Netzwelt-Ticker AMD baut Supercomputer-Grafikkarte
Das dürfte der Nachbrenner für Nerds werden: Mit einer Rechenleistung von bis zu 1,2 Teraflops, also 1,2 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde liefern die neusten Grafikchips von AMD mehr Rechenleistung als sie noch vor zwölf Jahren ein Supercomputer bereitstellte. Möglich machen sollen das insgesamt 800 Rechnerkerne, die auf dem Prozessor nebeneinander und vor allem gleichzeitig Befehle abarbeiten. Das eigentliche Highlight ist aber der Preis: Die Highend-Version der AMD-Karte, die ATI Radeon HD 4870, ist bereits zu Preisen um 250 gesichtet worden, das abgespeckte Modell HD 4850 für deutlich weniger als 200 Euro.
AMDs Ankündigung folgt nur wenige Tage auf die Vorstellung neuer Highend-Grafikchips von Konkurrent nVidia. Dessen neues Oberklasse-Modell GeForce GTX 280 liefert allerdings maximal 933 Gigaflops und kostet mehr als 500 Euro.
Noch deutlicher zeigen sich die Unterschiede beim Stromverbrauch: Während nVidias GTX-Modell bis zu 236 Watt zieht, begnügt sich die HD 4870 mit schlimmstenfalls 160 Watt, die HD 4850 mit 110 Watt. Bei den ATI-Karten werden mit 512 MB Grafikspeicher ausgeliefert.
Erste Tests von Fachmagazinen zeigen, dass die neuen ATI-Karten von der Performance her in etwa gleichauf mit den neuen nVidia-Modellen liegen, dabei aber das deutlich günstigere Preis/Leistungsverhältnis aufweisen. PC-Spielern kann das nur recht sein. Schließlich belebt starke Konkurrenz das Geschäft und sorgt üblicherweise für fallende Preise.
mak
Schwedische Kinder sorgen sich um ihre Eltern
Wenn schwedische Kinder Probleme haben, dann können sie sich an den Kinderschutzbund BRIS (Barnens Tätt i Samhället) wenden. Per Telefon-Hotline, Chat und E-Mail versucht BRIS den Heranwachsenden bei Problemen in Familie, Schule oder mit Freunden zu helfen. Im letzten Jahr verzeichnete BRIS knapp 21.000 Anrufe, Chat-Gespräche und E-Mails . Deutlich mehr als jemals zuvor. 1.895 davon drehten sich um das Thema Internet und Computer. Über hundertmal zeigten sich die anrufenden Kinder besorgt darüber, wie ihre Eltern mit dem Computer umgehen, wo sie surfen, mit wem sie chatten. Der Vater flirtet im Web, die Mutter verzockt ihr Leben in World of Warcraft.
Solche drastischen Fälle sollen laut BRIS-Report allerdings nur Ausnahmen sein. Oft, so der Kinderschutzbund, kann das Internet auch dazu beitragen, Kinder und Eltern zusammenbringen wenn die Alten sich interessiert zeigen, für das, was der Spross da im Netz macht. Und zwar nicht unter dem Aspekt Angst und Misstrauen, sondern indem sie das Internet als das sehen, was es längst für die Kinder ist: Ein wichtiger Teil des Alltags. BRIS ruft deswegen die Eltern dazu auf, einfach mal zu fragen: "Und, was hast Du gestern so im Netz gemacht?"
Zombiearmee schickt Pazifikinsel offline
Einige wildgewordene Spam-Rechner zwangen den einzigen Internetprovider der südpazifischen Marshall-Islands (Internetkürzel .mh) in die Knie. Was Blogger und IT-Newsredakteure freut - "Endlich mal wieder eine knackige Überschrift" , nervt die Inselbewohner. Tagelang würden sie vom E-Mail-Verkehr abgeschottet sein, würden Mails nur noch innerhalb ihrer Inseln austauschen können, warnte der Boss der Marshall Island National Telecommunication Authority (NTA).
So kam es zum Zusammenbruch: Eine kleine Zombiearmee, das sind von speziellen Virenprogramme gekaperte und ferngesteuerte Rechner, verschickten massenhaft Datenpakete an die NTA-Mailserver. Die waren auf so einen Angriff nicht vorbereitet, brachen unter der Last zusammen.
Seltsam: Normalerweise werden Mailserver mit Mails überschwemmt, in der Hoffnung, dass einige der Spam-Nachrichten so durch die Filter schlüpfen können. In diesem Fall aber sah der Angriff eher nach Sabotage als nach einem Spam-Angriff aus. Die NTA schottete die Server jetzt nach außen ab. Wer hinter dem Angriff steckt, ist nicht bekannt.
Internet-Erfinder stellt Filesharingbremse vor
Als Lawrence Roberts in den 60er Jahren zusammen mit Vinton Cerf, Leonard Kleinrock und Robert Kahn das Internet erfand, erfand er damit eigentlich nur eine Methode, Daten in einem Netz zu verbreiten. Die Inhalte, die heute das Internet ausmachen steuerten unzählige Surfer, Programmierer, Filmer, Texter, Tonproduzenten und die Pornoindustrie bei. Sie machten aus dem Netz der Netze die ungeheure Informationsblackbox, die es heute ist.
Doch das elektrische Lilalauneland ist bedroht meint zumindest Lawrence Robert. Die Röhren verstopfen, das Netz ist überlastet! Nur fünf Prozent der Surfer nämlich Filesharer seien für 80 Prozent des Datenverkehrs verantwortlich und kommen damit den verbleibenden 95 Prozent, zum Beispiel Vieltelefonierern, Videokonferenzteilnehmern, YouTube-Surfern, in die Quere. Zahlen, die man vorsichtig behandeln sollte , sind sie doch Spitzenwerte und letztlich wenig aussagekräftig.
Trotzdem will Roberts Firma Anagran Geld mit den verstopften Leitungen machen. Sie bietet ein Gerät an, das verschiedenen Datenströmen verschiedene Prioritäten zuordnet: Internettelefonie top, Filesharing flop. So sollen zu jedem Zeitpunkt die wirklich wichtigen Internetanwendungen flüssig funktionieren, die überflüssigen ausgebremst werden . Hört sich nicht schlecht an unter Aspekten der Netzneutralität wirft das aber schwierige Fragen auf. Die einfachste: Wer bestimmt, was eine gute und eine schlechte Anwendung ist?
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