Netzwelt-Ticker Anonymous attackiert Simbabwe und Tunesien
Robert und Grace Mugabe: Die Ehefrau des Staatspräsidenten Simbabwes ließ der Presse verbieten, über für sie peinliche WikiLeaks-Enthüllungen zu berichten
Foto: ALEXANDER JOE/ AFPDie (derzeit von der Polizei gesuchten) Köpfe der Anonymous-Netzprotestler haben zwei neue Angriffe gegen die Regierungen von Simbabwe und Tunesien gestartet. Websites der beiden Regierungen waren zeitweise nicht erreichbar und dann zeitweise verunstaltet, nachdem Anonymous-Aktivisten die Server in die Knie zwangen oder mit Hackereien veränderten ( hier gibt es Bilder des Hacks ).
Grund für die Aktion: Juristische Schritte gegen den Indiskretions-Dienst WikiLeaks in beiden Ländern. In einem Statement von Anonymous heißt es: "Wir greifen [Simbabwes Präsident] Mugabe und sein Regime der [Partei] Zanu-PF an, weil sie die freie Presse für vogelfrei erklärten und drohen, jeden zu verklagen, der WikiLeaks[-Dokumente] veröffentlicht."
Voraus gingen Klagen von Mugabes Ehefrau Grace gegen Simbabwische Zeitungen, die anhand von WikiLeaks-Dokumenten zeigen wollten, dass sie von illegalem Diamantenhandel profitierte.
Eine tunesische Regierungs-Site wurde mit massenhaften Server-Anfragenaus der Anonymous-Protestsoftware Loic lahmgelegt, weil Tunesien, so der Vorwurf der Anonymous-Lenker , versuche, den Zugriff auf WikiLeaks und Websites, die WikiLeaks-Dokumente veröffentlichen, zu blockieren.
Google-Programmierer outet Zero-Day-Lücke im Internet Explorer
Ausgerechnet ein Google-Programmierer hat mehrere, möglicherweise schwerwiegende Sicherheitslücken in Microsofts Browser entdeckt - die offenbar zur selben Zeit auch Sicherheitsexperten in China aufgefallen sind. Problematisch daran: Michal Zalewski informierte Microsoft zwar bereits im Juli über die sogenannten Zero-Day-Exploits, also bis dahin nicht dokumentierte Sicherheitsprobleme. Bis auf die Bitte, die bei der Entdeckung eingesetzte Software nicht zu veröffentlichen, reagierte Microsoft aber angeblich nicht auf die Enthüllung Zalewskis.
Wobei anzunehmen ist, dass im Hintergrund intensiv an einem Sicherheits-Patch gearbeitet wurde - ein nicht gerade leichtes Unterfangen, tauchen doch beim Patchen unzählige Unwägbarkeiten auf, muss der IE doch viele Tests neu durchlaufen. Gegenüber dem "PC Magazin" erklärte ein Microsoft-Sprecher, dass man von Zalewski über die Lücken informiert wurde, deren Tragweite untersuche und glaube, dass es derzeit keine Malware gebe, welche die vermutlichen Sicherheitsprobleme ausnutze.
Man habe ein Ohr für externe Programmierer, die Sicherheitslücken aufdecken, erklärte der Sprecher weiter: "Das trägt zur Sicherheit der Anwender bei". Nur in diesem Fall sei das anders: Weil Zalewskis seine Hack-Software öffentlich machte (nicht aber die eigentlichen Lücken), sei die tatsächliche Gefahr für Anwender gestiegen.
Wer sich vor den unbekannten Sicherheitslücken fürchtet: Im Protected Mode dürfte der Internet Explorer vor ihnen gefeit sein. Oder man nimmt einen anderen Browser.
43 Millionen neue Singles bei Facebook
Facebook hat eine Reihe ganz interessanter Nutzungszahlen aus dem Jahr 2010 veröffentlicht: Demnach haben im letzten Jahr zum Beispiel rund 43 Millionen Mitglieder ihren Beziehungs-Status auf "Single" , drei Millionen ihren Status auf "es ist kompliziert" und 28,5 Millionen auf "in einer Beziehung" gesetzt. 36,7 Millionen gaben auf Facebook ihre Heirat bekannt.
Alle 20 Minuten wurden eine Million Links geteilt, 1,3 Millionen Fotos getaggt, 1,5 Millionen Event-Einladungen verschickt, 1,6 Millionen Pinnwand-Einträge geschrieben, 1,9 Status-Updates veröffentlicht, knapp zwei Millionen Freundschaftseinladungen angenommen und 2,7 Millionen Fotos hochgeladen. Eindrucksvoll? Es machen ja auch ungefähr eine Dreiviertelmilliarde Menschen mit ...
Ach ja: Die beiden "meistgemochten", also populärsten Prominenten waren Lady Gaga und Eminem. Wundersame Facebook-Welt.
Video-Experiment: iTunes testet Videosuche
Mit interessanten Extra-Funktionen versucht die Filmfirma Sony Pictures iTunes-Kunden zum Kauf von Online-Videos zu bewegen. Wer etwa - natürlich erstmal nur in Amerika - den Film "Die etwas anderen Cops" bei iTunes kauft, kann interessante neue Funktionen ausprobieren, die künftig wohl öfters eingesetzt werden.
Zum Beispiel eine Volltextsuche für den Film: Wer nach einem Stichwort sucht, kann direkt die entsprechenden Stellen anspringen, verschiedene Clips dürfen per "Sharing"-Feature direkt ins Facebook-Profil gepostet werden, eine Playlist mit Songs aus dem Film führt direkt in den iTunes-Musikshop. Filme, das zeigen diese kleinen Beispiele, sollen künftig auch Einkaufs-Kataloge sein, ein Klick-Shop für Merchandise und selbstverbreitendes Promo-Material. Darauf haben wir doch sicher alle gewartet.
Italien will YouTube wie einen Fernsehsender behandeln
Italiens Regulierungsbehörde AGCOM wird künftig Video-Angebote wie YouTube wie einen Fernsehsender behandeln - und das ist keine gute Nachricht, meint das Blog Tech.Blorge: Denn für diese Web-Angebote gelten nun die gleichen Einschränkungen wie für Fernsehsender, etwa beim Jugendschutz oder beim Recht auf Gegendarstellungen und Berichtigungen.
Einen direkten Zusammenhang mit der laufenden Klage von Berlusconis Fernsehgruppe Mediaset gegen YouTube will Tech.Blorge zwar nicht herstellen - bezeichnet die Neuregulierung aber trotzdem als noch größere Gefahr für die Video-Site. Mediaset verklagt Google wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen mit Mediaset-Material auf YouTube. Mit der neuen Regulierung dürfte es Google schwer fallen, sich auf die Standard-Argumentation zu stützen, nur begrenzten Einfluss auf die Inhalte bei YouTube zu haben.
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