Netzwelt-Ticker Das Geschäft mit Whitneys Tod
Whitney Houston (2010): Steigende Plattenpreise nach dem Tod der Diva
Foto: Samir Hussein/ Getty ImagesNur zwölf Stunden nach dem Bekanntwerden des Todes der Pop-Diva sei der Preis der 2007 erstveröffentlichten "Ultimate Collection" im britischen iTunes-Store von 4,99 Pfund auf 7,99 Pfund gestiegen, berichtet der "Guardian". Digital Spy hat Twitter-Stimmen zum Preisanstieg gesammelt : "Ekelerregend" und "kalt", mehr Kritik ergibt eine Twitter-Suche . Offenbar sollte der Verkaufsboom nach Whitney Houstons Tod den Verkäufern noch einen Extra-Bonus einbringen.
Zwar würden Apple und Sony Music den Vorgang nicht kommentieren, so der "Guardian" weiter, aber ein "Insider" hätte gegenüber dem britischen Blatt darauf hingewiesen, dass Sony Music erst durch Houstons Tod festgestellt haben könnte, dass der Albumpreis versehentlich zu niedrig angesetzt war. In Deutschland kostet die "Ultimate Collection", groß in iTunes beworben, 5,99 Euro, also umgerechnet 4,99 Pfund.
Alles nur ein Versehen? Die Frage nach der Verantwortung für den Preisanstieg ist müßig. Natürlich ist der Tod der Sängerin kein Verkaufshindernis. Die postume Geschäftemacherei sollte niemanden überraschen, meint auch das "Handelsblatt": "So tragisch der Tod der Sängerin ist: Jetzt klingeln die Kassen." Die Vergangenheit zeige, wie viel Geld mit dem Tod eines Stars zu machen sei. Nach Michael Jacksons Tod haben die Erben und Rechteverwalter des "King of Pop" noch Millionen verdient, der Hype um den Sänger habe "nie gekannte Ausmaße" angenommen. Vater Jackson soll sogar gesagt haben: "Mein Sohn Michael ist tot mehr wert als lebendig."
Im Falle Houston werden bei Twitter aber noch ganz andere Theorien gestrickt: Kann es nicht sein, meint Twitter-Autor @InTheLittleWood, dass Künstler dazu eine Abmachung mit ihren Verlagen haben, um ihre Kinder/Familien über Wasser zu halten? Der postume Albumverkauf als ultimative Lebensversicherung ?
Apple überrundet Google bei Meinungsumfrage
Welche US-Firma hat den besten Ruf unter amerikanischen Kunden? Apple, zumindest laut Meinungsumfrage von Harris Interactive (PDF-Datei, 488 KB) . Das Marktforschungsunternehmen hat dazu knapp 4.600 Fragebögen eines Vortests (Nominierung von Top- und Flop-Unternehmen) und knapp 13.000 einer Online-Umfrage zur genauen Platzierung ausgewertet. Im letzten Jahr führte Google die Umfrage an, 2001 belegte Apple noch den letzten Platz . Google hat innerhalb der von Harris Interative errechneten Punkteskala seit dem Vorjahr leicht verloren - womöglich machen sich die Diskussionen um Datenschutz und Marktmacht der Suchmaschinisten langsam bemerkbar. Apple dagegen hat in dem Ranking zwölf Jahre in Folge Punkte hinzugewinnen können.
Was am Dienstag sonst noch wichtig war
- Gute Nachricht: Twitter stellt auf das verschlüsselte Internet-Protokoll https um . Damit können zum Beispiel in einem W-Lan keine Fremd-Tweets mehr unbemerkt mitgelesen werden. Wer - aus welchen Gründen auch immer - seine Tweets nicht verschlüsselt übers Netz schicken oder empfangen will, kann in den Konto-Einstellungen zu http zurückkehren.
- Iran schaltet nach dem großen Internet-Aus - zum "Schutz" der Wahlen - wieder einige Internetdienste frei: Laut AP hat Teheran den Zugang zu "ausländischen" E-Mail-Anbietern wie Google Mail, Yahoo und Hotmail vorläufig wieder freigegeben .
- Eine scharfe Kritik am "System Arrington" bringt das Silicon Valley auf : Ist das Techcrunch/Crunchfund-Universum nur ein ausgefuchstes, parajournalistisches Schutzgeld-System, wie "Newsweek"-Autor und Tech-Blogger Dan Lyons behauptet?
- MySpace hat nach der Umstrukturierung eine Million neue Nutzer gewonnen - und bietet, wie eine Pressemeldung stolz mitteilt, 42 Millionen Songs an - 27 Millionen mehr, als Konkurrent Spotify. Aber wird das MySpace retten?
- Das Whistleblower-Urgestein Cryptome hat übers Wochenende Malware verbreitet - die Cryptome-Seiten wurden von einem Trojaner aus dem Blackhole-Virenbaukasten infiziert . Wie konnte das passieren, wer oder was war das Ziel?
- Malware-Entwickler sollen Millionen Dollar mit einer Art mobilem Botnet einkassiert haben , das es auf chinesische Smartphones mit dem Android-Betriebssystem abgesehen hat. Infizierte Smartphones versenden eine SMS zum Premium-Tarif; den Gewinn teilen sich (die unwissende) Telefongesellschaft und die Malware-Entwickler.
- Der Elektronikkonzern Philips Electronics ist Opfer eines Hack-Angriffs geworden . Die Hacker "bch195" und "HaxOr" vom "Team INTRA" haben eine Philips-Startseite verunstaltet, Serverdaten veröffentlicht und angeblich über 200.000 Firmen-E-Mails kopiert.
- Computer sind zwei Welten, daran erinnert ein interessanter Text bei Techworld über den Unterschied zwischen MP3-Playern und MP3-Player-Firmware . Dank Software-Projekten wie Rockbox können MP3-Abspielgeräte mit neuer Firmware um Funktionen anwachsen, Einschränkungen verlieren. Schließlich sind sie eigentlich längst kleine Computer.
- Google zieht Konsequenzen aus der kürzlich bekannt gewordenen Sicherheitslücke des Bezahldienstes Google Wallet: Künftig kann via Google nicht mehr mit Prepaid-Kreditkarten bezahlt werden .
- Das Infosecurity-Magazine-Blog strickt eine interessante Verschwörungstheorie um den neulich an die Öffentlichkeit gelangten Quellcode der Symantec-Sicherheitssoftware, schwammige Pressemitteilungen und zeitliche Zusammenhänge. Die Kurzfassung: Stand der Symantec-Leak in Zusammenhang mit dem folgenreichen Angriff auf den SecurID-Kartenhersteller RSA?