer - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Adobe entwickelt Flash-Cookie-Killer

Endlich Ruhe: Künftig sollen Anwender die sogenannten Flash-Cookies selber löschen und sich damit ein Stück Selbstbestimmung zurückholen können. Außerdem im Überblick: Zwei Jahre Haft für Datensaboteur, Hochwasser stört Australiens Internet und Intel macht der Maus ein Ende.
Flash-Player: Bald mit Löschfunktion für Cookie-Dateien
Flash-Player: Bald mit Löschfunktion für Cookie-Dateien

Flash-Player: Bald mit Löschfunktion für Cookie-Dateien

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Endlich mehr Datenschutz in Adobes Multimedia-Technologie Flash! Der Software-Hersteller will seinen Flash-Player um die Möglichkeit erweitern die sogenannten Flash-Cookies per Mausklick zu löschen. Dazu arbeitet das Unternehmen einem Eintrag im Firmenblog zufolge  mit mehreren Browser-Herstellern zusammen. In Flash-Cookies können Betreiber von Webseiten Informationen über den jeweiligen Nutzer auf dessen Rechner ablegen und wieder auslesen, wenn der erneut ihre Seite aufruft.

Problematisch ist dabei, dass dieser Typ von Cookie-Dateien nicht nur schwer aus dem System zu entfernen ist. Um der Dateien Herr zu werden muss man entweder Adobes Einstellungs-Manager für den Flash-Player verwenden, der nur online verfügbar ist, oder sich spezieller Löschprogramme bedienen. die in Webbrowsern vorhandenen Löschmechanismen, mit denen sich etwa der Browser-Cache oder herkömmliche Cookies löschen lassen, greifen nicht.

Adobe musste sich immer wieder Kritik für diesen Umgang mit den hausintern als LSO (Local Shared Objects, lokal gespeicherte Objekte) bezeichneten Dateien gefallen lassen. Adobe wiederum erklärt, dass sich viele Komfortfunktionen im Web ohne LSOs nicht realisieren ließen. So speichern etwa Flash-Games den Fortschritt des Spielers per LSO, merken sich Websites Zugangsdaten oder erinnern sich Video-Player an voreingestellte Format-Änderungen.

Das neue Feature soll in den nächsten Wochen zunächst im Google-Webbrowser Chrome ausprobiert werden. Später soll die Lösch-Technik für alle Browser zur Verfügung stehen.

WikiLeaks unterstützt mutmaßlichen Informanten

Mit einer Spende in Höhe von 15.100 Dollar hat sich die Enthüllungsplattform WikiLeaks an den zu erwartenden Anwaltskosten für den US-Soldaten Bradley Manning beteiligt, teilt der Pressesprecher der Unterstützerorganisation Bradley Manning Support Network, Jeff Paterson, mit. Die Spende sei ausdrücklich für die Verteidigung von Mannings vorgesehen, der seit Mai 2010 inhaftiert ist. Ihm wird Geheimnisverrat vorgeworfen, die US-Militärs vermuten in Mannings die Quelle vieler WikiLeaks-Enthüllungen.

Laut Pressesprecher Paterson müssen für eine effektive Verteidigung von Manning im anstehenden Gerichtsverfahren mindestens 115.000 Dollar aufgebracht werden. Bis zum 13. Januar seien bereits mehr als 100.000 Dollar an Spenden eingegangen. Das Unterstützer-Netzwerk wolle sich deshalb nun verstärkt darum bemühen, der Öffentlichkeit den Fall Manning nahe zu bringen. Die ersten Anhörungen in dem Verfahren werden für März erwartet.

mak

Digitale Bombe: TSA-Mitarbeiter zu Haft verurteilt

Ein US-Gericht sieht es als erwiesen an, dass der 46-jährige Datenanalyst Douglas D. im Herbst 2009 versucht hat Schadsoftware in zwei Datenbanken   seines damaligen Arbeitgebers, der amerikanische Transportsicherheitsbehörde TSA (Transportation Security Administration) einzuschleusen. Die Aktion sollte offensichtlich die Rache für seine Kündigung sein. Der Analyst hatte bereits fünf Jahre für die Behörde gearbeitet, die alle USA-Reisenden von den Einreisekontrollen her kennen.

D. wurde vorgeworfen, nach Dienstschluss zwei sogenannte Logikbomben, also Software, die Daten zerstören soll, auf TSA-Server geschmuggelt zu haben. Auf dem einen speicherte die TSA-Einsatzzentrale im Colorado Springs Operations Center (CSOC) Informationen der U.S. Marshalls (die etwa auf amerikanischen Flügen eingesetzt werden), auf dem anderen Informationen für das Terroristen-Screening auf amerikanischen Flughäfen.

Mitarbeiter entdeckten die Software jedoch, bevor sie Schaden anrichten konnte. Das Gericht verurteilte D. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 60.000 Dollar (45.836 Euro).

Aus die Maus

Chip-Hersteller Intel besingt in einem Blog-Eintrag das Ende der Computer-Maus : Auf der aktuellen Unterhaltungselektronikmesse CES, schreibt Intel-Blogger Bob Duffy, sei es sehr schwer gefallen, eine Maus zu finden: "Spiel-Controller, Fernbedienungen, Berührungssensoren und Trackpads gab es, aber von Mäusen war nichts zu sehen." Kein Wunder, schreibt Duffy weiter: Auf der CES geht es um die neuste, beste Technologie - und dazu gehöre die Maus nunmal schon lange nicht mehr. Die Zukunft gehöre den Sensoren.

Natürlich bleibt so eine Meinung nicht unwidersprochen: Unter dem Intel-Blogeintrag entwickelt sich gerade eine spannende Diskussion Pro und Contra Maus. Denn so tot, das weiß man, und so blöd, das lernt man schnell, ist die Maus als Eingabemittel gar nicht. Wer am Computer längere Zeit mit ausgestrecktem Arm den Touch-Bildschirm bedienen musste, weiß die Ablagefläche Maus zu schätzen.

Kalifornien: Skimmer zu langen Haftstrafen verurteilt

Zwei Männer, die ein Kartenlesegerät in einer Tankzapfsäule versteckten, wurden in Amerika zu langen Haftstrafen verurteilt . David K. wurde wegen Betrugs in 37 Fällen zu sieben Jahren verurteilt, Zhirayr Z. wegen fünf Vergehen zu fünf Jahren. Im Februar folgen Verhandlungen um die Strafen für zwei weitere Angeklagte.

Den Angeklagten wurde vorgeworfen, mit den Kartenlesegeräten, sogenannten Skimmern, innerhalb dreier Monate mehr als 90.000 Dollar erbeutet zu haben. Die Kartenlesegeräte installierten sie in Selbstbedienungszapfsäulen, an denen per Kreditkarte Benzin bezahlt werden kann. Die manipulierten Lesegeräte speicherten die Kreditkartendaten, die von den Tätern daraufhin eingesammelt und für ihre Zwecke missbraucht werden konnten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Überführten zu einer russischen und armenischen Skimmer-Bande gehörten. Die Festgenommenen trugen Schlüssel für verschiedene Zapfsäulen-Systeme bei sich. Ihre Skimmer wurden nach Polizeiangaben in sieben Säulen in verschiedenen kalifornischen Tankstellen gefunden .

Australisches Hochwasser lässt Netzwerke absaufen

Die andauernde Jahrhundertflut in Australien trifft immer stärker auch die Telekommunikations-Infrastruktur. Netzwerke in Queensland seien dermaßen vom Wasser angegriffen, dass viele Knotenpunkte offline und Batterie-betriebene Backup-Anlagen bald leer gelaufen sind. Laut "Sydney Morning Herald" seien Zehntausende ohne Handy-, Festnetz- oder Internetverbindung - obwohl die Telekommunikationsunternehmen mit Helikoptern, Sandsäcken und Plastikfolien versuchten, ihre Anlagen vor dem Wasser zu schützen .

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