Netzwelt-Ticker Apple bohrt das iPhone auf
Na, das wurde ja auch Zeit: Das iPhone gibt es künftig auch mit 16-Gigabyte-Speicher. Über ein solches Modell hatten Gerüchteküchen schon seit langem spekuliert. Allerdings ersetzt das neue Gerät mit dem vergrößerten Speicher nicht das bisherige Acht-Gigabyte-Modell. Stattdessen wird es als eigenständiges iPhone 16 GB für 499 Euro inklusive T-Mobile-Vertrag angeboten. Das Acht-Gigabyte-Modell kostet weiterhin 399 Euro.
Ebenfalls kein Upgrade, sondern ein neues Modell ist der iPod touch mit 32-Gigabyte-Speicher. Er ist für 459 Euro zu haben, während das 16-Gigayte-Modell 369 Euro und der Acht-Gigabyte-iPod 279 Euro kosten.
Technisch hat sich abgesehen vom Speicherausbau bei keinem der Geräte etwas zu den Vorgängern verändert. Allerdings werden sich iPhone-Interessenten, die den größeren Speicher wollen, noch etwas gedulden müssen. Während der neue iPod touch ab sofort im Handel verfügbar sein soll, gibt Apple für das aufgebohrte iPhone nur vage an, es sei "in Kürze" verfügbar.
mak
Russland will mehr Web-Zensur
Einer Meldung des Nachrichtenportals Pressetext zufolge folgt Russland den autoritär regierten Staaten Zentralasiens und will seine Internet-Zensurmaßnahmen verstärken . Diese könnten noch strenger ausfallen als zum Beispiel in China. GUS-Referent Jakob Preuss von "Reporter ohne Grenzen": "Derzeit ist das Internet in Russland glücklicherweise noch relativ frei. Es existiert jedoch schon jetzt eine staatliche Agentur, die Warnungen ausspricht, sobald Gesetze verletzt werden."
In Zukunft sollen Homepages und E-Mails angeblich nicht mehr nur durch Zugangsbeschränkungen und staatliche Kontrollen zensiert werden. Schon der bloße Besuch von "verbotenen" Websites stünde dann unter Strafe. Angeblich werde einem noch geheimen Gesetzesentwurf zufolge, der zurzeit dem Ausschuss für Informationspolitik im russischen Senat vorliegen soll, das freie Surfen besonders auf jenen Homepages unterbunden, welche sich auf dem Index befinden.
"Die russische Staatsanwaltschaft fängt relativ schnell an zu ermitteln. Dabei werden speziell das Presse- und das Extremismusgesetz häufig herangezogen", sagt Preuss. Äußerungen in Foren und Blogs werden ebenfalls untersucht. "Dies betrifft auch mögliche Beleidigungen oder zum Beispiel Putin-Karikaturen", sagt der Experte.
Von staatlicher Seite werden Zensur und Kontrolle durch einen notwendigen Schutz vor Extremismus und Terrorismus bzw. den Kampf gegen Pornografie und Pädophilie begründet. Auch die russisch-orthodoxe Kirche fordere angeblich entsprechende Maßnahmen. Kritiker sehen in den Plänen jedoch weitere Versuche Moskaus, die Medien gleichzuschalten.
Als "Reporter ohne Grenzen" im Juli letzten Jahres die "Rangliste der Pressefreiheit" veröffentlichte, erreichte Russland Platz 144. Die Liste vergleicht die Medienfreiheit in 169 Ländern. Schlusslichter waren Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. Die Länder mit der größten Medienfreiheit waren Island, Norwegen und Estland. Deutschland erreichte Platz 20. Damals haben die erneuten Ermittlungsverfahren gegen Journalisten wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat, gesetzliche Regelungen und Vorschläge, die den Quellenschutz aushöhlen, Drohungen und Übergriffe gegen Journalisten, die im rechten Milieu recherchieren, sowie Einflussnahme auf Redaktionen durch Anzeigenschaltungen zu Punktabzügen geführt .
Piratenjäger ohne Lizenz?
Im Auftrag der Plattenindustrie macht die US-Firma Media Sentry Jagd auf Musikpiraten in Nordamerika. Sie liefert die Beweise, mit denen der amerikanische Plattenverband RIAA gegen Filesharer vor Gericht zieht. Doch wieviel sind diese Beweise wert? Ein Filesharer-Anwalt sagt: nNicht viel. Media Sentry sei de facto eine Privatdetektei ohne Lizenz, die der Staat New York Privatdetektiven aber abverlangt. Deswegen seien "weder Zeugenaussagen noch Beweismittel, die im Verlauf der Untersuchungen gesammelt wurden, zulässig".
Ars Technica ist sich sicher : Ohne genau diese Zeugenaussagen und Beweisstücke hätte die RIAA ziemlich wenig in der Hand. Allerdings könnte die RIAA dem Antrag zuvorgekommen sein. Der Verband will den Fall ohne Entscheidung in der Sache abbrechen, nachdem sich herausstellte, dass nicht der Angeklagte, sondern wahrscheinlich dessen Tochter die fraglichen Dateien tauschte. Sollte der Richter dem Gesuch stattgeben, stellt sich die Frage nach Media Sentrys Lizenz als Privatdetektei erneut, falls die Tochter von der RIAA verklagt werden und sich nicht auf eine außergerichtliche Einigung einlassen sollte.
A propos Filesharing: Wer sich in den vergangenen Tagen darüber freute, dass Italien möglicherweise den Tausch von unlizenzierten Kopien von Musikdateien (also illegales Filesharing) erlaubt, sollte sich lieber von diesem Heise-Artikel ernüchtern lassen . Es geht um Bildungs- und Forschungszwecke. Es geht um Musik in "qualitativ verminderter Form" und vor allem: um eine Interpretation von Anwalt Andrea Monti in der Tageszeitung "La Repubblica".
Filmfirmen im HD-Krieg: Ein bisschen bi schadet nie
PC World rastet ein wenig aus : "Last die Band aufspielen und küsst zufällige Leute auf der Straße: Es sieht ganz so aus, als ob der HD-Formatkrieg beendet sei!" So viel Euphorie, und das nur weil die US-amerikanische Film- und Fernsehgesellschaft Warner Brothers am Freitag bekannt gegeben hat, zukünftig nicht mehr auf beide HD-Formate Blu-ray und HD-DVD zu setzen, sondern ab Mai 2008 allein auf Sonys Blu-ray-Format. Damit, so die PC World, sei der Formatkrieg entschieden, Blu-ray die bessere Wahl für Filmkäufer.
Dabei legt das Blorge-Blog nahe , die HD-DVD/Blu-ray-Doppellösung sei gar nicht schlecht. Zumindest setzten in den vergangenen Wochen einige Filmfirmen auf beide Formate und lieferten zum Beispiel "I Am Legend" (Warner Bros.) oder "Wilson's War" (Universal) in zwei Fassungen an die Händler.
NEC-Experiment: Das ganze Leben auf Film
Der japanische Elektronikkonzern NEC ließ die Designer los: Erfindet uns allgegenwärtige drahtlose Minicomputer! Ein Vorschlag darunter: Die Halskette, die das Leben filmt muss ja ein total spannender Film werden. Jedenfalls gibt's zu den wenigen, also drei Bildern des Geräts auch eine knackige Erklärung in Japanisch.
Der Besuch der japanischen Website lohnt sich aber trotzdem auch für all jene, die die Schriftzeichen nicht verstehen, weil die Bilder dort Bände sprechen: iteressante kleine Geräte, die Computerdinge handlich machen . Was sich tatsächlich hinter dem bunten Konzeptplastik verbirgt, bleibt dabei der Phtasie überlassen. Oder der Geduld. Schon bald lösen kleine hochspezialisierte Hightech-Gerätchen den großen Opa Desktop-Computer ab, der alles, aber nichts richtig gut kann. Ob dazu auch das wahnsinnige Macbook Aircraft gehört, das sich Flickr-Nutzer Rodrigo ersann?
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