Netzwelt-Ticker Bald auch Spekulation mit Datenvolumen?
Alles kostet und kann an der Börse gehandelt werden, Aktien, Umweltzertifikate und Schweinebäuche. Warum nicht auch die Leitungskapazitäten von Internetverbindungen? Das jedenfalls ist der Kern eines Vorschlags, mit dem jetzt Hamadoun Touré, der Chef der Internationalen Fernmeldeunion in Genf, an die Öffentlichkeit ging .
Ähnlich wie bei Stromversorgern, die mit dem Handel von erzeugter Energie Überlastspitzen abpuffern können, wäre der An- und Verkauf von Leitungskapazitäten zwischen Handy- und Festnetztelefondiensten und dem Internet denkbar, um einen reibungsloseren Datenaustausch zu gewährleisten. Sobald sich an irgendeiner Stelle ein Engpass abzeichnet, könnte durch ein Handelssystem der Datendurchsatz erhöht und etwaige Downtimes minimiert, wenn nicht sogar verhindert werden.
Allerdings ist der Chef der Genfer UN-Behörde nicht der erste mit dieser Idee. Schon vor Jahren experimentierte der Energieriese Enron mit dem Handel von Bandbreiten, bis der Betrugsskandal und die nachfolgende Pleite diesen Versuchen ein Ende setzten. Trotzdem hält Touré seine Initiative für ein geeignetes Mittel, der Gefahr zukünftiger Netzzusammenbrüche vorzubeugen, die aufgrund des steigenden Datenverkehrs immer wahrscheinlicher würde.
Da schöpfen wir doch Hoffnung: Vielleicht lenkt dieser neue Markt die Börsenzocker ja ein wenig von Öl und Lebensmitteln ab. So lange dann aus der Flatrate keine Flatter-Rate wird...
Desktop-PCs sind tot? Von wegen!
Alle Welt will nur noch schicke, mobile Notebooks, wohingegen platzraubende Desktop-PCs ihrem Ende entgegensehen. So ungefähr lautet die Vorhersage von Notebookfans, doch möglicherweise zu Unrecht.
Glaubt man dem Marktforschungsunternehmen iSuppli, wird die Zahl der Tischrechnerverkäufe sogar weiter ansteigen. Allein im ersten Quartal 2008 wurden mit knapp 70 Millionen Tischrechnern 12,1 Prozent Geräte mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum . An der Spitze liegt Hewlett-Packard, auf den Plätzen folgen Dell und Acer. Und hätte die Immobilienkrise in den USA nicht zu einer nachhaltigen Verunsicherung und Zurückhaltung der Konsumenten geführt, könnten die Zahlen noch besser aussehen.
Facebook: Männlein oder Weiblein
Bei Social Networks geht es nicht zuletzt um die Anbahnung neuer Kontakte, und dabei ist es nicht das Unwichtigste zu wissen, ob das virtuelle Gegenüber weiblich oder männlich ist. Doch seitdem Platzhirsch Facebook seine Dienste nicht nur in Englisch, sondern in 15 weiteren Sprachen anbietet, häufen sich die Übersetzungsprobleme.
Wenn Nutzer in ihrem Facebook-Profil keine Angabe zu ihrem Geschlecht gemacht haben, versagt der Mitteilungsdienst seine Funktion immer dann, wenn die jeweilige Sprache zwingend ein grammatisches Geschlecht vorsieht. Mit der Folge, dass Facebook-Mitglieder vom System schon einmal gerne zum falschen Geschlecht sortiert werden. Damit soll nun Schluss sein, neuangemeldete User müssen nun bei Erstellung ihres Profils grundsätzlich ihr Geschlecht nennen , auch "Bestandsnutzer" sollen ihre Angaben entsprechend nachrüsten.
Zehn Jahre Knast für Bittorrent-Admin?
Die MPAA, der amerikanische Filmindustrieverband, hat im ewigen Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen einen wichtigen Etappensieg errungen, der für den Gegner außerdem ziemlich unangenehm werden dürfte. Der 26-jährige Daniel Dove, einstmaliger Admin von EliteTorrents, wurde in einem Verfahren wegen schwerer Copyrightverletzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen und sieht nun einer Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis entgegen .
EliteTorrents war 2005 vom Netz genommen worden, nachdem der bis dato äußerst populäre Bittorrent-Tracker unter anderem den Kinofilm "Star Wars III: Die Rache der Sith" noch vor dem Start veröffentlicht hatte. Auch gegen andere Administratoren wurde prozessiert, sie kamen aber mit fünfmonatigen Haftstrafen und recht geringen Geldbußen vergleichsweise glimpflich davon. Im Fall von Daniel Dove war es der klagenden MPAA gelungen, die Jury davon zu überzeugen, der Mann sei einer der Haupt-"Uploader" beim Bittorrent-Dienst gewesen.
Lego-Kanone
Lego ist ein Spiel mit Plastiksteinchen, das außer Kleinkindern nur noch Modellbaufreaks interessiert? Weit gefehlt, auch der Freund der gepflegten Waffenkunde kann beim dänischen Spielzeughersteller fündig werden. Mit den richtigen und vor allem genügend Steinen lassen sich aus dem harmlosen Material einsatzfähige Schusswaffen zusammenbauen .
Zwar kann man damit keine handelsüblichen Patronen abfeuern, aber andere Legosteine können mit den katapultähnlichen Konstruktionen einige Meter weit geschleudert werden. Die Idee dazu hatte ein deutscher Designer, der auch gleich ein ganzes Buch mit Bauanleitungen für Lego-Kanonen herausbrachte.