Netzwelt-Ticker Boom Boom Apple
Boom, boom
Gestern war Dienstag. Dienstag ist traditionell Apples Tag für Neuvorstellungen. Nicht jeder Dienstag natürlich. Aber wenn Apple zu einem dieser Dienstags-Events einlädt, kann man sicher sein, dass schon Wochen vorher wildeste Gerüchte, Prognosen und Spekulationen darüber die Runde machen, was Apple-Boss Steve Jobs wohl diesmal Erstaunliches aus dem Hut zaubern wird. Dieses Mal reichte die Wunschliste von einem Tablet-Mac über neue Notebooks und iPods bis hin zur Boombox. Mit einem iPod-Ledertäschchen für 98,99 Euro hat wohl niemand gerechnet. Auch nicht "Wired" -Blogger Leander Kahney, der genervt war weil er eine Stunde durch den Regen zur Pressekonferenz fuhr und dann nicht einmal ein Foto von Steve Jobs machen durfte.
Produktshow: Boom boom Apple
Immerhin bewahrheiteten sich die Boombox-Gerüchte. Unter dem Namen "iPod Hi-Fi" bietet Apple jetzt tatsächlich ein eigenes Soundsystem für iPods an. Die Zubehör-Hersteller dürfte das wenig erfreuen. Dafür umso mehr die Liebhaber des typisch schlichten Apple-Designs, denn die ganz in Schwarz und Weiß gehaltene Klang-Kiste passt perfekt zu modernen Designer-Lofts und Hochglanz-Ikea-Küchen.
Das eigentliche Highlight des Apple-Dienstags war aber die Präsentation des neuen Mac mini. Logisch, dass auch der nunmehr mit Intel-Prozessoren und damit schneller als sein Vorgänger läuft. Außerdem sind Bluetooth und WLAN jetzt standardmäßig eingebaut. Das Schlüsselelement für die Neupositionierung des mini dürfte jedoch die mitgelieferte Fernbedienung sein. Im Zusammenspiel mit Apples Front-Row-Software lassen sich damit Musik, Filme und Fotos bequem vom Sofa aus steuern. Eine Neuerung ist auch, dass Front Row nunmehr auch über das Netzwerk auf Inhalte zugreifen kann, die auf anderen Rechnern gespeichert sind. Die Grundlage hierfür liefert Apples Bonjour-Technologie, welche dafür sorgt, dass sich Computer im Netzwerk automatisch gegenseitig erkennen. Anders als AFP meldet, ist diese Technologie allerdings nicht auf Macs beschränkt. Auch Windows-User können die notwendige Software bei Apple laden .
Dass der Mac mini damit ein vollwertiges Media Center geworden ist, wäre allerdings übertrieben, denn dazu wäre zumindest noch ein TV-Tuner notwendig. Zudem rät die französische Mac-Website "HardMac" Spielernaturen von Apples Neuling ab. Der Grund: als Grafikkarte greift Apple auf Intels integrierten GMA950-Grafikprozessor zurück. Der verwendet einen Teil des Arbeitsspeichers zu seinem Zwecken und wurde von "Anandtech" als für aktuelle 3D-Spiele ungeeignet getestet.
Das größte Problem dabei, an die Erfolge des bisherigen Mac mini anzuknüpfen, hat jedoch "MacTechNews.de" erfasst. Gegenüber dem bisherigen Modell, dass bereits ab knapp über 500 Euro erhältlich war, kostet der Einstiegs-Mac-mini mit Intels Core Solo-CPU jetzt 639 Euro, das leistungsfähigere Modell mit Dualcore-Prozessor und DVD-Brenner gar 849 Euro.
Erster Virus für Java-Handys
Geht der Quatsch jetzt tatsächlich auch auf Handys los? Wie "InfoWorld" schreibt haben Experten des russischen Antiviren-Software-Herstellers Kaspersky Lab den ersten digitalen Schädling für Java-Handys isoliert. Der Virus, mit dem schönen Namen Trojan-SMS.J2ME.RedBrowser.a kann grundsätzlich alle Mobiltelefone befallen, auf denen J2ME, also die Java 2 Mobile Edition, läuft. Statt Blödsinn zu treiben, wie etwa das Telefonbuch zu löschen, haben die Viren-Programmierer eher finanzielle Ziele. So gaukelt die Software dem Handy-User vor, er könne mit ihrer Hilfe kostenlos auf WAP-Seiten zugreifen, indem es spezielle SMS-Nachrichten verschickt. Tatsächlich aber ruft das Programm kostenpflichtige Angebote zum Preis von bis zu sechs US-Dollar pro Seite auf. Immerhin genügt es, die Software einfach zu deinstallieren, um den geldgierigen Schädling wieder loszuwerden.
Die Gaming-Industrie und ihre Midlife-Crises
Glaubt man einer Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester Research, kann es mit der strauchelnden PC-Spiele-Industrie nur noch bergauf gehen. Alles andere wäre auch ein Desaster, denn laut Forrester Research spielen 43 Prozent der Nordamerikaner heute weniger PC-Spiele als noch vor zwei Jahren. In einem Mark, der allein im vergangenen Jahr 10,5 Milliarden US-Dollar Umsatz generierte eine durchaus alarmierende Zahl. Doch mit dem Rückgang soll es nun vorbei sein. So schreibt die "Businessweek" , dass nur 39 Prozent der 10.000 Befragten angaben, ihren PC für Spiele zu nutzen. Hier, so die Verfasser, schlummere ein gewaltiges Potential, das Firmen wie Microsoft nutzen wollen. Mit Online-Spielen und leistungsstärkeren Spiele-PCs soll dieser Wert bis 2011 auf 44 Prozent gesteigert und die Gaming-Industrie wieder auf Kurs gebracht werden.
Blogger-o-phone
Langsam soll sich doch bitte mal jemand eine neue Bezeichnung für Mobiltelefone ausdenken. Schließlich wird das Telefonieren mehr und mehr zu nebensächlichen Dreingabe. So auch bei den neuen Modellen aus dem Sony-Ericsson-Stall. Nicht nur, dass ihre integrierten Kameras Fotos mit einer Auflösung von bis zu 3,2 Megapixel schießen, nein, die Modelle K790 und K800 verfügen zudem über einen direkten Zugang zu Googles kostenlosem Blog-Service Blogger , schreibt "infosync world" . So soll man Schnappschüsse mühelos vom Handy auf das Blog laden können. Das freut alle: Sony Ericsson, weil sie ein neues Argument für ihre Handys haben, die Anwender, weil Moblogging damit schön einfach wird und vor allem die Netzbetreiber, die für jedes Foto Übertragungsgebühren kassieren.