Netzwelt-Ticker: Apple-Browser lässt Web-Seiten Nutzerdaten auslesen - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Apple-Browser lässt Web-Seiten Nutzerdaten auslesen

Sicherheitsmängel: Apples Browser Safari ist zu freizügig mit den Daten seiner Nutzer, während die neueste Windows-Schwachstelle richtig gefährlich werden könnte. Außerdem im Überblick: Australiens Zensoren übertreffen sich selbst, und Amazon monopolisiert einige literarische Meisterwerke.
Von Carolin Neumann
Safari-Logo: Der Apple-Browser hat eine unangenehme Sicherheitslücke
Safari-Logo: Der Apple-Browser hat eine unangenehme Sicherheitslücke

Safari-Logo: Der Apple-Browser hat eine unangenehme Sicherheitslücke

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Safari lässt Internetseiten wissen, wer Sie sind und was Sie so machen - zu jeder Zeit: In Apples Internet-Browser hat sich ein hilfreiches Feature zur bedenklichen Sicherheitslücke gemausert. Jeremiah Grossman, Experte für Internetsicherheit, deckt in seinem Blog  auf, dass Webseiten über die Funktion "AutoFill" Nutzerdaten abgreifen können.

Wenn aktiviert, zieht "AutoFill" - das mehr ist als das automatische Vervollständigen (Auto Complete) - von einer digitalen Visitenkarte des Computerbesitzers dessen Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer, um sie automatisch in Formulare einzutragen. Ohne jedoch ein einziges Feld ausgefüllt zu haben, können die Internetseiten die Informationen des Surfenden auslesen und speichern.

Obwohl Grossman Apple schon Mitte Juni auf das Problem aufmerksam gemacht haben will, hat das Unternehmen erst reagiert, nachdem er die Lücke in dieser Woche öffentlich machte. Erste Hinweise hat ein Blogger schon vor über einem Jahr aufgeschrieben . Apple arbeitet jetzt an einer Lösung, heißt es. Wer keine Lust hat, bis dahin seine Daten mit jeder besuchten Website zu teilen, sollte schlicht das "AutoFill"-Feature in seinen Browser-Einstellungen deaktivieren.

Experten wähnen Infrastruktur durch Windows-Fehler gefährdet

Die aktuelle Schwachstelle im Betriebssystem Windows hat noch schwerwiegendere Folgen als offenliegende Privatdaten. Derzeit versucht Microsoft die für einen gefährlichen Trojaner anfällige Lücke zu schließen, über die Unternehmensdaten gezielt ausgespäht werden sollen. Quellen des "Guardian" glauben , dass Angriffe auf kritische Infrastruktur-Punkte wie Stromversorger oder gar das Militär nur eine Frage der Zeit sind. Eine Lösung ist weiterhin nur provisorisch  (Leitfaden), sie hinterlässt außerdem den Desktop im Chaos .

Kein Glück für australische Zensur-Kritiker

So viel zum Informationsfreiheitsgesetz: In Australien ist eine Anfrage zur Internet-Regulierung mit einem zu 90 Prozent geschwärzten Dokument beantwortet worden. Und das, obwohl die zensurfreundliche Regierung eigentlich mehr Offenheit versprochen hatte. In dem Papier geht es um ein geplantes Online-Speichergesetz, das unter bedenklicher Geheimhaltung zusammen mit den Providern entwickelt wird. Politiker wie Datenschützer bemängeln seit Wochen die mangelnde Transparenz in diesem Fall.

Man wolle voreilige Kritik vermeiden, rechtfertigen die Zensoren ihren Hang zum Marker. Wahrscheinlicher ist laut "Sydney Morning Herold" , dass das Gesetz erst massentauglich aufbereitet werden soll, um dann die breite Kritik möglichst leise zu halten. So oder so: Mit dieser Maßnahme dürfte sich der Gesetzgeber erneut keinen Gefallen getan haben.

Gut für Amazon, schlecht für Leser

"Der Schakal" hat ernst gemacht: Andrew Wylie, einer der einflussreichsten Buchverleger der Welt, hat wie angekündigt langwierige Verhandlungen um E-Book-Rechte umschifft. Für zwei Jahre lässt er Amazon einige Titel seiner New Yorker Agentur exklusiv verkaufen. Erste Verleger, die ihre Rechte verletzt sehen, laufen bereits Sturm, berichtet das Magazin "Bookseller" . Über die Rechte der Leser schweigen sich die Branchenriesen derweil aus: Wenn diese Exklusiv-Taktik Schule macht, braucht der geneigte Käufer dann künftig verschiedene Geräte, um Bücher verschiedener Verlage zu lesen? Zu Recht befürchtet Techcrunch , dass sich Leser dann wieder analogen Büchern zuwenden könnten.

Bye-bye Fail Whale?

Lange nicht mehr haben sich die Probleme von Twitter so deutlich gezeigt wie während der Fußball-Weltmeisterschaft. Ständig war der Fail Whale zu sehen, das seiteneigene Zeichen für heillose Überlastung. Hinzu kamen zahlreiche Umstellungen und Wartungen in der letzten Zeit. Beikommen will das Unternehmen den Problemen mit einem eigenen Rechenzentrum, das bis Ende des Jahres fertig gestellt werden soll. Nur so könne man dem Wachstum des Netzwerks - angeblich melden sich 300.000 neue Nutzer pro Tag an - begegnen, heißt es im offiziellen Technik-Blog .

Apple, die Zweite

Während Apple mit der versprochenen Geld-zurück-Aktion für iPhone-Hüllen  beginnt, werden die Empfangsprobleme weiter durch den Kakao gezogen. So gibt es fürs Blackberry jetzt eine Applikation , die Apples Behauptung, auch andere Smartphones hätten dieselben Empfangsproblemen wie das iPhone 4, als falsch entlarven soll.

Der passende Name der neuen App: "Death Grip" - nach dem Todesgriff am unteren linken Rand des iPhone, der den Empfang killt. Steve Jobs hatte lapidar "Ihr haltet es falsch" auf Beschwerden zum neuen Smartphone geantwortet. Wer wissen will, ob andere Handys tatsächlich dieselben Schwierigkeiten haben wie das iPhone 4, sollte einfach mal eine Weile bei YouTube nach "Death Grip" stöbern; Besitzer aller möglichen Telefone probieren das gerade aus.

Wo wir gerade bei Apples PR-Dilemma sind, hier der perfekte Abschluss für den heutigen Tag: CollegeHumor hat sich Steve Jobs Pressekonferenz der vorigen Woche vorgeknöpft.

Auch das noch: