Netzwelt-Ticker: Briten warnen vor Handy-Hautausschlag - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Briten warnen vor Handy-Hautausschlag

Rote Wangen bekommt man nicht nur von Bewegung und frischer Luft, sondern auch von ungesunden Handys, sagen britische Mediziner. Sony nervt US-Kunden mit neuen PS3-Nutzungsbedingungen, und ein Tool soll verlorene Laptops per Fernbedienung absperren. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Telefonieren, bis die Ohren glühen und die Wangen leuchten, vom Ausschlag ganz rot. Ein Ausschlag, den britische Ärzte immer öfter bei Handy-Junkies feststellen und sich fragen: Was steckt dahinter? Gefährliche Handy-Strahlen oder gar eine mysteriöse Krankheit, die sich über unzureichend desinfizierte Telefonhörer überträgt? Die Vereinigung britischer Hautärzte hat eine einfachere Erklärung: Patienten mit Ausschlag am Telefonohr könnten an einer Nickelallergie leiden.

Die Symptome, unter denen angeblich jeder Zehnte Handy-Nutzer leidet: Rötungen, trockene Haut, Juckreiz. Abhilfe können Betroffene nur schaffen, indem sie sich von Nickel fernhalten. Das wiederum könnte laut Reuters bei Handys nicht ganz einfach  werden. Erst Anfang des Jahres kamen Forscher der Brown University in Providence, Rhode Island, zu dem Ergebnis, dass von 22 getesteten Mobiltelefonen zehn Exemplare Spuren von Nickel in ihrer Metallhülle enthielten.

Zentralrat der Juden will Google verklagen

Der Zentralrat der Juden wirft Google vor, zu wenig gegen rechtsextremistische und antisemitische Inhalte zu unternehmen, kündigt eine Klage gegen den Suchmaschinen– und YouTube-Betreiber an. Laut Tagesschau.de machte der Zentralrat mit einer einstweiligen Verfügung gegen das Unternehmen  bereits den Anfang.

Stephan Kramer, Generalsekretär beim Zentralrat, wirft Google eine Mittäterschaft an Rassenhass und Diskriminierung vor. Das Unternehmen gehe nicht schnell und effektiv gegen extremistische Inhalte vor. "Die rechte Szene nutzt YouTube massiv als Plattform", sagte der Generalsekretär. Monatelang sei ein Video auf YouTube zu sehen gewesen, in dem ein Bild des verstorbenen Zentralrats-Präsidenten Paul Spiegel verbrannt wird, im Hintergrund Hakenkreuze.

Um das Netz besser nach extremistischen und gefährdenden Inhalten durchforsten zu können, soll Google mehr Personal einstellen. Bei anderen Unternehmen, zum Beispiel beim Online-Verkaufshaus Ebay, klappe das ganz gut.

Google weist die Vorwürfe zurück. Unternehmenssprecher Kay Oberbeck betonte gegenüber Tagesschau.de, dass man bereits seit mehr als drei Jahren mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia zusammenarbeite, um jugendgefährdendes Material fernzuhalten. Darüber hinaus können Nutzer Videos beanstanden. Werden diese Inhalte von YouTube gelöscht, könnten sie dank einer speziellen Filtertechnologie nicht wieder hochgeladen werden. Das funktionierte aber im vorigen November zumindest nicht besonders gut.

Grüße von Big Brother: Neue PS3-Nutzungsbedingungen

Sony verschärft in den Vereinigten Staaten die Nutzungsbedingungen, die der Spiel- und Medienkonsole die Playstation 3 beiliegen. "Ars Technica" hat sie auf Skandalträchtiges hin durchsucht  und ist prompt fündig geworden. Zwischen harmlosen Schutzvorkehrungen – Jugendliche unter 15 dürfen kein eigenes Nutzerkonto mehr führen – versteckt sich ein Abhörparagraf: Sony hat das Recht, alles, was ein Nutzer im Playstation-Netzwerk sagt oder tut, aufzuzeichnen und mitzuhören. "Alle Daten, die auf diesem Wege erhoben werden, inklusive Gesprächsinhalte, Zeit und Ort, Online-ID, IP-Adressen und verwandte Informationen dürfen von uns verwendet werden, um die Nutzungsbedingungen durchzusetzen oder die Interessen von SCEA (Sony Computer Entertainment America), den Nutzern oder Lizenzgebern zu schützen."

Ars Technica gibt den Rat: Im Sony-Chat lieber die Klappe halten. Zum Beispiel, wenn man Möglichkeiten diskutiert, das Rechtemanagement von Filmen aus dem Sony-Angebot  zu umgehen.

Aber hat Sony wirklich vor, seine Nutzer zu belauschen? Ars Technica gibt zu bedenken, dass es Nutzungsbedingungen nur aus einem Grund gibt: als Rückendeckung gegen alle nur erdenkliche Unbill. Wenn es nicht gerade um den Videokopierschutz geht, dürfte Sony wohl kaum Gebrauch von den Rechten machen. Aber wird das die Spieler beruhigen?

Miley-Cyrus-Hacker bekommt Besuch vom FBI

Weil er in das E-Mail-Konto der Disney-Schauspielerin eingebrochen ist, bekam ein 19-jähriger Hacker nun Besuch vom FBI. Ihm wird vorgeworfen, im letzten Dezember aufreizende Bilder der 15-jährigen Miley Cyrus aus ihrem E-Mail-Fach entwendet und sie – nach erfolglosen Versuchen, sie zu verkaufen – im Netz verbreitet zu haben. Monatelang gab der Hacker mit seinen Heldentaten an – und damit, dass man ihn nie erwischen werde. Das "Wired"-Blog nahm sich der Geschichte an und zeichnet eine wunderschöne Hochmut-Fall-Laufbahn eines jungen Hackers nach .

PGP sperrt Laptops aus der Ferne

Die Computer werden immer mobiler, die Wahrscheinlichkeit, sie zu verlieren, immer größer. Eine neue Version des Verschlüsselungsdienstes PGP soll wenigstens im Nachhinein geklaute oder verlorene Laptops verschließen, darauf gespeicherte Daten für Unbefugte unlesbar machen . Das soll zum einen über eine Verschlüsselung der Festplatte, die auch für normalsterbliche Computerbenutzer einfach zu bedienen sein soll, funktionieren. Zum anderen über eine Fernabschaltung von Nutzerkonten, ohne die nur noch der Administrator auf Dateien zugreifen kann. Im Klartext: Falls ein Angestellter sein Notebook im ungeschützten Zustand verliert oder es gestohlen wird, macht der Admin per Fernsteuerung das Licht aus.

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