Netzwelt-Ticker: Apple ärgert Flash-Entwickler - DER SPIEGEL
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Flash: Ein Multimedia-Player beherrscht das Web

Netzwelt-Ticker Apple ärgert Flash-Entwickler

Apple verdirbt App-Entwicklern, die mit Flash arbeiten, das Geschäft, Nokia verkauft DRM-freie Musik in China, und Mexiko zieht am Wochenende bei 30 Millionen Handys womöglich den Stecker. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Während sich noch alle freuen, dass Apples iPhone endlich in der Gegenwart ankommt und demnächst Multitasking beherrscht, bleibt in anderer Hinsicht alles beim Alten. Apple mag kein Flash und verweigert dem Multimedia-Plugin den Zutritt zu iPhone und iPad. Daran sollen sich künftig auch Entwickler halten. Die konnten bislang Apps für Apples Kulthandy auch in Flash programmieren und dann mittels Adobes Flash-to-iPhone-Compiler portieren.

Damit ist es jetzt vorbei, mit dem neuen Betriebssystem fürs iPhone kommt auch eine neue, wesentlich strenger gefasste Lizenzvereinbarung daher. Die setzt Cross-Compilern ein Ende und erlaubt zur App-Programmierung einzig zuvor von Apple abgesegnete Programmiersprachen. Apple-Blogger John Gruber nimmt an, dass mit Hilfe von Adobe-Software erstellte Anwendungen leicht zu identifizieren seien und damit Apples Überprüfungsprozess  nicht überstehen dürften.

Dabei ginge es den Verantwortlichen von Apple nicht in erster Linie darum, Adobe eins auszuwischen. Vielmehr wolle Apple einfach die völlige Kontrolle darüber behalten, in welcher Art und Weise Applikationen für seine Geräte entstehen. Für Entwickler, die Anwendungen auf Flash-Basis konzipierten, ist das eine unschöne Nachricht, sie stehen wieder ganz am Anfang.

Microsofts Patchday im April mit 25 Flicken

Der April-Patchday von Microsoft steht bevor, und wieder ist es ein ziemlich großer Sicherheitsflicken, den die Redmonder ausgeben. 25 Sicherheitslöcher sollen mit insgesamt elf Patches geschlossen werden. Wie immer geht es vor allem darum, mögliche Einfallstore für Schadsoftware  zu entfernen, über die Angreifer Kontrolle über den Rechner erlangen oder Denial-of-Service-Attacken durchführen könnten. Eine der Aktualisierungen schließt die Anfang März bekannt gewordene Lücke in VBScript, ein weiterer Flicken nach beinahe einem halben Jahr endlich die Schwachstellen in Windows 7 und im Windows Server 2008 R2. Auch die Office-Büroprogramme werden bedacht und ein weiteres Mal gegen von Angreifern eingeschleuste Programmcodes abgesichert. Das Sicherheits-Update soll, wie üblich, am zweiten Dienstag des Monats kommen. Das ist der 13. April.

Nokia bietet DRM-freie Musik in China an

Da hat sich Nokia ja was vorgenommen. Der Handy-Hersteller ist ins Musikgeschäft eingestiegen, ausgerechnet im Piraterieparadies China gehen die Finnen mit ihrem Musik-Downloaddienst Comes with Music  (CWM) nun an den Markt. Interessantes Detail: Die Musiktitel werden ohne den sonst üblichen Kopierschutz zur Verfügung gestellt. Die DRM-befreiten Dateien können so an jedem beliebigen Gerät abgespielt werden, und das auch noch ohne jede Pflicht zur vorherigen Registrierung. Zum Preis von umgerechnet 140 Euro erhält der Nutzer eine All-you-can-hear-Lizenz.

Ein Jahr lang darf der Käufer mit einem der acht in China angebotenen Nokia-Ttelefone oder dem eigenen Computer so viel Musik herunterladen, wie er will. Im Angebot sind sowohl Major-Label-Titel wie auch lokale chinesische Labels. Wenn das Jahr herum ist, ist allerdings der Neukauf eines CWM-Handys fällig. Beobachter sind nun gespannt, wie sich Nokia in einem Marktsegment schlagen wird, in dem laut Musikindustrie 99 Prozent der zugänglichen Musiktitel illegale Raubkopien sind.

Erstes Kassenhäuschen für Online-Zeitung in Japan

Die größte Wirtschaftszeitung Japans, "Nikkei", macht ihr Online-Angebot zahlungspflichtig. Wie die "New York Times" berichtet, gelten ab sofort strenge Regeln. Nicht genug damit, dass seit Anfang April Abogebühren fällig werden, "Nikkei" will sogar die Verlinkungen von anderen Webseiten aufs eigene Angebot einschränken, Voraussetzung sei eine schriftliche und wohlbegründete Anfrage.

Außerdem ist Besuchern der Seite die Bedienung der rechten Maustaste nicht mehr möglich. Üblicherweise lässt sich per Rechtsklick die aktuelle Seitenadresse speichern, bei "Nikkei" soll das nun nicht mehr möglich sein . Die "Link-Vereinbarung" ende mit der drohenden Ankündigung "Wir werden für jede Verletzung dieser Regeln Entschädigungen einfordern." Der unter japanischen Lesern und Bloggern aufgekommene Sturm der Entrüstung konnte selbst durch die Erklärung nicht abgemildert werden, dass Verlinkungen zu "Nikkei"-Artikeln auch zur Börsenmanipulation missbraucht werden könnten.

Mexiko vor Stilllegung von 30 Millionen Handys

Beim südlichen Nachbarn der USA gibt es seit einiger Zeit eine Pflicht zur Registrierung von Mobiltelefonen. Die Maßnahme soll das organisierte Verbrechen im Lande in seiner Handlungsfähigkeit einschränken. Denn Mexikos Kriminelle nutzen vor allem nicht angemeldete Handys für ihr ungesetzliches Treiben. Am Samstag endet die Frist, innerhalb derer die behördliche Anmeldung erfolgen soll. Danach sollen die Netzbetreiber alle nicht registrierten Geräte sperren .

Das Problem dabei: Mehr als 30 Millionen Mexikaner, die keineswegs alle böse Buben sind, werden dann auch nicht mehr telefonieren können, weil sie ihre Handys schlichtweg noch nicht angemeldet haben. "Viele von ihnen sind vom Handy anhängig, weil es ihre einzige Möglichkeit zur Kommunikation ist", so Guillermo Ferrer, Sprecher des großen mexikanischen Anbieters Ameriva Movil. Da ist es nur naheliegend, dass der Mobilfunkbetreiber nun auf eine Verlängerung der Anmeldefrist drängt, wie Reuters meldet.

EU bereitet Datenschutzabkommen mit den USA vor

Zum Thema Datentransfer zwischen der EU und den USA fällt den meisten nur das umstrittene Swift-Abkommen zum Austausch von Bankdaten ein, das US-Behörden tiefe Einblicke ins private Finanzwesen Europas erlaubt. Doch jetzt arbeitet die EU an einer Empfehlung  zum Schutz personenbezogener Daten, die zur Gefahrenabwehr zwischen den Kontinenten ausgetauscht werden. Auf eine Anfrage der Grünen im EU-Parlament erklärte eine Mitarbeiterin der EU-Kommission, eine entsprechende Vorlage könnte bis zum Sommer fertig sein. Diese Vorlage werde hohe, vor Gericht einklagbare Standards zur Sicherung der Privatsphäre enthalten. Hier soll offensichtlich der Kritik des EU-Parlaments an zu weit gehenden Regelungen wie im Swift-Abkommen ebenso Rechnung getragen werden wie auch Bedenken hinsichtlich der Passagierdatenerfassung für Reisende in die USA.

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