Netzwelt-Ticker: Bryan Adams mahnt Fans ab - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Bryan Adams mahnt Fans ab

Bryan Adams hat Angst vor der Konkurrenz durch Fans: Weil er der einzige Adams im Netz sein will, ließ der kanadische Schmusiker mehrere Fansites aus dem Netz nehmen. Außerdem: Bischöfe wollen ins Netz und Google bietet jetzt auch Streetview für Spanien an. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der kanadische Pop-Schmusiker (" The Summer of 69") und Modefotograf Bryan Adams ("Zoo Magazine") gibt den Prince. Weil Fans seinen Namen und sein Gesicht auf Websites verwendeten, hagelte es Briefe vom Anwalt. Die Betreiber unter anderem von Bryanadamsfanclub.nl, bryanadams.nu und badfan.com sollen sich doch bitte zukünftig an ein paar Richtlinien halten, um mit Bryan Adams zukünftig "fröhlich koexistieren zu können."

Bis die Probleme geklärt sind (und Fans nicht mehr ängstlich fragen müssen: Was darf ich noch? Wie weit darf mein Fan-Sein gehen?) drückte Adams mithilfe der Online-Rechtevertretung Web Sheriff eine Auszeit für die fraglichen Fansites durch. Wenn die Mitglied der Familie sein wollten, erklärte Web Sheriff John Giacobbi der Nachrichtenseite The Register , dann müssten sie auch lernen, sich an bestimmte Spielregeln zu halten.

Im Gegensatz zum harschen Vorgehen des Popmusikers Prince fahre man aber eine vergleichsweise softe Linie: "Wir haben uns auf sehr faire und klare Richtlinien geeinigt, mit denen Künstler und Fansite gut leben können."

Das Beispiel könnte Schule machen: Statt harter Bandagen gibt's Maulkorb und Leine. Dass Adams auch härter kann, zeigte er, als er seinen Fans bei YouTube verbot, seine Musik ins Netz zu laden und seinen Namen zu verwenden. Alles, um selbst einen Adams-Kanal bei YouTube zu eröffnen. The Register lästert über die von ihrem Idol mit einem blauen Auge ermahnten Fans: "Ihr Glücklichen!"

Die öffentlichkeitswirksame Aktion transportiert so ganz nebenbei auch noch eine weitere Nachricht: Bryan Adams hat tatsächlich Fanclubs im Web. Wer hätte das gedacht?

Bischöfe wollen Kirche ins Netz führen

Bei einer Zusammenkunft am Montag haben sich katholische Bischöfe darauf geeinigt , stärker auf moderne Verbreitungswege für die Bibel zu setzen. Die für Christen heilige Schrift gehöre ins Fernsehen, ins Kino, auf DVDs, ja, sogar auf iPods.

Vom Jesus-Phone war in Rom wahrscheinlich nicht die Rede. Jedoch davon, dass der Vatikan bislang keinen Hightech-Trend verschlief, zum Beispiel eine der ersten Websites in Europa betrieb. Zugleich hatte der verstorbene Papst Johannes Paul II 2001 aber klargemacht, dass etwa Online-Beichten und ähnliches kein adäquates Mittel zur Erfüllung der Pflichten eines Gläubigen seien. Bereits im Jahr darauf hatte er das Web immerhin als Vertriebskanal zur Verbreitung der frohen Botschaft seinen Segen gegeben: "Wir sollten keine Angst davor haben, das weite Meer der Information zu befahren."

Die Konferenz der Bischöfe übersetzte das nun in noch deutlichere Worte. Das geschriebene Wort allein reiche in der modernen Welt mehr: "Das Wort Gottes muss übers Radio, in Internetkanälen, über virtuelle Vertriebskanäle und über CDs, DVD und Ipods schallen."

Google Streetview für Spanien

Google hat erfolgreich die Straßen der spanischen Städte Madrid, Barcelona, Valencia und Sevilla fotografiert und bietet nun Google Streetview für Spanien an. Wer seinen nächsten Trip in diese tollen Städte plant, kann also bereits jetzt über die La Rambla in Barcelona schlendern, die Ringmauer Sevillas verfolgen  oder am Königspalast in Madrid rätseln, wie man jetzt zur bombastischen Almudena Kathedrale kommt.

Leider ist noch nicht klar, ob Google auch eine Strandview für die Sände von Mallorca anbieten wird.

15-jähriger Hacker warnt Schulleiter vor Sicherheitsloch, wird angezeigt

Weil ein 15-Jähriger Schüler seinen Rektor vor einem Sicherheitsloch im Computernetzwerk der Bezirksverwaltung "warnte", wurde er am Donnerstag wegen Hackings, unrechtmäßigem Besitz von persönlichen Informationen und Identitätsdiebstahl verhaftet.

Die Schule suspendierte ihn für fünf Tage vom Unterricht, bald folgt eine Verhandlung des Falls vor dem Familiengericht in Saratoga County, New York. Das Problem: Der Schüler nutzte mit einem simplen Hackangriff die Sicherheitslücke im Bezirks-Netzwerk aus, um an Dokumente mit den persönlichen Informationen von 250 Angestellten zu gelangen.

Nachdem er an die Informationen gelangte, informierte er in einer anonymen E-Mail seinen Schulleiter über das Sicherheitsloch, über das wochenlang auch jeder andere die Informationen der Angestellten abrufen konnte. Zusammen mit der IT-Abteilung der Bezirksverwaltung konnte der Schulleiter jedoch den jungen Hacker überführen und die Polizei einschalten. Die musste sich jetzt verteidigen, nachdem Internetnutzer die Festnahme als überzogen verurteilten.

Nationalgardistin Maureen Tuffey erklärte dazu in einer E-Mail an die US-Zeitung "Times Union" : "Der Junge beging absichtlich eine Straftat." Der Schulleiter sekundiert: "Ich kann mitteilen, dass der Schüler nicht unbedingt vorhatte, uns 'einen Gefallen zu tun' und dass er nicht 'über die Dateien stolperte' und dass das auch nicht das erste Vergehen dieses Schülers war."

Gamerchens Mondfahrt: Doom-Programmierer gewinnt Stufe 1 der "Lunar Challenge"

Armadillo Aerospace, das Raketenteam des Videospiel-Programmierers John Carmack  ("Doom", "Quake") konnte sich 350.000 Dollar Preisgeld sichern, nachdem sie die erste Etappe des Mondlandung-für-Amateure-Wettbewerbs "Northrop Grumman Lunar Lander Challenge" gewannen.

Der mit insgesamt 2 Millionen Dollar dotierte Preis der X-Prize-Stiftung und der NASA soll die Raumfahrt auf dem Mond voran bringen. Ob sich aber je ein Astronaut in Carmacks Raumschiff setzen wird, ist eher fraglich. Zwar hob "Pixel" im ersten Schritt sauber ab, schwebte und landete sicher. Den schwierigeren Terrain-Voraussetzungen der zweiten Stufe war das zweite Armadillo-Raumschiff (mit vier Tank-Kugeln) jedoch nicht mehr gewachsen. Die Videos aus der Projekt-Seite  zeigen Sieg und heftig rauchende Niederlagen.