Netzwelt-Ticker AMD faltet auch Origami
Keine E-Mails für das FBI
Wer dem amerikanischen FBI eine Nachricht schicken will braucht Briefmarken. E-Mail wäre zu teuer. "So verrückt es klingen mag, wir haben derzeit echte Geldprobleme und die Regierung ist zurückhaltend bei der Vergabe von dot-gov-Accounts," zitiert AP den stellvertretenden Leiter des New Yorker FBI-Büros, Mark Mershon. Viele FBI-Agenten müssen sich deshalb ohne elektronischen Briefkasten auf die Jagd nach Bösewichten begeben. Immerhin jedoch seien 100 der New Yorker FBI-Mitarbeiter mit Internet-fähigen Telefonen, wie etwa Blackberrys ausgerüstet. Ob die übrigen 1900 New Yorker FBI-Leute parallel dazu neue Brieföffner bekommen, ist nicht überliefert. Immerhin aber stellt FBI-Sprecherin Cathy Milhoan in Aussicht, dass bis Ende des Jahres alle Mitarbeiter per E-Mail erreichbar sein sollen.
AMD-UPMCs?
Als Microsoft und Intel auf der Cebit die unter dem Codenamen Origami entwickelten Ultra Mobile PCs (UMPC) vorstellten, war ausschließlich von Intel als Chip-Lieferant die Rede. Das könnte sich nun ändern. So schreibt die "DigiTimes" , dass einige taiwanesische PC-Hersteller überlegen, AMD-Prozessoren für ihre UMPCs zu verwenden. Als Argument für eine solche Entscheidung bezieht sich die "DigiTimes" auf einen Vergleichstest von "Toms Hardware" , nach dem AMD-Systeme 13 Prozent weniger Strom verbrauchen als ihre Intel-Gegenstücke. Offenbar ist den Autoren dabei entgangen, dass bei diesem Test Desktop-Systeme und nicht mobile Geräte verglichen wurden. Dennoch könnte beispielsweise der Einsatz der stromsparenden AMD-Geode-Prozessoren in UMPCs Sinn machen argumentiert die "eWeek" . Und das aus gutem Grund. Als größtes Problem der neuen Geräte sieht das Marktforschungsunternehmen Gartner nämlich die auf 600 bis 1000 US-Dollar angesetzten Verkaufspreise der UMPCs. Erst wenn die auf etwa 400 US-Dollar gesenkt würden, könnten UMPCs ihr Potential ausschöpfen. Da AMD-Prozessoren meist günstiger sind als ihre Intel-Pendants, wäre ihr Einsatz eine Möglichkeit, an der Preisschraube zu drehen.
Demaskierung chinesischer Gamer
Die rund 20 Millionen chinesischen Online-Gamer sollen bald nicht mehr anonym daddeln können. Um Jungendliche davon abzuhalten, zu viel Zeit in virtuellen Welten zu verbringen, sind chinesische Spiele-Produzenten verpflichtet, ihre Produkte ab Juni dieses Jahres so zu programmieren, dass Spieler ihren Klarnamen und ihre Identifikationsnummer eingeben müssen, schreibt AFP unter Berufung auf die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Auf diese Weise soll Eltern die Möglichkeit gegeben werden, zu kontrollieren, was und wie lange ihre Zöglinge spielen. Bereits vergangenes Jahr wurde in China ein System eingeführt, das dafür sorgen soll, dass Online-Spieler nach eine festgelegten Zahl an Spielstunden automatisch ausgeloggt werden. Viele Gamer umschifften diese Hürde offenbar, indem sie sich mehrere Tarn-Accounts zulegten. Als logische Folge des neuen Systems dürfte nun ein Handel mit Identitätsdaten aufblühen. Schließlich kann man auch unter Großmutters Namen vortrefflich durch virtuelle Welten wandeln.
Vorsicht vor dem Leichenwagen
Rootkit.hearse, also Trojanischer Leichenwagen, lautet die Bezeichnung eines neuen Computer-Schädlings vor dem der Software-Hersteller Sana Security warnt . Besonders gemein: Um sich zu tarnen und Antiviren-Programme zu täuschen nutzt die Software ähnliche Rootkit-Techniken wie sie Sony vor kurzem verwendete, um CDs unkopierbar zu machen. Tatsächlich würden derzeit nur fünf der aktuell verfügbaren 24 Antivirenprogramme den Schädling entdecken, der es auf Benutzernamen und Passworte für geschützte Websites abgesehen hat. Echte Abhilfe gegen den Miesepeter gibt es derzeit nicht. Bis alle Hersteller von Sicherheitssoftware ihre Produkte aktualisiert haben ist daher besondere Vorsicht im Umgang mit E-Mail-Anhängen und Downloads geboten.
Die USB-Stechuhr
Das man per USB Getränke kühlen oder den Kaffee warm halten, Luft ventilieren und auch Leselampen betreiben kann, ist nichts neues. Aus Japan kommt nun aber eine USB-Anwendung, die Kleinunternehmern ein Lächeln abringen dürfte: die USB-Stechuhr .
Simulanten zum Wehrdienst
Kein Scherz: die südkoreanische Luftwaffe sucht professionelle Gamer . Statt ihren Wehrdienst an der Waffe zu verrichten sollen die Ballerprofis den Militärs helfen, neue Flugsimulatoren und andere Kriegsspiele für die Ausbildung zu entwickeln. Nachtmärsche und Wochenend-Wachen wären für die Spiele-Spezialisten tabu. Stattdessen dürfen sie sogar weiterhin an Wettbewerben teilnehmen. Nur die Preisgelder dürfen die dienstlichen Daddler nicht mehr annehmen. Die US-Armee ist bereits einen Schritt weiter. Im Irak bedienen Videospiel-trainierte Schützen seit Januar 2005 ferngesteuerte Maschinengewehre vom Typ CROWS (Common Remotely Operated Weapons Systems). Mit den Ergebnissen ist man ausgesprochen zufrieden. Erfahrene Gamer hätten keine Probleme dabei, sich via Videobildsschirm ein Bild von der Lage außerhalb ihres Panzerfahrzeugs zu machen und würde zielsicher alles niedermetzeln, was sich bewegt, schreibt, etwas über-ambitioniert, "The Raw Feed" .
Die Giga-Grafikkarte
Eine Grafikkarte mit einem Gigabyte Grafikspeicher hat Hersteller ATI angekündigt . Die FireGL V7350 Highend-Profi-Karte soll mit ihrer Fließkomma-Rechenleistung einem 3GHz schnellen Pentium-Prozessor um das siebenfache überlegen sein und kann gleich mehrere extrem hochauflösende Bildschirme ansteuern. Allerdings nicht nur die Leistung, auch der Preis für dieses Grafik-Monster hat es in sich: Für 1999 US-Dollar soll die Karte über den Tresen gehen.
Schön wie Schokolade
Mit 300.000 verkauften Exemplaren ist LGs Chocolate Phone (LG-KG80) Marktführer im Heimatland der Herstellers, Südkorea. Nun soll das mit dem iF Design Award und dem Red dot Design Award ausgezeichnete Schmuckstück auch in Europa auf den Markt kommen. Allerdings sollen die Geräte für den Verkauf hierzulande noch verändert werden. Was das genau bedeutet, wissen die Kollegen vom "Tech Digest" freilich auch nicht. Nur, dass ein verstecktes LC-Display dazu gehören soll. Das wiederum scheint so gut versteckt zu sein, dass auf Fotos des Handys keine Spur davon zu entdecken ist.
Alternatives iPod-System
Wer mit den Fähigkeiten seines MP3-Players nicht zufrieden ist, hat nun Chance auf Besserung. Unter dem Titel "Rockbox" entwickeln einige Programmierer ein freies Betriebssystem für eine Reihe vom MP3-Playern, darunter auch Apples iPod. Anders als etwaige Patches ersetzt Rockbox das ursprüngliche System vollständig. Die iPod-Version soll beispielsweise über einen Fünfband-Equalizer verfügen und Musikstücke ohne störende Pausen wiedergeben können. Außerdem können Rockbox-getunte iPods eine Reihe von Musikformaten abspielen, die dem Original vorenthalten werden. Musik aus dem iTunes Musik Store dürfte auf einem Rockbox-iPod dagegen nicht mehr laufen, da Apples Kopierschutz Fairplay nur mit dem Original-System funktioniert.