Netzwelt-Ticker: Countdown zur "Operation Facebook" läuft - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Countdown zur "Operation Facebook" läuft

Anonymous will am Samstag mit kreativen Aktionen Facebook kritisieren - das Unternehmen sieht dem allerdings gelassen entgegen. Außerdem im Überblick: Siri-Nutzer klagen über Ausfälle, Google will aktueller werden, und eine Studie findet Hardware-Macken bei Android-Geräten.
Guy-Fawkes-Maske: Anonymous will Facebook ärgern
Guy-Fawkes-Maske: Anonymous will Facebook ärgern

Guy-Fawkes-Maske: Anonymous will Facebook ärgern

Foto: DAVID MCNEW/ REUTERS
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Das Internet-Kollektiv Anonymous ruft seit Wochen für den 5. November zu Aktionen gegen Facebook auf. An dem Tag wird in Großbritannien die Guy Fawkes Night gefeiert, die an ein missglücktes Attentat auf König James im Jahre 1605 erinnert - in der Anonymous-Folklore mit ihren typischen weißen Guy-Fawkes-Masken ein wichtiges Datum. Ursprünglich sollte Facebook regelrecht angegriffen werden - von diesem Plan hatten sich Aktivisten der Web-Guerilla vorsorglich distanziert.

Mittlerweile heißt es, in der ersten Ankündigung käme das alles ein wenig zu heftig herüber, weil die Urheber eben keine englischen Muttersprachler seien. Tatsächlich solle Facebook nicht vernichtet werden - es geht um kreativen Protest . Hacker-Angriffe oder massenhafte Abrufe werden in Anonymous-Schreiben verurteilt. Auf im Tor-Netzwerk versteckten Seiten läuft schon der Countdown, in der Nacht von Freitag auf Samstag soll es soweit sein.

Bei Facebook sieht man der Anonymous- Operation gelassen entgegen. "Wir haben Partnerschaften aufgebaut und Backend-Systeme sowie Protokolle entwickelt, die es uns erlauben, uns allen Herausforderungen zu stellen, mit denen wir im Sicherheitsbereich konfrontiert werden", sagte eine Sprecherin. Für das Unternehmen sei es ein Tag wie jeder andere auch. (ore)

Google lehrt seinem Suchalgorithmus mehr Aktualität

Google schraubt am Algorithmus: Suchergebnisse seien wie Kekse am besten direkt nachdem sie aus dem Ofen kommen, ist im offiziellen Firmenblog  zu lesen. Soll heißen: Googles Fundstücke wirken oftmals veraltet, vor allem im Vergleich zu Informationen, die es via Facebook und Twitter zu lesen gibt. Jetzt soll der Suchalgorithmus erkennen, wenn der Nutzer nach Aktuellem sucht. Rund 35 Prozent aller Ergebnisse seien von der Veränderung betroffen, heißt es im Blog.

  • Aktualität: Bei Stichworten, die nachrichtliche Ereignisse betreffen, etwa Naturkatastrophen, werden "hochqualitative Seiten, die möglicherweise nur Minuten alt sind", gezeigt. Das können beispielsweise Artikel von Seiten wie dem " Guardian" sein.
  • Wiederkehrende Ereignisse: Der neue Algorithmus geht davon aus, dass bei einer Suche nach der Bundestagswahl nicht zehn Jahre alte oder ältere Ergebnisse gewünscht sind, sondern aktuelle Informationen.
  • Regelmäßige Updates: Das gilt zum Beispiel für Testberichte. Wer nach dem besten Android Handy sucht, möchte nicht ein veraltetes Modell empfohlen bekommen.

Unterdessen hat auch Echtzeit-Primus Twitter eher unbemerkt seine Resultate optimiert : Wer nach einem Begriff sucht, bekommt nun neben Tweets und Twitter-Accounts auch Top-News angezeigt.

Forscher belauschen RFID-Chips

Mit einer kleinen Sonde haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum nach eigenen Angaben einen RFID-Funkchip bei der Verschlüsselung von Daten belauscht. Der unterschiedlich hohe Stromverbrauch des Chip würde sich in Änderungen im Magnetfeld bemerkbar machen und erlaube Rückschlüsse auf den Code. Nur mit Hilfe dieser Daten wollen die Forscher einen 112-Bit langen Schlüssel ausgelesen haben .

Damit ließen sich der häufig in Karten von Bezahl- und Zugangskontrollsystemen eingesetzte Chip kopieren - für einen solchen Angriff rechnen die Forscher mit Materialkosten von einigen tausend Euro und einem Zeiteinsatz von rund sieben Stunden. Der Hersteller des Chiptyps, die Firma NXP, habe die Lücke bestätigt und empfehle seinen Kunden den Umstieg. (ore)

Zahlreiche Nutzer berichten von Siri-Ausfällen

Siri hat offenbar vorübergehend ihre vielgepriesene Stimme verloren: Seit Donnerstagabend mehrten sich die Berichte zumindest aus den USA, dass Apples iPhone-Sprachsteuerung keine Verbindung aufbauen konnte. Laut "VentureBeat"  verschwand das Problem für die meisten Nutzer in der Nacht zum Freitag wieder, die Ursache sei weiter unklar.

Mozilla bestreitet Anonymous-Hilfe

Die Anonymous-Aktivisten, die persönliche Daten von mutmaßlichen Pädophilen im Web veröffentlicht haben, wollen Hilfe von Mozilla-Entwicklern bekommen haben. Im Zuge der "Operation Darknet" haben die Aktivisten ihren Zielpersonen nach eigenen Angaben ein modifiziertes Add-on für den Mozilla-Browser Firefox untergeschoben.

Statt eines Add-ons, dass die Identität der Surfer über das Tor-Netzwerk anonymisiert, bekamen sie ein Protokollprogramm. Möglich gemacht hätten das Entwickler von Mozilla, die dem falschen Add-on ein echtes Zertifikat ausgestellt hätten. Mit diesem Zertifikat ausgestattet sei das manipulierte Add-on nicht aufgefallen - gleichzeitig würde das bedeuten, dass Mozilla-Entwickler helfen würden, Firefox-Nutzer auszuspähen.

Mozilla-Manager Justin Scott erklärte auf Anfrage, man sei weder von Anonymous kontaktiert worden noch sei ein entsprechendes Add-on zur Abnahme eingereicht worden. Außerdem stelle Mozilla gar keine Zertifikate aus, um Add-ons zu verifizieren. (ore)

Android-Reklamationen verursachen Milliardenkosten

Rückschlag im Aufstieg: Android gewinnt weltweit an Popularität und Marktanteilen, doch gleichzeitig scheinen Smartphones mit Googles Betriebssystem so anfällig zu sein für Hardwarefehler wie keine andere Marke. Eine Untersuchung des englischen Dienstleisters WDS  hat ergeben, dass Mobilfunkanbieter jährlich bis zu zwei Milliarden Dollar für Reklamierungen von Android-Geräten bezahlen.

Das Unternehmen analysierte dafür 600.000 Anrufe bei WDS-Hotlines für technische Unterstützung in den vergangenen zwölf Monaten. Dabei stellte sich heraus, dass 14 Prozent der anrufenden Android-Nutzer über Hardware-Fehler klagten, jedoch nur elf Prozent bei Windows Phone, sieben Prozent bei iOS und sechs Prozent bei BlackBerry OS. Schuld sei nicht die Android-Software selbst, betont WDS. Allerdings, so berichtet Reuters , würden besonders ältere Versionen des Betriebssystems in günstigeren und damit mitunter qualitativ schlechteren Smartphone-Modellen eingesetzt. Die Strategie, die Android nach vorne bringt, ist also zugleich eine deutliche Schwachstelle.

Auch das noch:

  • Zwei neue filmende Kamerawunderwerke sind auf dem Markt: "The Verge" stellt die digitale Canon Cinema EOS C300  vor. Außerdem gibt es seit dieser Woche was neues Analoges von Lomography: die LomoKino , die Stop-Motion-mäßige Filme auf Standard-35mm-Film möglich macht.
  • Achtung, Siri-Nutzer, der Dienst benötigt eine Internetverbindung, wie Sie ja schon oben lesen konnten. MacNews.de schlüsselt den Verbrauch im Detail auf und fragt: Siri, wie viele Daten frisst du per Monat?